Welche Schlüsselfähigkeiten brauchen Studierende?

Ein Viertel aller Studierenden bricht das Studium ohne Abschluss ab. Experten aus Universitäten, Wirtschaft und Schule diskutierten heute (23.02.) beim Hochschultag auf der Bildungsmesse didacta, welche Schlüsselfähigkeiten Studierende brauchen und welche Maßnahmen ihre Studierfähigkeit erhöhen könnten.

23.02.2011 Pressemeldung didacta - die Bildungsmesse

Arbeiten wie ein Wissenschaftler, Dinge hinterfragen können, gute sprachliche Fähigkeiten und Selbststeuerung, hielt Birgit Ufermann, Justitiarin vom Deutschen Hochschulverband, für wichtige Voraussetzungen, dass Studierende gut durch das Studium kommen. Doch viele Randbedingungen würden den Übergang von Schule zur Hochschule erschweren. Dazu zählte Ufermann die zahlreichen Spezialisierungen der Studiengänge, die länderspezifischen Unterschiede und die bevorstehenden doppelten Abiturjahrgänge.

Viel Beratung und viele Orientierungsveranstaltungen sind deshalb nötig, dass Schülerinnen und Schüler die für sie richtige Hochschule finden und einen Studiengang wählen können, der ihren Neigungen und Fähigkeiten entspricht. Die Studentin Sophie Wittgenstein wünschte sich mehr Ehrlichkeit von den Hochschulen. "Sie haben bei ihren Veranstaltungen mehr ihre Auslastung im Blick, als zu vermitteln, was sie von Studierenden erwarten", sagte die Germanistikstudentin.

Im Unterschied zur Schule wird an Universitäten selbstständiges wissenschaftliches Arbeiten erwartet. Mit einem "Seminarfach" versuchen Gymnasien in Baden-Württemberg Schülerinnen und Schüler an diese Disziplin heranzuführen. "Man darf sich damit aber nicht in falscher Sicherheit wiegen", sagte Prof. Dr. Horst Thomé, Leiter der Abteilung für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Stuttgart. Er beklagte vor allem den Mangel einen Fundus an Bildung und die Tatsache, dass Studierende längere Texte nicht mehr erfassen und abspeichern könnten. Auch Dr. Horst-Günther Klitzing, stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Philologenverbandes, vermisste den Wert des Grundwissens. Es sei nicht nur wichtig, dass Methoden wie Präsentieren und der Umgang mit Power-Point beherrscht werde, sondern auch fundiertes Fachwissen dürfe nicht vernachlässigt werden.

Strittig blieb ob, zusätzlich zur Abiturnote, auch mit Eingangstests die Studierreife für ein Fach ermittelt werden könnte. Thomé würde lieber mit jedem Studierenden eine halbe Stunde lang ein Gespräch führen. Allerdings sei das angesichts der Vielzahl der Studierenden unmöglich. Der Vertreter der Wirtschaft, Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Leiter der Abteilung Berufsbildung, Zentralverband des Deutschen Handwerks, würde mehr Kompetenzchecks ab der 10. Klasse einführen, damit Schüler ihre Talente selbst besser kennen und damit auch leichter das richtige Studienfach wählen könnten.

Mehr Informationen, Texte und Pressefotos unter www.didacta-stuttgart.de

Ansprechpartner

didacta - die Bildungsmesse
Web: http://www.didacta-koeln.de/didacta/index-2.php

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