Studiengebühren verschärfen Mangel an Akademikern

"Der Rückgang der Studienanfänger zum Sommersemester 2007 belegt die verheerende Wirkung von Studiengebühren. Mit der Erhebung solcher Gebühren schreckt der Freistaat junge Menschen von einem Studium ab. Sie verschärfen darüber hinaus weiter die Ungerechtigkeit des bayerischen Bildungssystems zu Lasten ohnehin schon sozial benachteiligter Jugendlicher", kommentiert Oskar Brückner, Vorsitzender der GEW Bayern, die vermeintlichen Erfolgsmeldungen aus dem Bayerischen Wissenschaftsministerium.

26.04.2007 Bayern Pressemeldung GEW Bayern

Dabei ist Bayern weit vom EU-Durchschnitt entfernt und weist nach wie vor die zweitniedrigste Quote der Studienberechtigten (33,4 %) und die niedrigste Abiturientenquote (20,5 %) aller Bundesländer auf. Die Folgen dieser auf höchster Selektion beruhenden Bildungspolitik: Bayern muss jedes Jahr Akademiker aus anderen Bundesländern ´importieren´.

Studium für sozial Schwache nicht finanzierbar

Die Zwischenbilanz, die Wissenschaftsminister Goppel jetzt zieht, fördert die Mängel in der bayerischen Hochschulpolitik zutage: Mit den Einnahmen aus den im vergangenen Semester erstmals erhobenen Studiengebühren konnten die Studienbedingungen bislang in keinem nennenswerten Umfang verbessert werden. Alle bislang erfolgten Investitionen sind Aufgaben, die der Staat erfüllen müsse – die Verwendung der Studiengebühren für einen infrastrukturellen Ausbau der Hochschulen ist nach Ansicht der GEW verfassungsrechtlich bedenklich.

Oskar Brückner: "Mit der Erhebung von Studiengebühren werden systematisch Berufschancen zunichte gemacht. Die Abiturienten Bayerns können in vielen Fällen nicht den Bildungsabschluss erreichen, der ihren Qualifikationen entspricht. Hochschulausbildung wird zur Ware und für viele unbezahlbar. Der bereits heute absehbare Bedarf an Akademikern kann mit dieser kurzsichtigen Politik niemals gedeckt werden. So kann man den Standort Deutschland auch kaputt machen."

Die GEW fordert deshalb die Bayerische Staatsregierung auf, die unsozialen Studiengebühren wieder abzuschaffen, um eine weitere Verschärfung der hohen Selektivität des bayerischen Bildungssystems zu verhindern. Stattdessen muss mehr Studienberechtigten die Aufnahme eines Studiums ermöglicht werden durch die Ausweitung und überfällige Erhöhung des Bafögs.

Ansprechpartner

GEW Bayern

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