Studienplatzsituation im Doppelten Abiturjahrgang 2011
2011 ist der doppelte Abiturjahrgang. Schon seit einiger Zeit zeichnet sich ab, dass die von der Staatsregierung hierfür bewilligten 38.000 Studienplätze nicht ausreichen werden, um den Andrang der Abiturientinnen und Abiturienten aufzufangen. Stattdessen kündigt der Freistaat Kürzungen der Hochschuletats an. Das Problem wird durch die bevorstehende Aussetzung der Wehrpflicht überdies zusätzlich verschärft. Die Wissenschaftsministerkonferenz hat am 25. Oktober in Berlin verlautbart, dass sie die Sorgen der Eltern sehr ernst nehme, dass die jetzige Abiturientengeneration nur halbierte Chancen hat. Zeitgleich wird gemeldet, dass 5000 Mediziner an deutschen Kliniken fehlen; 80 von 100 Krankenhäuser können freie Medizinerstellen nicht besetzen.
26.10.2010 Pressemeldung Landes-Eltern-Vereinigung der Gymnasien in BayernLeider sind all diese Erkenntnisse noch nicht bis zu der Bayerischen Staatsregierung in München vorgedrungen. Dr. Klaus Weber, Gesamtvorstandsmitglied: Die Untätigkeit der Bayerischen Staatsregierung ist unverantwortlich. Insbesondere ist die hartnäckige Weigerung der Bayerischen Staatsregierung unverantwortlich, zusätzliche Studienplätze in den harten NC-Fächern zu schaffen.
Die Behauptung, zusätzliche Studienplätze in den harten NC-Fächern kämen nicht den bayerischen Abiturienten zu gute, ist falsch. Richtig ist, dass durch eine Änderung des Staatsvertrages Ausnahmeregelungen geschaffen werden können, die diese Studienplätze zunächst dem bayerischen Doppeljahrgang und in den Folgejahren den Doppeljahrgängen anderer Länder zur Verfügung stellen. Falsch ist ferner die Behauptung, so schnell könne der Staatsvertrag nicht geändert werden. Richtig ist, dass Bundestag und Bundesrat - mit der Zustimmung Bayerns - durchaus in der Lage sind, innerhalb weniger Tage Gesetze zu erlassen, wenn es darum geht, durch Milliardensummen die Millionentantiemen von Pleitebankern abzusichern.
Thomas Lillig, Vorsitzender der LEV: Die Bayerische Staatsregierung muss das Geld da investieren, wo es die höchste Rendite bringt: In die Ausbildung der jungen Generation. Wir fordern deshalb die weitere Aufstockung der für den Doppeljahrgang geschaffenen Studienplätze auf 65.000 und die Verdoppelung der bayerischen Erstsemesterstudienplätze in den harten NC-Fächern."
Keine Kommentare vorhanden