Wettbewerbsfähigkeit der Hochschule stärken und Profilbildung ausbauen

Nordrhein-Westfalen geht den nächsten Schritt seiner innovativen Hochschulpolitik: In diesen Wochen schließt das Ministerium für Wissenschaft und Forschung mit den 26 staatlichen Universitäten und Fachhochschulen des Landes die zweite Runde der Zielvereinbarungen ab. Wissenschaftsstaatssekretär Hartmut Krebs und der Rektor der Fachhochschule Südwestfalen, Professor Dr. Jörg Liese, unterzeichneten heute (03.03.) in Iserlohn die Zielvereinbarung der zweiten Generation.

03.03.2005 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen

Staatssekretär Krebs: "Seit 2002 vollziehen wir in Nordrhein-Westfalen konsequent den Wechsel von der Hochschulsteuerung im Detail zur Hochschulkoordinierung. An die Stelle von Erlassen und Einzelentscheidungen treten Absprachen über Ziele und Entwicklungspotentiale jeder Hochschule. Land und Hochschule sind Vertragspartner, die miteinander einen gemeinsamen Weg zum Wohl des Hochschulstandorts Nordrhein-Westfalen festlegen. Im Kern geht es um die Profilbildung der Hochschulen, um die Stärkung ihrer nationalen und internationalen Wettbewerbsfähigkeit." Auch wenn der Vertrag selbst eine Laufzeit von zwei Jahren hat, reicht der Planungshorizont zur fachlichen Entwicklung der Hochschulen bis zum Jahre 2010. In den Zielvereinbarungen werden unter anderem Profilbereiche vereinbart, in denen die Hochschulen ihre besonderen wissenschaftlichen Stärken entwickeln bzw. konsolidieren.

Damit stellen die Zielvereinbarungen ein wesentliches Element im Hochschulkonzept 2010 dar, das das Wissenschaftsministerium vor einem Jahr als Reformpaket auf den Weg gebracht hat und das darauf abzielt, die Hochschulen zu modernisieren, sie stärker auf den internationalen Wettbewerb einzustellen, Eigenverantwortung zu stärken und nachhaltige Qualitätssicherung auszubauen. Krebs: "Nordrhein-Westfalen ist mit dem Hochschulkonzept 2010 insgesamt ein Reformmotor in Deutschland. Neben der zweiten Runde der Zielvereinbarungen und zunehmender Finanzfreiheit gehen wir seit Anfang dieses Jahres auch mit der Novelle des NRW-Hochschulgesetzes den Weg zu mehr Autonomie bei Personal und Organisation der Hochschulen. Zusammen mit Universitäten und Fachhochschulen gestalten wir in Nordrhein-Westfalen eine zielgerichtete Hochschulpolitik der Zukunft."

Die neuen Verträge schließen an die Zielvereinbarungen an, die das Land erstmals vor drei Jahren abgeschlossen hatte. Die Bilanz der ersten Vertragsrunde falle, so Staatssekretär Krebs, positiv aus. Es sei gelungen, die Hochschulen auf besondere Leistungsbereiche hin zu orientieren und daraus sichtbare Profile zu entwickeln.

Im Vorfeld der zweiten Zielvereinbarungen hatte das Wissenschaftsministerium landesweit schwächer ausgelastete Fächer einem systematischen Leistungsvergleich unterzogen. In einigen Fällen wurden dabei auch Arbeitsmarktperspektiven der Absolventen einbezogen. Daraus ergaben sich notwendige Anpassungen bei den Universitäten zwischen 10 und 20 Prozent unter anderem in den Lehr- und Forschungsbereichen Bauingenieurwesen, Maschinenbau, Elektrotechnik und Architektur, aber auch Chemie, Physik, Bergbau, Hüttenwesen, Vermessungswesen und Slavistik. Das entspricht einer Größenordnung von 7.500 Diplomstudienplätzen, die die Hochschulen in den nächsten Jahren für den Ausbau attraktiver Studienangebote nutzen können. Diese strukturellen Festlegungen bis 2010 bilden zusammen mit den Profilbereichen den Kern der Verträge.

Die Zielvereinbarung mit der Fachhochschule Südwestfalen sieht vor, dass die Hochschule sich in den nächsten Jahren auf bestimmte Schwerpunkte konzentriert:

Als Profilthemen wurden verabredet:

  • Korrosionsschutz (Kompetenzplattform)

 

  • Computer Vision based on Computational Intelligence (Kompetenzplattform)

 

  • Neue Werkstoffe (einschließlich Kunststofftechnik und nanoskaliger Materialien)

 

  • Umwelt- und Energieforschung

 

  • Nachhaltige Landwirtschaft

 

  • Nachhaltige Landwirtschaft

 

  • Supply Chain Management

 

  • Insgesamt orientiert sich die Fachhochschule Südwestfalen an den spezifischen Anforderungen ihrer Region und unterstützt zugleich deren Wandel: In einem Gebiet überdurchschnittlicher Industriedichte mit zahlreichen kleinen und mittelständischen Unternehmen nutzt die FH ihre Lage zu intensiver Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und zur Bildung von Netzwerken mit Kammern, Arbeitgeberverbänden, regionalen Lenkungskreisen und Alumni-Netzwerken.

 

  • Gleichzeitig trägt die Hochschule durch die Einführung von BA/MA-Studiengängen zur stärkeren Internationalisierung der Hochschule selbst, aber auch der Region bei.

 

  • Mit einer Weiterentwicklung der Evaluationsmethoden soll das hochschulinterne Qualitätsmanagement fortgeführt und die Hochschule dadurch auch insgesamt qualitativ weiterentwickelt werden. Die Entwicklung eines Controllingsystems soll hierzu auch die Binnensteuerung optimieren.

 

  • Mit attraktiven Studienplätzen, aber auch einer Verbesserung der spezifischen Arbeitsbedingungen im Mitarbeiterbereich der Verwaltung, sollen Frauen an der FH Südwestfalen noch stärker als bisher gefördert werden.

Staatssekretär Krebs: "Die heute abgeschlossene Zielvereinbarung definiert die Entwicklungs- und Strukturziele samt der internen Steuerung der Hochschule in anspruchsvoller Art und Weise. Die FH Südwestfalen hat nach ihrer Umgründung eine beeindruckende Leistung bei der Integration der Standorte, der Neuordnung und Modularisierung der Studienangebote und der Einführung von BA/MA-Studiengängen gezeigt."


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