Hochschulprogramm "Wissen schafft Zukunft"

Der Wissenschafts- und Hochschulstandort Rheinland-Pfalz soll in den kommenden Jahren kräftig ausgebaut werden. Zu diesem Zweck stellt das Land seinen Universitäten und Fachhochschulen von 2005 bis 2009 insgesamt 125 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung – pro Jahr 25 Millionen Euro.

17.09.2004 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Rheinland-Pfalz (bis 11/06)

"Das ist ein Signal für den Ausbau von Wissenschaften, wir wollen damit in Deutschland ein Beispiel geben", sagten Ministerpräsident Kurt Beck und Wissenschaftsminister Professor Dr. E. Jürgen Zöllner heute bei der Vorstellung des Hochschulprogramms "Wissen schafft Zukunft" in Mainz.

"Investitionen in die Wissenschaften kommen nicht nur den Universitäten und Fachhochschulen zugute, sondern dem ganzen Land", erklärte der Ministerpräsident. "Wissenschaftliche Leistungen, die zur Entwicklung neuer Verfahren und Produkte führen, sichern und schaffen Arbeitsplätze für die Zukunft." Die Politik müsse dafür Grundlagen schaffen.

Wissenschaftsminister Zöllner stellte Details des neuen Programms "Wissen schafft Zukunft" vor. "Mir ist wichtig, dass wir die zusätzlich zur Verfügung stehenden Mittel nicht nach dem Gießkannenprinzip verteilen, sondern gezielt zur Weiterentwicklung unsere Hochschulen einsetzen", betonte Zöllner.

Er verwies darauf, dass man dabei auf einem äußerst tragfähigen Fundament aufbauen könne. Denn schon jetzt verfüge das Land über eine attraktive Hochschullandschaft, die auf Studierende wie Lehrende gleichermaßen anziehend wirke.

Seit langem unternehme Rheinland-Pfalz erhebliche Anstrengungen im Bereich der Wissenschafts- und Forschungspolitik. Von 1991 bis 2004 habe das Land die Ausgaben für seine Hochschulen um 59,4 Prozent gesteigert - von rund 330 Millionen Euro in 1991 auf 525,5 Millionen Euro in 2004. Im selben Zeitraum seien die bereinigten Gesamtausgaben des Landes nur um 31,2 Prozent gewachsen. "Dies macht deutlich, dass die Wissenschaftspolitik einer der Schwerpunkte dieser Landesregierung ist", sagte Zöllner.

Mit der Bereitstellung der Mittel für das Programm "Wissen schafft Zukunft" - sofern der Landtag dem in seiner Haushaltsverabschiedung im Dezember dieses Jahres zustimme- eröffneten sich nun zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten. "Sie sollen genutzt werden, um die Grundausstattung der Hochschulen zu verbessern, ihr Profil weiter zu schärfen und Spitzenleistungen zu fördern", kündigte der Wissenschaftsminister bei der Pressekonferenz in der Staatskanzlei an. Nach seinen Angaben sollen auf die Verbesserung der Grundausstattung und die Profilbildung/Spitzenförderung jeweils rund 50 Prozent der verfügbaren Mittel entfallen.

Die Verbesserung der Grundausstattung gliedert sich in drei Projektbereiche: in den Hochschulcampus Rheinland-Pfalz, um eine gezielte Verbesserung des Lehrangebots und die Schnittstelle Schule.

Die Hochschulen sollen in diesem Rahmen unter anderem mehr Geld für zusätzliches Personal, für die Einführung von Bachelor/Master-Studiengängen, die Entwicklung und Vernetzung von multimediagestützten Lernangeboten, die Intensivierung der Zusammenarbeit untereinander und für die Reform der Lehrerbildung bekommen.

Erleichtert werden sollen die Übergänge von der Schule zur Hochschule. Vorgesehen ist, das Angebot an Kinder-Unis, Ferienkursen und für Frühstudierende deutlich auszubauen. "Wir haben mit großer Freude festgestellt, dass es gerade in diesem Bereich eine unglaublich hohe Nachfrage gibt", so Zöllner.

Zielsetzung des Förderbereichs "Profilbildung und Spitzenförderung" ist es, die Qualität der Lehre, Nachwuchsförderung und Forschung weiter anzuheben sowie den Wissenstransfer auszubauen. Dafür führt das Land Wettbewerbselemente ein - gerade auch mit Blick auf die internationale Konkurrenzfähigkeit rheinland-pfälzischer Hochschulen.

Erstmals wird das Land einen Wettbewerb Lehre ausschreiben. Dabei soll die beste Vorlesung in jedem Studiengang prämiert werden. Als Ergänzung zum Bund-Länder-Programm zur Spitzenförderung planen die Länder ein Programm Exzellenz in der Lehre. Dafür möchte Rheinland-Pfalz Mittel aus dem Hochschulprogramm zur Verfügung stellen.

Zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist in einem zweistufigen Verfahren die Einrichtung von Internationalen Schulen für Graduierten und Exzellenzschulen für Graduierte beabsichtigt. "Damit nehmen wir das bundesweit diskutierte Projekt von Graduiertenschulen zur Spitzenförderung bei uns im Land vorweg, das nur in Kooperation mit extrauniversitären Forschungseinrichtungen erfolgreich sein kann", sagte Zöllner dazu.

Zweistufig soll auch die Profilbildung in der Forschung erfolgen. In einem ersten Schritt werden Forschungszentren miteinander vernetzt und finanziell unterstützt, die hervorragende Leistungen vorzuweisen haben. Stufe zwei sieht die Einrichtung so genannter Exzellenzcluster vor. Dazu zählen Kooperationen inner- und außerhochschulischer Forschungseinrichtungen, die international bereits jetzt hervorragend positioniert sind und die durch diese besondere Förderung ihre internationale Spitzenklasse weiter festigen können. "Diese Exzellenzcluster sollen von einem Gutachtergremium beurteilt werden, das mit herausragenden externen Wissenschaftlern besetzt ist", erläuterte Zöllner.

Ausgebaut werden soll die Zusammenarbeit von Fachhochschulen und Universitäten, unter anderem durch regionale Clusterbildungen in Forschung und Lehre.

Zöllner wies darauf hin, dass die Präsidenten der Universitäten und Fachhochschulen im Vorfeld in die Planung des Hochschulprogramms eingebunden gewesen seien. Auch die nun anstehende Umsetzung der Details erfolge in enger Abstimmung mit den Hochschulen.

"Wir wollen mit diesem Programm vermeintliche Gegensätze, die im öffentlichen Diskurs konstruiert werden, überwinden", beschrieb der Wissenschaftsminister sein Anliegen. Breite und Spitze seien keine Gegensätze. Vielmehr liege ihre Förderung im beiderseitigen Interesse, da sie von einander abhängig seien.

Ebenso seien Fachhochschulen und Universitäten keine Kontrahenten. "Sie profitieren als Partner von einander - und mit ihnen ihre jeweiligen Standorte", so der Wissenschaftsminister. Besonders berücksichtigt werde bei der Umsetzung des Programms auch die Förderung von Frauen und der Internationalisierung - damit auch die Förderung von Studierenden ausländischer Herkunft.


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