Landeslehrpreis für die Pädagogischen Hochschulen geht an das Projekt „Brundibár“ an der PH Heidelberg

„Die Hochschullehre gerade auch an den Pädagogischen Hochschulen steht vor der Herausforderung von ’Hochschule 2012’. Bis 2012 müssen 16.000 zusätzliche Studienanfängerplätze im Land geschaffen und mit guter Lehre versorgt werden. Für die Pädagogischen Hochschulen geht damit ein Funktions- und Strukturwandel einher, denn im kommenden Jahrzehnt wird der Bedarf an Lehrern sinken. Den Pädagogischen Hochschulen bleiben jedoch ihre Kapazitäten erhalten, um neue, polyvalente und interdisziplinäre Studiengänge auch für andere Berufsfelder schaffen zu können, denn wir wollen das dortige Fachwissen für die Gesellschaft bewahren und weiter transportieren.“ Dies erklärte Wissenschaftsminister Professor Dr. Peter Frankenberg am 29. November in Heidelberg bei der Verleihung des Landeslehrpreises für die Pädagogischen Hochschulen.

29.11.2006 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Im Zusammenhang mit der Herausforderung steigender Studierendenzahlen sei es ein zukunftsweisendes Zeichen, dass ein interdisziplinäres Projekt, entstanden in Zusammenarbeit der Fächer Geschichte, Musik, Theologie und Theaterpädagogik, dieses Jahr den Landeslehrpreis erhalte. „Dieses Projekt verdeutlicht in anschaulicher Weise, welche Lern- und Publikumserfolge durch interdisziplinäres Arbeiten erreicht werden können“, betonte Frankenberg.

Die diesjährigen Preisträger sind Dr. Anette Hettinger, Studienrätin Heike Kiefner-Jesatko, Professor Dr. Joachim Maier und Christian Verhoeven. Damit geht der Landeslehrpreis für die Pädagogischen Hochschulen erneut an ein Team von Hochschulpädagogen. Ausgezeichnet wurde das Projekt „Neuinszenierung der Kinderoper ‚Brundibár’“, die 1941 im KZ Theresienstadt entstanden war. Für das gemeinsame Projekt erhalten die vier Lehrenden den mit insgesamt 12.800 Euro dotierten Landeslehrpreis für die Pädagogischen Hochschulen. Das Geld soll der Lehre zugute kommen und für Projekte an den Hochschulen eingesetzt werden.

Der Preis ist nach den Worten des Ministers ein bedeutendes Mittel zur Förderung von Qualität in der Lehre an unseren Hochschulen. „Damit setzen wir gezielte Leistungsanreize zur Verbesserung der Lehre. Herausragende Leistungen im Bereich der Lehre werden so gefördert und ins Blickfeld der akademischen Öffentlichkeit gestellt.“

 

Weitere Informationen: Der Landeslehrpreis an Pädagogischen Hochschulen (PH) wird seit 1995 auf Vorschlag der Landesrektorenkonferenz der PH verliehen. In die Vorschläge der sechs Pädagogischen Hochschulen sind im Rahmen der Studienkommissionen die Voten der Studierenden einzubeziehen. Für die Auszeichnung in Betracht kommen etwa Lehrveranstaltungen unterschiedlicher Art mit didaktisch besonders gutem Begleitmaterial und Aufbau, Tutorien oder Orientierungsveranstaltungen sowie beispielgebende Maßnahmen von Hochschullehrern, die geeignet sind, Studium, Prüfung und Lehre zu verbessern.

Das Ministerium plant eine Erhöhung des Preisgeldes von 12.800 auf 20.000 Euro, um die Attraktivität des Preises weiter zu steigern. Im Zuge der Erhöhung wird auch das Verfahren noch wettbewerbsbetonter gestaltet.


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