Sonderprogramm "Bayern excellent": insgesamt 3,1 Mio. Euro für die Universitäten Bayreuth, Erlangen-Nürnberg, München, die Technische Universität München und die Universität Würzburg

Mit dem Sonderprogramm "Bayern excellent" fördert Bayern Forschungsvorhaben, die in der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern mangels ausreichender Mittel nicht berücksichtigt wurden. Dies gab Wissenschaftsminister Thomas Goppel am Freitag in München bekannt. Allein im Jahr 2008 werden hierfür 3,1 Mio. Euro zusätzlich zur Kofinanzierung der Exzellenzinitiative bereitgestellt. Goppel: "Unsere Universitäten konnten bei der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern ihre herausragende Stellung unterstreichen. Diese Initiative hat viel Energie und Elan freigesetzt. Das wollen wir nutzen und fördern daher im Programm Bayern excellent herausragende Forschungsvorhaben, die trotz sehr guter Bewertung nicht zum Zuge kamen."

19.09.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Exzellenzcluster (je 650.000 Euro)

Konzepte und Maßnahmen aus dem Antrag der Universität Bayreuth für das Forschungscluster "Polymer Nanostructures" sollen mit höchster Priorität weiterverfolgt werden, um den beteiligten Wissenschaftlern in diesem renommierten Profilbereich die Fortsetzung ihrer Forschungen an der Universität Bayreuth zu ermöglichen und ihre Forschungskooperation noch zu verstärken. Die Mittel dienen der Finanzierung der notwendigen Ausstattung zur Weiterentwicklung des Forschungsclusters sowie zur Vorbereitung eines neuen Sonderforschungsbereichs und der Teilnahme an einer künftigen Ausschreibung der Exzellenzinitiative.

Mit Mitteln des Sonderprogramms "Bayern excellent" soll die Forschergruppe "Anfänge (in) der Moderne" an der Universität München finanziell unterstützt und zu einem Sonderforschungsbereich entwickelt werden. Ein Schwerpunkt ist die interdisziplinäre Verbindung von Geschichts-, Literatur- und Religionswissenschaften. Zum anderen sollen bis Anfang 2009 Zentren aufgebaut werden, die interdisziplinäre Schwerpunkte und Projekte in den Geistes- und Sozialwissenschaften zusammenführen und das Potenzial für einen Antrag auf ein Exzellenzcluster bzw. eine Graduiertenschule im Jahr 2011 haben werden. Ziel des Clusterantrages war es, eine herausragende Institution interdisziplinärer Grundlagenforschung an der Münchener Universität zu etablieren, die Zukunftsentwürfe und -erwartungen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart untersucht.

Im Exzellenzcluster Munich Centre of Advanced Computung (MAC) will die Technische Universität München die Möglichkeiten des Hoch- und Höchstleistungsrechnens wesentlich erweitern. Wissenschaft und Wirtschaft brauchen Rechenleistungen auf höchstem Niveau. Die extrem zunehmenden Aufgabenstellungen und Datenmengen erfordern dabei eine ständige Erweiterung der technischen Grenzen. Um die Nutzbarkeit aktueller wie zukünftiger Rechnerarchitekturen nachhaltig zu sichern, ist eine umfassende, interdisziplinäre Grundlagen- und Anwendungsforschung erforderlich. Der Campus Garching mit seinen zahlreichen hochkarätigen wissenschaftlichen Einrichtungen soll als international führendes Kompetenzzentrum für Advanced Computing etabliert und der Freistaat im Wettbewerb um die Standorte der zukünftigen Höchstleistungsrechner im Rahmen des Europäischen Supercomputer-Netzwerks unterstützt werden.

Das "Wilhelm-Conrad-Röntgen-Forschungszentrum für komplexe Materialsysteme" soll als Forschungszentrum an der Universität Würzburg etabliert werden und dort die interdisziplinären Forschungsanstrengungen zur Einwerbung gemeinsamer Forschungsvorhaben bündeln. Beteiligt sind Arbeitsgruppen aus der Physik, Chemie und Biologie. Mit den Mitteln sollen Lücken in der Ausstattung des Röntgenzentrums geschlossen und die Erfolgsaussichten geplanter Forschungsvorhaben insgesamt gesteigert werden. Aus dem Röntgenzentrum heraus werden Anträge auf Förderung in kooperativen Drittmittelprojekten entwickelt, die alle Förderschienen der Deutschen Forschungsgemeinschaft wie Sonderforschungsbereiche (SFB), Graduiertenschulen und Forschergruppen nutzen. Darüber hinaus wird ein Gemeinschaftslabor für hochauflösende Analytik - ein Schlüsselelement für intensive Kooperationen zwischen Physik, Chemie und Biologie - eingerichtet. Die neu geschaffenen Strukturen sollen in künftigen Exzellenzinitiativen helfen, einen chancenreichen Antrag stellen zu können.

Graduiertenschulen (je 250.000 Euro)

Die bewilligten Mittel dienen zum Aufbau einer "Graduiertenschule Molecular Science (GSMS)". Die Molekularwissenschaften stellen ein Stärkefeld der Universität Erlangen-Nürnberg dar. Eine Reihe der vorgesehenen "principal investigators" (PI.s) wirken auch im Exzellenzcluster "Engineering of Advanced Materials" mit, darunter die Leibniz-Preisträger Prof. Dr. Peukert (Sprecher des Exzellenzclusters), Prof. Dr. Wasserscheid und Prof. Dr. Hirsch. Die Universität hat in diesem Bereich bereits jetzt den erfolgreichen neuen Bachelor/Master Studiengang "Molecular Science" entwickelt. Die Graduiertenschule wird sich inhaltlich mit den Nanowissenschaften und life sciences in ihrer Verbindung beschäftigen.

Die Graduiertenschule Information Science in Health (GSISH) an der Technischen Universität München bietet erstmalig eine interdisziplinäre Ausbildung in enger Verzahnung von verschiedenen medizinischen Disziplinen mit Informatik, Kommunikationstechnik und der immer weitergehend von Software dominierten medizintechnischen Gerätetechnik auf höchstem wissenschaftlichen Niveau an. Ein wesentliches Ziel der beteiligten Mediziner, Ingenieure und Naturwissenschaftler ist es, mit Hilfe der Graduiertenschule neues Grundlagenwissen möglichst schnell in die klinische Praxis umzusetzen. Im Ergebnis sollen die Kosten- und Zeiteffizienz sowie die Effektivität des Gesundheitswesens erhöht und die Erfolgskontrolle einzelner Behandlungsschritte einschließlich Vor- und Nachsorge nachhaltig verbessert werden.


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