Landtag beschließt Eliteförderungsgesetz

Der Bayerische Landtag hat das neue Eliteförderungsgesetz beschlossen und damit die gesetzlichen Voraussetzungen für eine weitreichende und flexible Hochbegabtenförderung in Bayern geschaffen. "Die Bayerische Eliteförderung wird mit dem neuen Gesetz flexibler und moderner", betonte Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel bei der Vorstellung des Gesetzes Donnerstagabend im Landtag. Die hochbegabten Studenten, Doktoranden und Postdoktoranden würden individuell betreut und durch fachliche und fachübergreifende Exzellenzprogramme gefördert, so der Minister. Die Anzahl der Geförderten werde in Zukunft von knapp 1400 auf rund 2000 gesteigert.

22.04.2005 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

"Die Förderung nach dem neuen Gesetz ist für den Geförderten maßgeschneidert. Das ist der Kern der Modernisierung. Anstatt die Geförderten pauschal mit Geld zu unterstützen, bieten wir ihnen ein erstklassiges und weitreichendes Förderprogramm, internationale Ausrichtung und Kontakte und die frühzeitige Einbindung in die Spitzenforschung", erläuterte der Minister. Neben der individuellen Förderung werde es aber auch in Zukunft Geldleistungen geben. "Für die Doktoranden und Postdoktoranden wird neben der zusätzlichen individuellen Förderung die finanzielle Unterstützung nachhaltig verbessert. Für Studierende gibt es BAföG-unschädliche Leistungen für eigenständige bildungsbezogene Aktivitäten und für Auslandssemester." Das Eliteförderungsgesetz tritt am 1. Mai 2005 in Kraft und ersetzt die bestehenden Gesetze zur Förderung hochbegabter Studenten und Wissenschaftler. Damit können ab dem Wintersemester 2005/2006 die ersten Studierenden in die neue Förderung aufgenommen werden.

Goppel hob hervor, dass durch die Erweiterung der Förderung auch auf Postgraduierte mit dem neuen Gesetz ein weiterer Schritt gegen die Abwanderung von Leistungsträgern ins Ausland erreicht werde. "Postgraduierte sind im internationalen Wettbewerb heiß umworben. Das Eliteförderungsgesetz schafft ein attraktives Angebot und begegnet so der Abwanderung dieser Spitzenkräfte", so Goppel.

Die Aufnahme in die Studienförderung, so der Minister weiter, sei flexibler und offener als bisher geregelt. Die Abiturnote als einziges Aufnahmekriterium gehöre der Vergangenheit an. 50 % eines Aufnahmejahrgangs würden zukünftig Studenten ausmachen, deren außergewöhnliche Begabung sich unabhängig von der Abiturnote erst im Studium erweise. Außerdem würde zum ersten Mal auch hochbegabten jungen Meistern der Zugang zu einer Eliteförderung ermöglicht. Bei der Graduierten- und Postgraduiertenförderung sei für die Auswahl die Expertise der Hochschulen maßgeblich.

Der Minister unterstrich die gesellschaftliche Bedeutung der Eliteförderung. "Das Potential hochbegabter junger Menschen, die wir nachhaltig fördern, ist die Grundlage für die Innovationen und Spitzenleistungen, auf die die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit angewiesen ist" , so Goppel. Zugleich betonte der Minister, dass Elite nie als soziale Elite missverstanden werden dürfe. "Elite ist Leistungs- und Verantwortungselite unabhängig von sozialer Stellung. Der Begriff meint jeden Menschen, der leistungsfähig und leistungsbereit ist und sich mit seinem Potenzial verantwortungsvoll in die Gesellschaft einbringt: sei es als Studierender, sei es als forschender Jungakademiker oder als Verantwortungsträger im Berufs- und Gesellschaftsleben."

Die Optimierung der Förderprogramme für Hochbegabte durch das Eliteförderungsgesetz ist neben den Elitestudiengängen und den Internationalen Doktorandenkollegs die dritte Säule des Elitenetzwerks Bayern. "Mit der neuen Eliteförderung führt Bayern seine große Tradition der Begabtenförderung konsequent fort", erklärte Goppel. Die Förderung besonders leistungsfähiger Studentinnen und Studenten in Bayern hat ihre historische Grundlage in der von König Maximilian II. gegründeten Stiftung Maximilianeum, in der seit über 150 Jahren besondere Begabung unabhängig von Herkunft und Einkommen der Eltern gefördert wird.


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