Umfrage

Nur Hessen ist bislang bereit, BAföG-Millionen vollständig den Hochschulen zu geben

Die Hälfte der sechzehn Bundesländer weiß noch nicht genau, wie die freiwerdenden BAföG-Mittel verteilt werden sollen. Das geht aus einer Blitzumfrage hervor, die die Zeitschrift "Forschung & Lehre" unter den Wissenschaftsministerien der Länder durchgeführt hat und deren Ergebnisse in der September-Ausgabe veröffentlicht werden. Der Bund wird zum 1. Januar 2015 die BAföG-Kosten alleine tragen, dafür haben sich die Länder per Vereinbarung dazu verpflichtet, die dadurch freiwerdenden 1,17 Milliarden Euro in Schulen und Hochschulen fließen zu lassen.

28.08.2014 Pressemeldung Deutscher Hochschulverband (DHV)

Lediglich Niedersachsen hat bislang zu verstehen gegeben, dass es seine bisherigen BAföG-Mittel (ca. 113 Millionen Euro) in die frühkindliche Bildung investieren will. Recht vage spricht Mecklenburg-Vorpommern davon, die zusätzlich zur Verfügung stehenden Landesmittel von 22 Millionen Euro im "Bildungsbereich" belassen zu wollen.

Die übrigen vierzehn Länder wollen sich aber durchaus an die Vereinbarung halten und die freiwerdenden Mittel komplett ihren Hochschulen und Schulen zuführen. Dabei setzen sie unterschiedliche Schwerpunkte. Hessen will den freiwerdenden Landesanteil von rund 81 Millionen Euro komplett den Hochschulen zukommen lassen. Ebenso will Sachsen die 51 Millionen Euro aus dem Studierenden-BAföG vollständig in die Hochschulen stecken. Paritätisch zwischen Hochschulen und Schulen wollen Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt ihre Anteile (120 bzw. 29 Millionen Euro) aufteilen. Das Saarland will den "weit überwiegenden Teil" seiner bisherigen jährlichen BAföG-Aufwendungen in Höhe von sechs Millionen Euro den Hochschulen geben. Rheinland-Pfalz sieht 10 Millionen Euro für die Schulen und 25 Millionen Euro für die Hochschulen vor. Allein Schleswig-Holstein möchte den Löwenanteil (25,4 von 35,4 Millionen Euro) seiner bisherigen BAföG-Gelder den Schulen zukommen lassen.

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Forschung & Lehre 9/2014 erscheint am 29. August 2014. Auszüge der jeweils neuesten Ausgabe können Sie unter www.forschung-und-lehre.de lesen.


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