Baden-Württemberg

Natur- und ingenieurwissenschaftliche Studiengänge in Baden-Württemberg sehr gefragt

Die heute erschienene Veröffentlichung "Internationale Bildungsindikatoren im Ländervergleich" präsentiert seit 2006 jährlich ausgewählte Bildungsindikatoren auf Ebene der Bundesländer und stellt sie in einem internationalen Vergleich dar. Diese Gemeinschaftsveröffentlichung der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder ergänzt die gestern herausgegebene OECD-Veröffentlichung "Bildung auf einen Blick".

14.09.2011 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Ein Drittel der Anfänger wählt ein Studium im natur- oder ingenieurwissenschaftlichen Bereich

Knapp 20 Prozent der Anfänger im Tertiärbereich (Hochschulen und Fachschulen) hatten sich in Baden-Württemberg 2009 für eine Ausbildung in der Fächergruppe "Ingenieurwissenschaften, Fertigung und Bauwesen" entschieden. Weitere rund 14 Prozent begannen ihre Ausbildung in der Fächergruppe "Bio- und Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik". Die Studierenden im Land weisen damit eine stärkere naturwissenschaftlich-technische Orientierung auf als der Bundesdurchschnitt. Bundesweit hatten diese beiden Fächergruppen zusammen einen Anteil von 27 Prozent an den Anfängern im Tertiärbereich, der OECD-Durchschnitt lag bei gut 24 Prozent.

Auch bei den Hochschulabsolventen konnte Baden-Württemberg in diesen Fächergruppen 2009 überdurchschnittliche Werte vorweisen: Mit einem Anteil von knapp 19 Prozent lag die Fächergruppe "Bio- und Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik" um rund 3 Prozent über dem Deutschland-Wert und war doppelt so hoch wie der OECD-Durchschnitt. Fast 15 Prozent der Absolventen erreichten einen Abschluss in "Ingenieurwissenschaften, Fertigung und Bauwesen".

Baden-Württemberg unterschreitet bei frühen Schulabgängern bereits heute EU-Benchmark

Die Europäische Union (EU) hatte sich 2003 das Ziel gesetzt, bis 2010 den Anteil junger Menschen zwischen 18 und 24 Jahren, die sich nicht oder nicht mehr in (Aus-) Bildung oder Weiterbildung befinden und nicht über einen Abschluss des Sekundarbereichs II verfügen, auf unter 10 Prozent zu senken. Da dieses Ziel nicht erreicht wurde, gilt das Ziel weiter bis 2020. In Deutschland lag der Anteil der frühen Schulabgänger 2009 bei 11 Prozent, in Baden-Württemberg bei 9,5 Prozent. Damit gehörte Baden-Württemberg mit Thüringen, Sachsen, Bayern, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zu den sechs Bundesländern, die diesen EU-Zielwert bereits unterschreiten konnten. Im EU-Durchschnitt lag der Wert noch bei über 14 Prozent. Von diesen frühen Schulabgängern war in Baden-Württemberg etwas mehr als die Hälfte erwerbstätig. Die Situation war damit deutlich günstiger als im Bundesdurchschnitt: Hier konnten nur gut 42 Prozent der frühen Schulabgänger eine Erwerbstätigkeit vorweisen.

Bildungspersonal ist überwiegend weiblich

Betrachtet man das gesamte Bildungspersonal vom vorschulischen Bereich bis hin zum Hochschulbereich waren 2009 in Baden-Württemberg 61 Prozent der Lehrkräfte weiblich. Der Frauenanteil lag damit drei Prozentpunkte unter dem Bundesdurchschnitt. Diese unterdurchschnittliche Beteiligung von Frauen traf für alle Bildungsbereiche mit Ausnahme des vorschulischen Elementarbereichs zu. Dort war in Baden-Württemberg mit etwas über 98 Prozent geringfügig mehr weibliches Personal tätig als im bundesweiten Durchschnitt. Je höher der Bildungsbereich, desto geringer ist der Frauenanteil unter den Lehrkräften. Im Primarbereich lag er in Baden-Württemberg bei gut 79 %, im Sekundarbereich II bei rund 47 Prozent. Mit knapp 33 Prozent wies Baden-Württemberg im Hochschulbereich bundesweit den geringsten Frauenanteil auf, der jedoch nur wenig unter dem deutschen Mittelwert von 35 Prozent lag. Dies mag eventuell auf die stärkere naturwissenschaftlich-technische Ausrichtung der Hochschulen im Land zurückzuführen sein.


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