Minister Zöllner: Bund und Länder bei "Exzellenzinitiative" auf gutem Weg

Bund und Länder sind auf gutem Wege, sich gemeinsam auf eine "Exzellenzinitiative zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen" zu einigen, begrüßt der Minister für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Professor Dr. E. Jürgen Zöllner, das Ergebnis der Gespräche zwischen Bund und Ländern in Berlin.

08.06.2004 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Rheinland-Pfalz (bis 11/06)

Der endgültige Beschluss zur Steigerung der internationalen Konkurrenzfähigkeit der Hochschulen werde voraussichtlich am 5. Juli 2004 in der Bund-Länder-Kommission zur Bildungsplanung und Forschungsförderung erfolgen.

Für das gemeinsam finanzierte Programm stünden nach derzeitigem Verhandlungsstand in den Jahren 2006 bis 2011 jährlich 380 Millionen Euro zur Verfügung, von denen der Bund 75 Prozent übernehme. Die Mittel würden in einem gemeinsamen wettbewerblichen Verfahren vergeben, an dem sich alle Universitäten als Antragsteller beteiligen könnten. Mittel könnten in Form von Teilanträgen für drei unterschiedliche Förderlinien beantragt werden. Dieses Einvernehmen in der Verhandlungsgruppe über zentrale Punkte müsse nun durch weitere Verhandlungsschritte konkretisiert werden.

In einer ersten Förderlinie würden Graduiertenschulen unterstützt, in denen fächerübergreifend strukturierte Promotionsförderung betrieben werde. Die Promovenden sollten bestmöglichst betreut und frühestmöglich zur wissenschaftlichen Selbstständigkeit geführt werden. Geplant seien hier etwa 40 Graduiertenschulen mit zirka einer Million Euro Fördersumme pro Jahr und damit einer jährlichen Gesamtsumme von rund 40 Millionen Euro.

Die zweite Förderlinie sehe die Förderung von Exzellenzclustern vor, bei denen im Verbund von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen Spitzenpositionen in Forschungsfeldern ausgebaut werden sollten. Ziel sei, so Minister Zöllner, eine spezifische Leistungssteigerung innerhalb eines exzellenten Forschungsprogrammes durch die Kooperation von bereits jetzt international sichtbaren Arbeitsgruppen. Geplant sei die Förderung von zirka 30 Clustern mit etwa acht Millionen Euro und damit einer jährlichen Summe von 240 Millionen Euro.

Die dritte Förderlinie sehe eine zusätzliche Unterstützung von struktur- und profilbildenden Maßnahmen für diejenigen Universitäten vor, die eine Anerkennung als Spitzenuniversität beantragen. Diese Förderung als Spitzenuniversität setze jedoch die positive Bewertung mindestens eines Antrages zur Bildung eines Exzellenzclusters und einer Graduiertenschule voraus. In der Summe der verschiedenen Antragsteile könne eine Spitzenuniversität damit durchschnittlich 25 Millionen Euro pro Jahr erhalten. Sollten nur wenige Universitäten einen Großteil der einzelnen Förderlinien auf sich ziehen, würde für die Spitzenuniversitäten eine Fördersumme von etwa 250 Millionen Euro pro Jahr erwartet.

Alle Anträge zur Förderung von Exzellenzclustern und Graduiertenschulen sollten in einem einheitlichen gutachterlichen Verfahren von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bewertet werden. Der Wissenschaftsrat solle die Anträge zur Struktur- und Profilbildung beurteilen. Eine gemeinsame Jury unter Einschluss internationaler Experten werde Bund und Ländern Förderempfehlungen geben, erläuterte Minister Zöllner.

"Das neue gemeinsame Programm startet zu einem wichtigen Zeitpunkt, da es neue Impulse nicht nur für den Bereich der Wissenschaft und Forschung, sondern auch im globalen Wettbewerb um neue Ideen und Wissensfortschritte geben wird", kommentierte der Wissenschaftsminister abschließend.


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