Neue Studiengänge und zusätzliche Plätze an den rheinland-pfälzischen Hochschulen

Die Landesregierung wird den Hochschulpakt 2020 nutzen, um den Wissenschaftsstandort Rheinland-Pfalz weiter zu profilieren. "Wir schaffen nicht nur die Voraussetzungen dafür, dass unsere Hochschulen in den kommenden Jahren zusätzliche Studienanfängerinnen und –anfänger aufnehmen können, sondern entwickeln ihre Attraktivität weiter, indem wir neue Studienangebote schaffen", erklärte Doris Ahnen, Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, heute bei einer Pressekonferenz in Mainz.

29.03.2007 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Ende des vergangenen Jahres hatten sich Bund und Länder darauf verständigt, im Rahmen des Hochschulpakts die Zahl der Studienplätze spürbar zu steigern. Die Länder verpflichten sich bis zum Jahr 2010 rund 90.000 zusätzliche Studienanfängerinnen und –anfängern aufzunehmen, die nach einem festgelegten Schlüssel auf die einzelnen Länder aufgeteilt werden. Der Bund stellt dafür insgesamt 565 Millionen Euro zur Verfügung. Dies entspricht 50 Prozent der veranschlagten Kosten.

Rheinland-Pfalz verpflichtet sich innerhalb des Hochschulpakts 2020, in den Jahren 2007 bis 2010 insgesamt 5.804 Studienanfängerinnen und Studienanfänger im ersten Hochschulsemester mehr als im Studienjahr 2005 aufzunehmen. Deren Zahl lag 2005 bei 17.535.

Für diese 5.804 zusätzlichen Studienanfängerinnen und –anfänger stellt der Bund Rheinland-Pfalz bis 2010 rund 28 Millionen Euro zur Verfügung. Das Land seinerseits wird den Hochschulen in diesem Zeitraum Mittel in gleicher Höhe zur Verfügung stellen.

Eine Steuerungsgruppe, der Vertreterinnen und Vertreter der Hochschulen und des Wissenschaftsministeriums angehören, hat in den vergangenen Wochen auf der Grundlage der Planungen der Hochschulen eine Konzeption entwickelt, wie der Hochschulpakt 2020 in Rheinland-Pfalz umgesetzt werden soll.

Danach ist vorgesehen, dass Universitäten und Fachhochschulen jeweils die Hälfte der zusätzlichen Studienanfängerinnen und –anfänger in den kommenden vier Jahren aufnehmen.

Die Landesregierung setzt damit einen Schwerpunkt bei den Fachhochschulen. Für sie bedeutet die Zahl von 2.902 zusätzlichen Studienanfängerinnen und –anfängern bis 2010 eine erhebliche Steigerung gegenüber den vergangenen Jahren. "Wir wollen unsere Fachhochschulen gezielt weiterentwickeln. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zu einer hochqualifizierten Ausbildung junger Menschen", sagte Ahnen. Damit verfolge die Landesregierung eine erfolgreiche wissenschaftspolitische Linie weiter, die beispielsweise in der Gründung von neuen, attraktiven Fachhochschulstandorten in Birkenfeld, Zweibrücken und Remagen, aber auch in dem erheblichen Ausbau bisheriger Standorte in den vergangenen Jahren erkennbar werde.

Einen weiteren Schwerpunkt setzt die Landesregierung im Bereich der naturwissenschaftlich-technischen Fächer. An den Fachhochschulen sollen 1.922 Studienanfängerinnen und –anfänger in diesem Fächerspektrum und 980 Studienanfängerinnen und -anfänger im geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Bereich aufgenommen werden.

An den Universitäten werden zusätzliche Kapazitäten für 1.309 Studienanfängerinnen und –anfänger im Bereich Naturwissenschaften/Technik, 1.593 in geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern bereitstehen.

Ahnen machte deutlich, dass es sich bei den vorliegenden Zahlen um Angebote handele. "Es ist Aufgabe der Universitäten und Fachhochschulen, aber natürlich auch der Schulen, junge Frauen und Männer zu motivieren, ein Studium aufzunehmen. Denn unser Land braucht mehr und nicht weniger Menschen, die akademisch ausgebildet worden sind", erklärte die Ministerin.

Deswegen könnten die Mittel von Bund und Land für alles eingesetzt werden, was der Aufnahme zusätzlicher Studienanfängerinnen und –anfänger diene. Erfreulich sei, dass die Hochschulen bereits angekündigt hätten, nicht ausgelastete Kapazitäten besser nutzen zu wollen, besonders nachgefragte Studiengänge weiter auszubauen und neue, innovative Studiengänge anzubieten. Natürlich seien aber auch der Verzicht auf einen Numerus clausus und gezielte Marketingmaßnahmen hilfreiche Instrumente, um junge Menschen für ein Studium zu gewinnen.

So wolle beispielsweise die FH Trier den neuen Studiengang Intermediales Design starten, die FH Kaiserslautern den Studiengang Virtual Design und die TU Kaiserslautern den Studiengang Biophysik ausbauen, die FH Koblenz einen neuen Studiengang Pädagogik der frühen Kindheit anbieten, während die Universität Trier ihre Kapazitäten in Japanologie und Sinologie und die Johannes Gutenberg-Universität Mainz ihr Studienplatzangebot in Medienwissenschaften erweitern wolle.

"Die Energie, mit der unsere Hochschulen die Planungen angegangen sind, zeigt mir, dass sie den Hochschulpakt als das begreifen, was er ist, nämlich nicht nur eine Verpflichtung, sondern die große Chance, ihr eigenes Profil und damit das Profil des Wissenschaftsstandorts Rheinland-Pfalz insgesamt zu schärfen", sagte Ahnen. Das Land werde sie dabei kräftig unterstützen.

Nutznießerinnen und Nutznießer seien die Hochschulzugangsberechtigten. "Sie können aus einem noch breiter werdenden Angebot von arbeitsmarktrelevanten und interessanten Studiengängen in nahezu allen Fächergruppen das für sie Passende auswählen", meinte die Ministerin.


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