Staatssekretär Krebs unterzeichnet neue Zielvereinbarung mit Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg
Nordrhein-Westfalen geht den nächsten Schritt seiner innovativen Hochschulpolitik: In diesen Wochen schließt das Ministerium für Wissenschaft und Forschung mit den 26 staatlichen Universitäten und Fachhochschulen des Landes die zweite Runde der Zielvereinbarungen ab. Wissenschaftsstaatssekretär Hartmut Krebs und der Rektor der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg, Professor Dr. Wulf Fischer, unterzeichneten heute (29.03.) in Rheinbach die Zielvereinbarung der zweiten Generation.
29.03.2005 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-WestfalenStaatssekretär Krebs: "Seit 2002 vollziehen wir in Nordrhein-Westfalen konsequent den Wechsel von der Hochschulsteuerung im Detail zur Hochschulkoordinierung. An die Stelle von Erlassen und Einzelentscheidungen treten Absprachen über Ziele und Entwicklungspotentiale jeder Hochschule. Land und Hochschule sind Vertragspartner, die miteinander einen gemeinsamen Weg zum Wohl des Hochschulstandorts Nordrhein-Westfalen festlegen. Im Kern geht es um die Profilbildung der Hochschulen, um die Stärkung ihrer nationalen und internationalen Wettbewerbsfähigkeit."
Auch wenn der Vertrag selbst eine Laufzeit von zwei Jahren hat, reicht der Planungshorizont zur fachlichen Entwicklung der Hochschulen bis zum Jahre 2010. In den Zielvereinbarungen werden unter anderem Profilbereiche vereinbart, in denen die Hochschulen ihre besonderen wissenschaftlichen Stärken entwickeln bzw. konsolidieren.
Damit stellen die Zielvereinbarungen ein wesentliches Element im Hochschulkonzept 2010 dar, das das Wissenschaftsministerium vor einem Jahr als Reformpaket auf den Weg gebracht hat und das darauf abzielt, die Hochschulen zu modernisieren, sie stärker auf den internationalen Wettbewerb einzustellen, Eigenverantwortung zu stärken und nachhaltige Qualitätssicherung auszubauen. Krebs: "Nordrhein-Westfalen ist mit dem Hochschulkonzept 2010 insgesamt ein Reformmotor in Deutschland. Neben der zweiten Runde der Zielvereinbarungen und zunehmender Finanzfreiheit gehen wir seit Anfang dieses Jahres auch mit der Novelle des NRW-Hochschulgesetzes den Weg zu mehr Autonomie bei Personal und Organisation der Hochschulen. Zusammen mit Universitäten und Fachhochschulen gestalten wir in Nordrhein-Westfalen eine zielgerichtete Hochschulpolitik der Zukunft."
Die neuen Verträge schließen an die Zielvereinbarungen an, die das Land erstmals vor drei Jahren abgeschlossen hatte. Die Bilanz der ersten Vertragsrunde falle, so Staatssekretär Krebs, positiv aus. Es sei gelungen, die Hochschulen auf besondere Leistungsbereiche hin zu orientieren und daraus sichtbare Profile zu entwickeln.
Im Vorfeld der zweiten Zielvereinbarungen hatte das Wissenschaftsministerium landesweit schwächer ausgelastete Fächer einem systematischen Leistungsvergleich unterzogen. In einigen Fällen wurden dabei auch Arbeitsmarktperspektiven der Absolventen einbezogen. Daraus ergaben sich notwendige Anpassungen bei den Fachhochschulen zwischen 10 und 25 Prozent, unter anderem in den Lehr- und Forschungsbereichen Architektur, Chemieingenieurwesen/Chemie und Maschinenbau. Das entspricht einer Größenordnung von 3.164 Diplomstudienplätzen, die die Hochschulen in den nächsten Jahren für den Ausbau attraktiver Studienangebote nutzen können. Diese strukturellen Festlegungen bis 2010 bilden zusammen mit den Profilbereichen den Kern der Verträge.
Die Zielvereinbarung mit der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg sieht vor, dass die Hochschule sich in den nächsten Jahren auf bestimmte Schwerpunkte konzentriert.
Als Profilbereiche wurden vereinbart:
- Angewandte Naturwissenschaften, insbesondere Biologie / Biomedizin
- Mechatronik
- Telekommunikation und Multimediaanwendungen
- Technikjournalismus
- Im Rahmen von Publik-Private-Partnership strebt die Hochschule außerdem eine Ausweitung ihres Fächerspektrums an. Dazu hat sie bereits zwölf Stiftungsprofessuren eingeworben.
- Ein Förderschwerpunkt in der Forschung ist die Kompetenzplattform Bioengineering gemeinsam mit der Fachhochschule Aachen, die weiter ausgebaut werden soll.
- Mit der Fraunhofer Gesellschaft kooperiert die Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg im Bereich der Informatik: Hier wird bereits ein gemeinsamer Masterstudiengang angeboten, und die Kooperation soll weiter verstärkt werden.
Staatssekretär Krebs: "Die Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg hat sich seit dem Abschluss der ersten Zielvereinbarung sehr gut entwickelt - die Zahl der Studierenden ist gestiegen, und es konnten neue fachliche Angebote konzipiert werden. Mit der heute abgeschlossenen Zielvereinbarung geht die Hochschule ihren erfolgreichen Weg zu internationaler Wettbewerbsfähigkeit bei gleichzeitig regionaler Verankerung konsequent weiter."
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