Ministerin Stange: "Sachsen bekommt moderne Wissenschaftsinfrastruktur"
(red/pm) Sachsens Wissenschaftsministerium plant die Schaffung einer Servicestelle, die die Hochschulen beim Einwerben von EU-Fördermitteln im europäischen Wettbewerb unterstützt. Dieser Dienstleister soll den Wissenschaftlern bei der Einwerbung von Fördergeldern helfen. Er wird die Hochschulen bei internationalen Kooperationen unterstützen und mit den Innovationspartnerschaften die internationale Präsenz stärken. Und er wird die Präsenz der Wissenschaft bei der EU stärken sowie die Verbundforschung mit Partnern in Europa vorantreiben.
08.07.2015 Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus"Damit der Freistaat Sachsen als innovativer Wissenschaftsstandort noch stärker wahrgenommen wird, braucht er auch eine Wissenschaftsinfrastruktur auf höchstem Niveau", erklärt Ministerin Dr. Eva-Maria Stange. In Sachsen sollen auch in Zukunft mindestens drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Forschung und Entwicklung eingesetzt werden. "Dies kann einerseits nur unter deutlicher Erhöhung des Einsatzes von privatem Kapital gelingen. Anderseits helfen die Erschließung von neuen Finanzierungsquellen und die bessere Nutzung von bereits bekannten, langfristig verfügbaren Fördertöpfen. Hierbei rückt unweigerlich die Europäische Union mit ihrer Vielzahl von Förderinstrumenten in den Blickpunkt", begründet die Ministerin. Auch wenn die EU-Strukturfondsmittel für den Freistaat Sachsen auslaufen werden, gebe es neue Fördermöglichkeiten wie das Programm Horizont 2020.
Die sachsenweit agierende Servicestelle soll den Wissenschaftlern einerseits helfen, in Brüssel stärker präsent zu sein. Sie soll den Forschern aber auch Verwaltungsaufwand bei der Formulierung und Begründung von Förderanträgen abnehmen. Für diese Dienstleistungsstruktur, deren Größe und Standort noch zu benennen sein wird, steht die noch erfolgreichere Einwerbung von EU-Forschungsmitteln im Mittelpunkt ihrer Aufgaben. Nur die TU Dresden hat als Exzellenz-Universität für ihre Wissenschaftler bereits eine solche Servicestelle gegründet - das European Project Center.
Unter Federführung des Wissenschaftsministeriums hat sich eine Expertengruppe zur Etablierung der genannten Servicestruktur gegründet. Bei ihrem Auftakttreffen diskutierten 12 Expertinnen und Experten aus allen sächsischen Wissenschaftsregionen und in Vertretung der Hochschulen, Forschungseinrichtungen und der forschenden Industrie des Landes erstmals das Konzept einer langfristig tragfähigen, streng dienstleistungsorientierten Serviceeinrichtung um die Quantität und die Qualität der sächsischen Beteiligungen an Förderungen der Europäischen Union zu erhöhen. Die Fokussierung auf wettbewerblich und nach dem Exzellenzprinzip vergebene Forschungsmittel hilft, Sachsen als innovativen Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort noch besser zu positionieren und den Wegfall der nach Bedürftigkeit vergebenen EU-Strukturfondsmittel zu kompensieren.
Das Auftakttreffen der Expertengruppe ergab, dass der Bedarf für neue Wege bezüglich einer sachsenweit agierenden Servicestruktur im Bereich der Europäischen Forschungsförderung besteht. Es wurde das weitere Vorgehen abgestimmt. Neben der Arbeitsweise des Gremiums selbst wurde auch ein Fahrplan für die Jahre 2015 und 2016 abgestimmt. Ziel ist es, rechtzeitig eine ergebnisorientierte, gut genutzte und sich perspektivisch selbsttragende Servicestruktur für Sachsen aufzusetzen.
Der Freistaat Sachsen finanziert die Etablierung dieser Servicestruktur für die EU-Forschungsförderung in den Jahren 2015 und 2016 mit insgesamt 340 000 Euro.
Keine Kommentare vorhanden