Wettbewerbsfähigkeit der Hochschule stärken und Profilbildung ausbauen

Nordrhein-Westfalen geht den nächsten Schritt seiner innovativen Hochschulpolitik: In den kommenden Wochen wird das Ministerium für Wissenschaft und Forschung mit den 26 staatlichen Universitäten und Fachhochschulen des Landes die zweite Runde der Zielvereinbarungen abschließen. Wissenschaftsministerin Hannelore Kraft und der Rektor der RWTH Aachen, Professor Dr. Burkhard Rauhut, unterzeichneten heute (21.01.) in Aachen die Zielvereinbarung der zweiten Generation.

21.01.2005 Pressemeldung Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen

Ministerin Kraft: "Seit 2002 vollziehen wir in Nordrhein-Westfalen konsequent den Wechsel von der Hochschulsteuerung im Detail zur Hochschulkoordinierung. An die Stelle von Erlassen und Einzelentscheidungen treten Absprachen über Ziele und Entwicklungspotentiale jeder Hochschule. Land und Hochschule sind Vertragspartner, die miteinander einen gemeinsamen Weg zum Wohl des Hochschulstandorts Nordrhein-Westfalen festlegen. Im Kern geht es um die Profilbildung der Hochschulen, um die Stärkung ihrer nationalen und internationalen Wettbewerbsfähigkeit."

Auch wenn der Vertrag selbst eine Laufzeit von zwei Jahren hat, reicht der Planungshorizont zur fachlichen Entwicklung der Hochschulen bis zum Jahre 2010. In den Zielvereinbarungen werden unter anderem Profilbereiche vereinbart, in denen die Hochschulen ihre besonderen wissenschaftlichen Stärken entwickeln bzw. konsolidieren.

Damit stellen die Zielvereinbarungen ein wesentliches Element im Hochschulkonzept 2010 dar, das Ministerin Kraft vor einem Jahr als Reformpaket auf den Weg gebracht hat und das darauf abzielt, die Hochschulen zu modernisieren, sie stärker auf den internationalen Wettbewerb einzustellen, Eigenverantwortung zu stärken und nachhaltige Qualitätssicherung auszubauen. Kraft: "Nordrhein-Westfalen ist mit dem Hochschulkonzept 2010 insgesamt ein Reformmotor in Deutschland. Neben der zweiten Runde der Zielvereinbarungen und zunehmender Finanzfreiheit gehen wir seit Anfang dieses Jahres auch mit der Novelle des NRW-Hochschulgesetzes den Weg zu mehr Autonomie bei Personal und Organisation der Hochschulen. Zusammen mit Universitäten und Fachhochschulen gestalten wir in Nordrhein-Westfalen eine zielgerichtete Hochschulpolitik der Zukunft."

Die neuen Verträge schließen an die Zielvereinbarungen an, die das Land erstmals vor drei Jahren abgeschlossen hatte. Die Bilanz der ersten Vertragsrunde falle, so Ministerin Kraft, positiv aus. Es sei gelungen, die Hochschulen auf besondere Leistungsbereiche hin zu orientieren und daraus sichtbare Profile zu entwickeln.

Im Vorfeld der zweiten Zielvereinbarungen hatte das Wissenschaftsministerium landesweit schwächer ausgelastete Fächer einem systematischen Leistungsvergleich unterzogen. In einigen Fällen wurden dabei auch Arbeitsmarktperspektiven der Absolventen einbezogen. Daraus ergaben sich notwendige Anpassungen bei den Universitäten zwischen 10 und 20 Prozent unter anderem in den Lehr- und Forschungsbereichen Bauingenieurwesen, Maschinenbau, Elektrotechnik und Architektur, aber auch Chemie, Physik, Bergbau, Hüttenwesen, Vermessungswesen und Slavistik. Das entspricht einer Größenordnung von 7.500 Diplomstudienplätzen, die die Hochschulen in den nächsten Jahren für den Ausbau attraktiver Studienangebote nutzen können. Diese strukturellen Festlegungen bis 2010 bilden zusammen mit den Profilbereichen den Kern der Verträge.

Die Zielvereinbarung mit der RWTH Aachen sieht vor, dass die Hochschule sich in den nächsten Jahren auf bestimmte Schwerpunkte konzentriert:

  • Die Bereiche aus der ersten Zielvereinbarung "Life Sciences" und "Informatik/ Informationstechnik", das Konzept "Faszination Technik in der Lehrerausbildung" sowie die Internationalisierung der Hochschule werden aufgrund ihres Erfolgs auch künftig weiter entwickelt.

 

  • Die Profilbereiche, die der RWTH Aachen bereits heute ein national und internationales Renommee eingebracht haben - "Energie- und Verfahrenstechnik", "Informatik / Informations- und Kommunikationstechnik", "Materialwissenschaften und Werkstofftechnik", "Mobilität und Verkehr" (Fahrzeug, Schiene, Straße, Luft) sowie "Produktionstechnik" -, werden gestärkt und sollen so auch in Zukunft mit einer Reihe weiterer Kompetenz- und Zukunftsbereiche die herausragende Stellung der Hochschule unterstreichen.

 

  • Um die Spitzenstellung der RWTH Aachen in der Einwerbung von Drittmitteln und Sonderforschungsbereichen weiter zu behaupten und die Bedeutung der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und der Internationalität zu untermauern, wurde die Gründung einer Graduate School for Doctoral Studies - zunächst im Bereich der Ingenieurwissenschaften im Jahr 2005 - vereinbart.

 

  • Für die flächendeckende Umstellung des Studienangebots in die gestufte Studienstruktur von Bachelor-/Master-Studiengängen konnte ein Zeitplan bis zum WS 2007/2008 vereinbart werden. Damit platziert sich die RWTH als große Technische Hochschule in dem Umsetzungsprozess sichtbar in einer Führungsrolle.

Ministerin Kraft: "Mit der heute abgeschlossenen Zielvereinbarung II haben sich mein Haus und die RWTH Aachen auf eine Vielzahl anspruchsvoller Ziele verständigt. Die Hochschule wird damit ihre Spitzenstellung in Deutschland weiter festigen. Ich bin zuversichtlich, dass wir bei Ablauf der Zielvereinbarung II der RWTH Aachen erneut ein großes Kompliment zum Umfang der Zielerreichung machen können."


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