MOOCs: In der Scientific Community herrscht Pragmatismus statt Euphorie
Massive Open Online Courses (MOOCs) werden nach Einschätzung von Wissenschaftsministern und Vorsitzenden von Wissenschaftsorganisationen Studium und Lehre verändern, langfristig die klassische "Hörsaallehre" aber nicht verdrängen. Dies geht aus einer Umfrage des Deutschen Hochschulverbandes (DHV) hervor, über deren Ergebnisse die Zeitschrift "Forschung & Lehre" in ihrer Mai-Ausgabe exklusiv berichtet.
30.04.2014 Pressemeldung Deutscher Hochschulverband (DHV)Demnach ist laut Generalsekretär der Kultusministerkonferenz, Udo Michallik, eine "völlige Verdrängung der Präsenzvorstellung nicht nur eher unwahrscheinlich, sondern vor allem auch nicht wünschenswert". Der Sinn eines Studiums beschränke sich nicht nur auf Wissensvermittlung. Die personale und soziale Bildung des Einzelnen und die Entfaltung der Gesamtpersönlichkeit spielten eine ebenso große Rolle. Dafür bleibe der kontinuierliche Kontakt zwischen Lehrenden und Lernenden sowie zwischen Lernenden untereinander von herausragender Bedeutung.
MOOCs, so der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Professor Dr. Jürgen Mlynek, stellten nicht die "kopernikanische Wende in der Hochschullehre" dar, sondern gehörten zu den Begleiterscheinungen der Umwälzungen, denen sich die Hochschulen durch die Digitalisierung von Wissen und Kommunikation gegenüber sähen. MOOCs seien eine Bereichung, aber zugleich ein "Hype, der seinen Höhepunkt bereits überschritten" habe.
Großes Potential für MOOCs sieht die Präsidentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, Professorin Dr. Margret Wintermantel, vor allem im Weiterbildungssektor. Unsicher sei jedoch, ob sich die diversen, mit hohen Sponsorengeldern angeschobenen Plattformen, auf denen MOOCs offeriert werden, als geschäftstauglich erweisen würden.
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