HRK

"Kunst und Musik gehören zur Wissensgesellschaft"

Die besondere Rolle der Kunst- und Musikhochschulen im deutschen Hochschulsystem hat die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Prof. Dr. Margret Wintermantel, heute zum Auftakt der HRK-Jahresversammlung in Heidelberg gewürdigt. 46 Musik- und Kunsthochschulen sind unter den 264 Mitgliedhochschulen der Hochschulrektorenkonferenz.

02.05.2011 Pressemeldung Hochschulrektorenkonferenz

Wintermantel betonte den Wert der großen Vielfalt unter den künstlerischen Hochschulen. Es sei ihnen gelungen, eine Reihe von Unterschieden und Besonderheiten zu bewahren. Dies gelte für ihre Organisation und Struktur und vor allem für die Lehre, in der es darum gehe, die künstlerische Persönlichkeit zu formen. Im Umfeld der modernen Wissensgesellschaft mit ihrer differenzierten Hochschullandschaft müssten Kunst- und Musikhochschulen ihren Ort definieren und Antworten auf sehr spezifische Herausforderungen finden. "Viele Fragen, zum Beispiel zum Arbeitsmarkt oder der Praxisnähe in der Ausbildung, stellen sich ganz anders dar als in den Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften", so die HRK-Präsidentin.

"Aber klar ist auch: Alle Studierenden erwarten von ihren Hochschullehrerinnen und -lehrern zu Recht eine hohe Qualität der Lehre. Sie ist Voraussetzung für ihren späteren Erfolg. Alle Hochschulen und Hochschularten sehen sich ähnlichen gesellschaftlichen Herausforderungen gegenüber. Als Bildungsinstitutionen müssen sie ihre gesellschaftliche Relevanz unter Beweis stellen. Vor diesem Hintergrund wünsche ich mir einen intensiveren Dialog zwischen wissenschaftlichen und künstlerischen Hochschulen."

Es gelte, gemeinsam einer Überschätzung des unmittelbar wirtschaftlich Verwertbaren entgegen zu treten. Die HRK-Präsidentin: "Ob bei der Innovationsdebatte in Deutschland oder bei der Förderpolitik der Europäischen Union – allzu oft geht es um die kurzfristige ökonomische Verwertbarkeit. Die Bedeutung der Geisteswissenschaften und auch der Kunst für die Gesellschaft wird zu wenig wahrgenommen. Künstlerische Bildung ist aber unverzichtbarer Bestandteil allgemeiner Bildung. Kunst und Musik erschließen neue Erfahrungsbereiche: Während die Wissenschaft die Wirklichkeit verstehen und erklären will, sensibilisiert die Kunst für die Wahrnehmung und erweitert sie. Zukunft braucht Kreativität – und Kreativität braucht Wissen, Können und Phantasie. Kunst und Musik gehören zur Wissensgesellschaft.

Die Rede von Frau Prof. Dr. Margret Wintermantel zur Eröffnung der HRK-Jahresversammlung findet sich unter dem Link www.hrk.de/de/download/dateien/Rede_Wintermantel.pdf.


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