Hochschul-Barometer

Hochschulen setzen auf Zukunftsthemen

Hochschulen wollen in ihrer Forschung verstärkt auf die Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung setzen. Bereits heute sind sie in diesen Bereichen besonders häufig in Innovationsverbünden mit externen Partnern aktiv. Jede dritte Neubesetzung von Professuren soll zu Themen der Digitalisierung forschen und lehren.

04.11.2019 Bundesweit Pressemeldung Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V.
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Der Agentur für Sprunginnovationen stehen sie noch skeptisch gegenüber. Das sind Ergebnisse des aktuellen Hochschul-Barometers, herausgegeben vom Stifterverband und der Heinz Nixdorf Stiftung. Mit Forschung, Lehre und Transfer sind Hochschulen eine wichtige Säule des Innovationssystems. Ihre Rolle als Innovationsfaktor wollen sie weiter stärken. Für die Hochschulentwicklung orientieren sie sich dabei nach eigener Aussage stärker an zentralen gesellschaftlichen Trends und an den Innovationspotenzialen der Wirtschaft und weniger an wissenschaftlichen Entwicklungen. Eine zunehmende Relevanz haben dabei die Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Viele der befragten Hochschulen streben an, ihre Forschungsschwerpunkte dahingehend neu auszurichten. Rund jede zweite staatliche Hochschule will in Zukunft auf neue Forschungsschwerpunkte setzen, die sich der Digitalisierung widmen. Zu Fragen der Nachhaltigkeit soll dies an jeder fünften Hochschule geschehen. Bei beiden Themenfeldern planen insbesondere die Fachhochschulen neue Forschungsprioritäten. 
 
Die neuen Forschungsschwerpunkte zeigen sich auch bei den Stellenbesetzungen. Allein im Jahr 2018 beschäftigen sich rund 31 Prozent der neu eingestellten Professoren mit Themen der Digitalisierung. Das sind bei durchschnittlich 2.500 Neuberufungen pro Jahr hochgerechnet 750 neue Professuren mit digitalem Schwerpunkt in allen Disziplinen, wie beispielsweise Digital Humanities, Digitalwirtschaft oder Big Data Analysis. Naturgemäß ist der Anteil an technischen Hochschule höher (37 Prozent) als an anderen Hochschulen (27 Prozent). 

Drei Viertel der Hochschulen agieren in Innovationsverbünden

Um Innovationen voranzutreiben, arbeiten Hochschulen immer mehr mit Unternehmen und Akteuren aus Politik und Gesellschaft zusammen. 71 Prozent der Hochschulen beteiligen sich bereits an Innovationsverbünden mit nicht-akademischen Partnern. Knapp 47 Prozent der Hochschulen sind an Innovationsverbünden zum Thema Nachhaltiges Wirtschaften und Energie beteiligt, 43,8 Prozent an Verbünden zum Thema Digitale Wirtschaft und Gesellschaft. Bei 37,5 Prozent geht es um intelligente Mobilität, gefolgt von Gesundes Leben, Innovative Arbeitswelt und Zivile, IT-/Cyber-Sicherheit.
 
Die Ausrichtung der Hochschulen wird sich weiter verstärken. Rund zwei Drittel der Hochschulen planen, ihre Forschung und Lehre stärker an strategischen Innovationsfeldern auszurichten, beispielsweise an der Hightech-Strategie der Bundesregierung. Mehr als 80 Prozent der Hochschulleitungen will enger mit Partnern jenseits der Wissenschaft kooperieren. Die meisten unter ihnen wollen die Hochschule zum regionalen Innovationshub entwickeln, um künftig als Mittler zwischen den unterschiedlichen Innovationsakteuren zu agieren. 

Agentur für Sprunginnovationen für jede zweite Hochschule unbekannt

Die geplante Agentur zur Förderung von Sprunginnovationen soll dazu beitragen, Ergebnisse aus der Wissenschaft für radikale Innovationen nutzbar zu machen. Überraschend in diesem Zusammenhang ist: Mehr als jede zweite Hochschulleitung (52,2 Prozent) gab zum Befragungszeitpunkt (Dezember 2018) an, die geplante Agentur nicht zu kennen. Jene, die sie kennen, stehen dem künftigen Fördererinstrument der Bundesregierung eher skeptisch gegenüber. Nur ein Fünftel von ihnen erwartet von der Agentur mehr Innovationen für Deutschland. 

Allgemeine Stimmungslage: Größere Hochschulen sind zufriedener

Insgesamt ist die Stimmung unter den Rektoren und Präsidenten verhalten positiv. Private Hochschulen sind dabei im Durchschnitt zufriedener als staatliche Einrichtungen. Doch dieser Vorsprung hat in den letzten Jahren deutlich abgenommen. Die Schlussgruppe bilden spezialisierte Hochschulen sowie kleine staatliche Fachhochschulen und Universitäten mit weniger als 10.000 Studierenden. Beim Thema Kooperation und Wettbewerbsfähigkeit fühlen sich die Hochschulen gut aufgestellt. Vor allem ihre Wettbewerbsfähigkeit in Forschung und Lehre schätzen die Hochschulleitungen auch in den nächsten fünf Jahren als sehr gut ein. Bei den allgemeinen Rahmenbedingungen, wie Autonomie, Ausstattung, Finanzierung und Personal, sieht es allerdings anders aus. Vor allem die Personalsituation bereitet den Hochschulleitungen große Sorgen. 
 
Hier finden Sie weitere Einzelheiten und Ergebnisse des aktuellen Hochschul-Barometers.


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