Bologna-Reform 2010

HRK-Präsidentin nach der Konferenz der europäischen Wissenschaftsminister: Bologna-Reform 2010 - Aufbruch statt Abschluss

"Das Bologna-Ministertreffen markiert nun auch auf europäischer Ebene das Einläuten einer zweiten Phase der großen Studienreform. Nach der Einführung und den Erfahrungen der ersten Jahre brauchen wir Nachsteuerungen, die in Budapest und Wien politisch anerkannt wurden. Daraus müssen Konsequenzen erwachsen, die der zentralen Bedeutung von Universitäten und Hochschulen für Innovation und Zukunft in Europa gerecht werden." Dies erklärte die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Prof. Dr. Margret Wintermantel heute in Wien. Sie war als Vertreterin der deutschen Hochschulen zu dem Treffen eingeladen.

12.03.2010 Pressemeldung Hochschulrektorenkonferenz

"Das Treffen in Budapest und Wien war eine Jubliäumskonferenz, die dem Erfahrungsaustausch und der Standortbestimmung diente. Sie war wichtig, weil sie deutlich gemacht hat, dass nun, nach 10 Jahren, noch mal neu Schwung genommen werden muss, um die von allen akzeptierten Ziele der Reform wirklich zu erreichen. Die vorgelegten Studien zeigen, dass die Einführung von Bachelor- und Masterprogrammen mit europaweit 95 Prozent praktisch abgeschlossen ist. Aber sie zeigen auch, dass die Programme vielfach entschlackt werden müssen, dass Mobilität besser gefördert werden muss, dass die Hochschulen mehr Handlungsspielräume brauchen. Sie war wichtig, weil so deutlich wie nie wurde, dass ein politischer Beschluss wie der von Bologna ohne vernünftige finanzpolitische Konsequenzen nicht schnell zu einem messbaren Erfolg führen kann. Wichtig auch, weil die Studierenden ihre Forderungen nach angemessenen Studienbedingungen gegenüber den europäischen Ministerinnen und Ministern öffentlich sichtbar erhoben haben."

Sie halte es für eine wichtige Leitlinie auch der künftigen deutschen Politik, dass die Mitglieder der Hochschulen besser in den Reformprozess einbezogen werden müssen. "Das gilt für die Studierenden, die gute Lernbedingungen erwarten dürfen und in die Verantwortung für ein bestmöglich konzipiertes Studium einbezogen werden müssen. Das gilt für die Lehrenden, deren Arbeitsbedingungen dringend verbessert werden müssen. Und das gilt für Hochschulleitungen und -verwaltungen, auch deren Belastung durch diese Jahrhundertreform an ihre Grenzen getrieben wurde", sagte Wintermantel.

"Wir sind in Deutschland dabei, eine Kultur des stärkeren Zusammenwirkens von Studierenden und Lernenden zu entwickeln. Wir sehen, dass in einer ganzen Reihe von Hochschulen beispielgebend neue Wege gegangen werden. Neue Kommunikationsformen werden erprobt, Studierende eng in die Überarbeitung von Studienprogrammen einbezogen, hochschulweit und hochschulübergreifend arbeitet man an verlässlichen und gleichzeitig ausreichend flexiblen Strukturen für die neuen Studiengänge."


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