SPD fordert Verzicht auf Studiengebühren
(bikl) SPD-Vorsitzender Kurt Beck hat die Union aufgefordert, in von ihr regierten Ländern auf Studiengebühren zu verzichten. Deutschland könne seinen Wohlstand nur bewahren, wenn es gute Bildung für alle biete und diese nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig mache, sagte Beck der Deutschen Presse-Agentur.
17.02.2008 ArtikelDie Gesellschaft könne es sich "schlicht nicht leisten, Talente und Fähigkeiten junger Menschen ungenutzt zu vergeuden. Das hat etwas mit sozialer Gerechtigkeit zu tun, aber auch mit ökonomischer Vernunft."
Beck sagte außerdem, die Union müsse aufpassen, dass sie nicht leichtfertig die Bildungschancen von Kindern und jungen Menschen verspiele und gleichzeitig die Zukunftsfähigkeit Deutschlands gefährde. Nach Erhebung des Statistischen Bundesamtes haben in den vergangenen Jahren immer mehr Abiturienten auf ein Studium verzichtet - insbesondere in Bundesländern mit Studiengebühren.
Der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, Achim Meyer auf der Heyde, hatte vor kurzem erst erklärt, die Studierenden seien darauf angewiesen, dass in jenen Ländern, in denen Studiengebühren eingeführt und nicht wieder abgeschafft werden, auch wirklich ausreichende Stipendienprogramm aufgelegt würden. "Das ist bis heute nicht passiert, deshalb sind die Studiengebühren auch nicht sozialverträglich", so Meyer auf der Heyde.
Laut der jüngsten Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks erhielten im Jahr 2006 lediglich 2% der Studierenden ein Stipendium, genauso wenige wie 2003. Meyer auf der Heyde benannte außerdem eine Reihe von "klaren Indizien", dass Studiengebühren, wie es das Deutsche Studentenwerk befürchtet, abschreckend wirken: "Die Zahl der Neuimmatrikulierten entfernt sich immer mehr von der steigenden Zahl der Schulabsolventen mit Hochschulzugangsberechtigung. Und in Ländern ohne Studiengebühren sind die Erstsemesterzahlen deutlich höher als in Ländern mit Gebühren angestiegen."
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