Mehr Lehre und Verwaltung, weniger Forschung
Hochschullehrer haben an den Universitäten immer weniger Zeit zu forschen. Dagegen steigt der Zeitaufwand, den sie für Lehre und Verwaltungsaufgaben aufwenden. Das geht aus dem Vergleich von Hochschullehrerbefragungen hervor, die das International Centre for Higher Education Research (INCHER) in den letzten beiden Jahrzehnten durchgeführt hat.
30.06.2014 Pressemeldung Deutscher Hochschulverband (DHV)Die zuletzt erhobenen Ergebnisse aus dem Jahre 2013 unterschieden sich "deutlich von denen aus früheren Jahren", so Choni Flöther vom INCHER in einem Interview, das exklusiv in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift "Forschung & Lehre" erscheint. Erstmals werde ein deutlicher Anstieg des Zeitanteils für Lehre sichtbar.
Laut Flöther ist dies auf die gestiegenen Studierendenzahlen und die Umstellung auf das Bachelor/Master-System zurückzuführen. Der steigende Anteil für Verwaltungsaufgaben sei hingegen ein bereits bestehender Trend, der sich in den letzten Jahren weiter fortgesetzt habe. Während in der Vorlesungszeit die Lehre mit 20 von insgesamt 50 Stunden den größten Anteil in der wöchentlichen Arbeitszeit von Hochschullehrern innehabe, nehme in der vorlesungsfreien Zeit die Forschung mit 21 von 46 Stunden den höchsten Stellenwert ein.
Trotz der zunehmenden Bürokratisierung habe sich die berufliche Zufriedenheit der Lehrenden in den letzten beiden Jahrzehnten aber nicht verschlechtert, so Flöther weiter. Unverändert bezeichneten sich zwei Drittel der Professorinnen und Professoren als "zufrieden" oder "sehr zufrieden". Über die Hälfte der Lehrenden halte jedoch die materielle und personelle Ausstattung für "schlecht" oder "sehr schlecht". Bei der Frage nach wichtigen Aspekten für die Weiterentwicklung der Hochschulen rangiere daher die Ausstattung mit mehr Personal in Forschung und Lehre mit Abstand an erster Stelle.
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