Wettbewerbsfähigkeit der Hochschule stärken und Profilbildung ausbauen

Nordrhein-Westfalen geht den nächsten Schritt seiner innovativen Hochschulpolitik: In den kommenden Wochen wird das Ministerium für Wissenschaft und Forschung mit den 26 staatlichen Universitäten und Fachhochschulen des Landes die zweite Runde der Zielvereinbarungen abschließen. Wissenschaftsministerin Hannelore Kraft und der Rektor der Universität Düsseldorf, Professor Dr. Alfons Labisch, unterzeichneten heute (21.02.) in Düsseldorf die Zielvereinbarung der zweiten Generation.

21.02.2005 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen

Ministerin Kraft: "Seit 2002 vollziehen wir in Nordrhein-Westfalen konsequent den Wechsel von der Hochschulsteuerung im Detail zur Hochschulkoordinierung. An die Stelle von Erlassen und Einzelentscheidungen treten Absprachen über Ziele und Entwicklungspotentiale jeder Hochschule. Land und Hochschule sind Vertragspartner, die miteinander einen gemeinsamen Weg zum Wohl des Hochschulstandorts Nordrhein-Westfalen festlegen. Im Kern geht es um die Profilbildung der Hochschulen, um die Stärkung ihrer nationalen und internationalen Wettbewerbsfähigkeit." Auch wenn der Vertrag selbst eine Laufzeit von zwei Jahren hat, reicht der Planungshorizont zur fachlichen Entwicklung der Hochschulen bis zum Jahre 2010. In den Zielvereinbarungen werden unter anderem Profilbereiche vereinbart, in denen die Hochschulen ihre besonderen wissenschaftlichen Stärken entwickeln bzw. konsolidieren.

Damit stellen die Zielvereinbarungen ein wesentliches Element im Hochschulkonzept 2010 dar, das Ministerin Kraft vor einem Jahr als Reformpaket auf den Weg gebracht hat und das darauf abzielt, die Hochschulen zu modernisieren, sie stärker auf den internationalen Wettbewerb einzustellen, Eigenverantwortung zu stärken und nachhaltige Qualitätssicherung auszubauen. Kraft: "Nordrhein-Westfalen ist mit dem Hochschulkonzept 2010 insgesamt ein Reformmotor in Deutschland. Neben der zweiten Runde der Zielvereinbarungen und zunehmender Finanzfreiheit gehen wir seit Anfang dieses Jahres auch mit der Novelle des NRW-Hochschulgesetzes den Weg zu mehr Autonomie bei Personal und Organisation der Hochschulen. Zusammen mit Universitäten und Fachhochschulen gestalten wir in Nordrhein-Westfalen eine zielgerichtete Hochschulpolitik der Zukunft." Die neuen Verträge schließen an die Zielvereinbarungen an, die das Land erstmals vor drei Jahren abgeschlossen hatte. Die Bilanz der ersten Vertragsrunde falle, so Ministerin Kraft, positiv aus. Es sei gelungen, die Hochschulen auf besondere Leistungsbereiche hin zu orientieren und daraus sichtbare Profile zu entwickeln.

Im Vorfeld der zweiten Zielvereinbarungen hatte das Wissenschaftsministerium landesweit schwächer ausgelastete Fächer einem systematischen Leistungsvergleich unterzogen. In einigen Fällen wurden dabei auch Arbeitsmarktperspektiven der Absolventen einbezogen. Daraus ergaben sich notwendige Anpassungen bei den Universitäten zwischen 10 und 20 Prozent unter anderem in den Lehr- und Forschungsbereichen Bauingenieurwesen, Maschinenbau, Elektrotechnik und Architektur, aber auch Chemie, Physik, Bergbau, Hüttenwesen, Vermessungswesen und Slavistik. Das entspricht einer Größenordnung von 7.500 Diplomstudienplätzen, die die Hochschulen in den nächsten Jahren für den Ausbau attraktiver Studienangebote nutzen können. Diese strukturellen Festlegungen bis 2010 bilden zusammen mit den Profilbereichen den Kern der Verträge.

Die Zielvereinbarung mit der Universität Düsseldorf sieht vor, dass die Hochschule sich in den nächsten Jahren auf folgende Schwerpunkte konzentriert:

  • Die historisch gewachsene Forschungsstärke der Universität Düsseldorf liegt in der Medizin und den angrenzenden naturwissenschaftlichen Fächern, insbesondere Biologie und Physik. Vordringliches Ziel der Universität für die nächsten zwei Jahre ist es, die Forschungsansätze der Medizinischen und der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät in einem gemeinsamen Exzellenzcluster zu bündeln. Das verbindende Forschungsinteresse aller beteiligten Fächer wird zukünftig unter dem Thema "Differenzierung und Erhaltung von Organ- und Systemfunktionalität" koordiniert und strukturiert werden.

 

  • Wichtigster externer Kooperationspartner der beiden Fakultäten ist das Forschungszentrum Jülich, mit dem die Medizin und die naturwissenschaftlichen Fächer der Hochschule bereits heute insgesamt 13 Professoren gemeinsam berufen haben.

 

  • Neben der Strukturierung dieses zentralen Forschungsclusters wird die Universität in den beiden nächsten Jahren die mit der ersten Zielvereinbarung im Jahre 2004 eingeleitete Umstrukturierung der Philosophischen Fakultät fortsetzen und die auf den Wirtschafts- und Finanzstandort Düsseldorf ausgerichteten Studien- und Weiterbildungsangebote der Wirtschaftswissenschaftlichen und der Juristischen Fakultät weiter ausbauen.

 

  • Die Universität ist in ein Netz von Kooperationsbeziehungen eingebunden. Sie wird diese Kooperationen pflegen und verstetigen. Neben dem Forschungszentrum Jülich als herausragendem Partner beim Aufbau des Exzellenzclusters "Differenzierung und Erhaltung von Organ- und Systemfunktionalität" soll insbesondere die Zusammenarbeit mit den anderen Hochschulen am Standort Düsseldorf, den außeruniversitären Forschungseinrichtungen der Region und den regionalen Wirtschafts- und Kultureinrichtungen und der Stadt Düsseldorf intensiviert werden.

 

  • Die Universität Düsseldorf hat sich in den zurückliegenden Jahrzehnten exzellente Beziehungen zu israelischen Organisationen und Einrichtungen erarbeitet. Sie wird deshalb zukünftig für das Ministerium und die Hochschulen des Landes eine koordinierende und beratende Funktion für die Erweiterung und Vertiefung der Zusammenarbeit mit Israel übernehmen.

Ministerin Kraft: "Mit der heute abgeschlossenen Zielvereinbarung setzt die Universität Düsseldorf den Umstrukturierungsprozess konsequent fort, den sie mit der Unterzeichnung der ersten Zielvereinbarung im Jahre 2002 eingeleitet hat."


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