Niedersachsen:

Servicestelle Offene Hochschule gestartet

Die Servicestelle Offene Hochschule Niedersachsen hat als zentrale Anlaufstelle ihre Arbeit aufgenommen. Aus den neuen Geschäftsräumen in der Innenstadt von Hannover koordiniert die gemeinnützige Gesellschaft landesweit die Öffnung der niedersächsischen Hochschulen für neue Zielgruppen.

06.06.2013 Pressemeldung Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur

Das fünfköpfige Team um Geschäftsführerin Monika Hartmann-Bischoff unterstützt vor allem beruflich qualifizierte Studien- und Weiterbildungsinteressierte, die aufgrund einer dreijährigen Berufsausbildung und Berufspraxis ohne Abitur eine Hochschulzugangsberechtigung besitzen. Zudem bündelt und vernetzt die Servicestelle die Aktivitäten und Beratungsangebote der Partner aus Hochschulen, Erwachsenenbildung, Kammern, Gewerkschaften, Unternehmer- sowie Arbeitgeberverbänden und des Landes. Die Servicestelle hat einen Jahresetat von mehr als einer halben Million Euro. Das Land trägt als alleiniger Gesellschafter 350.000 Euro, rund 200.000 Euro kommen von anderen Hauptakteuren, die auch im Aufsichtsrat der gGmbH vertreten sind.

"Es ist längst nicht allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern bekannt, dass sie aufgrund ihrer beruflichen Qualifikation auch ohne Abitur studieren können. Wir wollen noch aktiver für die Offene Hochschule Niedersachsen werben, um noch mehr Menschen ein Studium zu ermöglichen. Zudem gilt es dieser Zielgruppe passgenaue Angebote zu machen", sagte Wissenschaftsministerin und Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Gabriele Heinen-Kljajić. "Mein Dank gilt allen Partnern, die sich in die Servicestelle Offene Hochschule Niedersachsen einbringen. Gemeinsam werden wir die bundesweit vorbildliche Öffnung unserer Hochschulen vorantreiben."

"Mit der Servicestelle verhelfen wir einem erleichterten Zugang zum Studium an den Hochschulen unseres Landes zum Durchbruch. Jetzt kommt es darauf an, den Weiterbildungsbedarf der Wirtschaft richtig zu erkennen und umzusetzen. Dafür ist die Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft eine große Hilfe. Niedersachsen steht mit der gesetzlichen Öffnung der Hochschule im Bundesvergleich bereits weit vorn. Mit der Servicestelle kommt Niedersachsen auf die Überholspur", sagte Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender.

"Die Universität der Zukunft steht vor der spannenden Herausforderung, einer zunehmend heterogenen Studierendenschaft innovative, forschungsorientierte Lehrangebote zu bieten. Sie muss diesen Studierenden mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen, Erwartungen und Perspektiven die Weichen für ein lebenslanges Lernen stellen. Und sie muss mit den Institutionen kooperieren, die diesen Bildungsweg begleiten. Die Servicestelle bietet die große Chance, die dafür wesentlichen Vernetzungen und ein Forum für die optimale Kommunikation miteinander zu schaffen", so Vizepräsidentin Prof. Dr. Gunilla Budde, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

Dr. Torsten Slink, Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Industrie- und Handelskammertages (NIHK): "Unsere Kammern fordern seit längerem, dass sich die Hochschulen für beruflich qualifizierte Fachkräfte öffnen. Der Hochschulzugang bietet diesen eine hervorragende und auch berechtigte Aufstiegsmöglichkeit. Gleichzeitig können die Unternehmen ihre Fachkräfte so akademisch qualifizieren. Damit die Offene Hochschule ein wirksames Instrument zur Fachkräftesicherung wird, müssen konkrete Anrechnungsverfahren gefunden und marktorientierte, berufsbegleitende Angebote realisiert werden."

Dr. h. c. Jürgen Walter, Vorsitzender des Niedersächsischen Bundes für freie Erwachsenenbildung: "Wir waren von Beginn an für das Modellvorhaben Offene Hochschule Niedersachsen. Der nbeb kooperiert mit der Servicestelle Offene Hochschule Niedersachsen auf dem Gebiet der Öffnung der Hochschulen und hat besonderes Interesse an der Verzahnung von Angeboten der Erwachsenenbildung mit der akademischen Bildung. Wir benötigen die Servicestelle, um die Kooperationen von Erwachsenenbildung und Hochschulen landesweit zu vernetzen und die Qualität von gemeinsamen Angeboten weiter zu entwickeln."

Dr. Volker Müller, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen: "Künftig werden Unternehmen ihre Fachkräftebedarfe, gerade bei den Akademikern, nicht allein über den Arbeitsmarkt decken können. Deshalb kommt es auf die tatsächliche Öffnung der Hochschulen an. Die Servicestelle ist dabei eine sehr wichtige Lenk- und Schnittstelle. Die Förderung des Ausbaus bedarfsgerechter berufsbegleitender Studiengänge muss eng mit den Bedarfen der Wirtschaft erfolgen. Auch die Modularisierung von wissenschaftlichen Bildungsangeboten und die Transparenz bei der Anrechnung beruflicher Kompetenzen bedürfen einer zügigen Umsetzung."

"Einer meiner ersten Arbeitsschritte ist es, landesweit eine gute Informations- und Öffentlichkeitsarbeit begleitend zur Öffnung der Hochschulen aufzubauen", sagte Geschäftsführerin Monika Hartmann-Bischoff. "So planen wir für September eine große Veranstaltung, in der sich Vertreter der Hochschulen, der Erwachsenenbildung, der Wirtschaft, der Gewerkschaften und der Politik rund um das Thema Offene Hochschule Niedersachsen austauschen können".

Die Servicestelle hat unter anderem folgende Arbeitsschwerpunkte:

Aufbau und Weiterentwicklung einer systematischen Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Offene Hochschule bezogen auf die Zielgruppe sowie über Veranstaltungen, Tagungen, Kongresse, Fachgespräche. Dazu auch Einrichtung und Weiterentwicklung eines Internetportals, das über den aktuellen Stand und Entwicklungen im Bereich Offene Hochschule informiert sowie die vorhandenen Akteure landesweit vernetzt.

Vernetzung und Abstimmung der Beratungsarbeit mit anderen Beratungsorganisationen und -netzwerken, beispielsweise Bildungsberatung, Berufsberatung und Studienberatung.

Erhebung des bestehenden berufsbezogenen Weiterbildungsbedarfs durch Befragungen in Unternehmen und Organisationen sowie durch Auswerten vorhandener Erhebungen und Erkenntnisse seitens Gewerkschaften, Kammern und Verbänden. Entwickeln und laufendes Aktualisieren einer "Offene Hochschule"-Landkarte für Niedersachsen (Wer arbeitet wo zu welchem Themenaspekt und was?). Unterstützen der Anwendung wissenschaftlich gesicherter Verfahren, um Anrechnungsempfehlungen für außerhalb der Hochschule erworbener Kompetenzen und Qualifikationen auf Studieninhalte zu entwickeln.

Beratende Begleitung und Unterstützung der beteiligten Partner aus Hochschulen, Erwachsenenbildung, der Gewerkschaften und der niedersächsischen Wirtschaft – vertreten durch Kammer, Arbeitgeber- und Unternehmerverbände – mit dem Ziel der bedarfsgerechten Ausrichtung des Bildungsangebots.

Initiieren und Begleiten von modellhaften (Weiter-)Bildungsprojekten für Berufsqualifizierte.


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