Hamburgs Hochschulen organisieren sich zukünftig in Fakultäten

Ab Sommersemester 2005 sollen die Universität Hamburg und die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) in Fakultäten gegliedert werden. Diese werden künftig die Hauptträger der Hochschulaufgaben auf ihren Gebieten sein und ihre Lehr-, Forschungs- und Entwicklungsaufgaben weitestgehend eigenständig erfüllen.

25.01.2005 Pressemeldung Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Hansestadt Hamburg

Die Hochschulpräsidien und Akademischen Senate werden damit von den fachlichen und organisatorischen Aufgaben entlastet, die allein die Fakultäten betreffen. Der Senat hat heute den Entwurf des Gesetzes zur Fakultätenbildung an den Hamburger Hochschulen (Fakultätengesetz) verabschiedet und der Bürgerschaft zur Beratung vorgelegt. Wissenschaftssenator Jörg Dräger, Ph.D.: "Flexibilität, Entscheidungskompetenz und Innovationsfähigkeit der Universität und der HAW wird durch die Bildung weitgehend eigenständiger Fakultäten deutlich verbessert. Hochschulpräsidium und Hochschulrat können so auch die strategische Ausrichtung der Hochschule effektiver als bisher gestalten."

Der Gesetzentwurf schafft den notwendigen rechtlichen Rahmen und passt insbesondere durch Neufassung der §§ 89 - 92 des Hamburgischen Hochschulgesetzes die hochschulinterne Aufgabenverteilung zwischen der Zentral- und der Fakultätsebene der besonderen Struktur großer Hochschulen an. Eckpunkte der Neuregelung sind:

  • Die Fakultäten sollen künftig im Wesentlichen die selbständigen Hauptträger der Hochschulaufgaben in Lehre und Forschung auf ihren Gebieten sein. Organe der Fakultät sind das Dekanat und der Fakultätsrat. Außerdem sollen alle Fakultäten eigene Verwaltungen erhalten.

  • Beim Präsidium soll die Entscheidung über die strategische Gesamtausrichtung der Hochschule sowie zentral wahrzunehmende Aufgaben verbleiben.

  • Das Dekanat ist künftig für die exekutiven und planerischen Aufgaben der Fakultät zuständig. Es verfügt über Ressourcen-, Planungs-, Organisations- und Personalkompetenzen.

  • Der Fakultätsrat kontrolliert und legitimiert das Dekanat, verfügt über Satzungskompetenz (z.B. Studien- und Prüfungsordnungen) und trifft Entscheidungen mit besonderer Bedeutung für Forschung und Lehre sowie für die Organisation der Fakultät. Die Fakul-tätssatzung kann bestimmen, dass der Fakultätsrat die Berufungsausschüsse einsetzt.

  • Die Fakultäten bestimmen ihre Binnenorganisation grundsätzlich selbst. Die innere Or-ganisation der Fakultät muss jedoch flexibel und fließend sein. Nach Gruppen zusam-mengesetzte Gremien sind auf dieser Ebene weder sachgerecht noch erforderlich.

In den Leitlinien für die Entwicklung der Hamburger Hochschulen vom 17. Juni 2003 hat der Senat beschlossen, die Organisation der Hamburger Hochschulen durch Einrichtung lei-tungsfähiger Einheiten (Fakultäten) entscheidungsfähiger und innovationsfreudiger zu gestal-ten. Diese Entscheidung geht auf Vorschläge aus den Hochschulen und Empfehlungen der Dohnanyi-Kommission zurück. An den beiden großen Hochschulen, der Universität und der HAW, soll die Vielzahl der Fachbereiche zu wenigen Fakultäten zusammengefasst werden. Die Fakultätenbildung ist in der Universität Hamburg nahezu abgeschlossen und wird in der HAW noch vor der Sommerpause 2005 umgesetzt. Die kleinen Hochschulen bilden jeweils eine eigene Fakultät. Auf Basis der Leitlinien hat die Wissenschaftsbehörde in einem intensi-ven Diskussionsprozess und mehreren Workshops gemeinsam mit der Universität und der HAW Kernpunkte der Fakultätenbildung entwickelt. Die Erkenntnisse aus diesem umfangrei-chen Diskussionsprozess sind die Grundlage des jetzt vorgelegten Gesetzentwurfs.

Der Senat wird den Gesetzentwurf nunmehr der Bürgerschaft zur Beratung und Beschlussfassung vorlegen. Der Gesetzentwurf ist im Internet zu finden unter www.bwg.hamburg.de in der Rubrik "Hochschulpolitik aktuell".


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