Wettbewerbsfähigkeit der Hochschule stärken und Profilbildung ausbauen

Nordrhein-Westfalen geht den nächsten Schritt seiner innovativen Hochschulpolitik: In den kommenden Wochen wird das Ministerium für Wissenschaft und Forschung mit den 26 staatlichen Universitäten und Fachhochschulen des Landes die zweite Runde der Zielvereinbarungen abschließen. Wissenschaftsstaatssekretär Hartmut Krebs und der Rektor der Universität Paderborn, Professor Nikolaus Risch, unterzeichneten heute (03.02.) in Paderborn die Zielvereinbarung der zweiten Generation.

03.02.2005 Pressemeldung Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen

Staatssekretär Krebs: "Seit 2002 vollziehen wir in Nordrhein-Westfalen konsequent den Wechsel von der Hochschulsteuerung im Detail zur Hochschulkoordinierung. An die Stelle von Erlassen und Einzelentscheidungen treten Absprachen über Ziele und Entwicklungspotentiale jeder Hochschule. Land und Hochschule sind Vertragspartner, die miteinander einen gemeinsamen Weg zum Wohl des Hochschulstandorts Nordrhein-Westfalen festlegen. Im Kern geht es um die Profilbildung der Hochschulen, um die Stärkung ihrer nationalen und internationalen Wettbewerbsfähigkeit."

Auch wenn der Vertrag selbst eine Laufzeit von zwei Jahren hat, reicht der Planungshorizont zur fachlichen Entwicklung der Hochschulen bis zum Jahre 2010. In den Zielvereinbarungen werden unter anderem Profilbereiche vereinbart, in denen die Hochschulen ihre besonderen wissenschaftlichen Stärken entwickeln bzw. konsolidieren.

Damit stellen die Zielvereinbarungen ein wesentliches Element im Hochschulkonzept 2010 dar, das das Wissenschaftsministerium vor einem Jahr als Reformpaket auf den Weg gebracht hat und das darauf abzielt, die Hochschulen zu modernisieren, sie stärker auf den internationalen Wettbewerb einzustellen, Eigenverantwortung zu stärken und nachhaltige Qualitätssicherung auszubauen. Krebs: "Nordrhein-Westfalen ist mit dem Hochschulkonzept 2010 insgesamt ein Reformmotor in Deutschland. Neben der zweiten Runde der Zielvereinbarungen und zunehmender Finanzfreiheit gehen wir seit Anfang dieses Jahres auch mit der Novelle des NRW-Hochschulgesetzes den Weg zu mehr Autonomie bei Personal und Organisation der Hochschulen. Zusammen mit Universitäten und Fachhochschulen gestalten wir in Nordrhein-Westfalen eine zielgerichtete Hochschulpolitik der Zukunft."

Die neuen Verträge schließen an die Zielvereinbarungen an, die das Land erstmals vor drei Jahren abgeschlossen hatte. Die Bilanz der ersten Vertragsrunde falle, so Staatssekretär Krebs, positiv aus. Es sei gelungen, die Hochschulen auf besondere Leistungsbereiche hin zu orientieren und daraus sichtbare Profile zu entwickeln.

Im Vorfeld der zweiten Zielvereinbarungen hatte das Wissenschaftsministerium landesweit schwächer ausgelastete Fächer einem systematischen Leistungsvergleich unterzogen. In einigen Fällen wurden dabei auch Arbeitsmarktperspektiven der Absolventen einbezogen. Daraus ergaben sich notwendige Anpassungen bei den Universitäten zwischen 10 und 20 Prozent unter anderem in den Lehr- und Forschungsbereichen Bauingenieurwesen, Maschinenbau, Elektrotechnik und Architektur, aber auch Chemie, Physik, Bergbau, Hüttenwesen, Vermessungswesen und Slavistik. Das entspricht einer Größenordnung von 7.500 Diplomstudienplätzen, die die Hochschulen in den nächsten Jahren für den Ausbau attraktiver Studienangebote nutzen können. Diese strukturellen Festlegungen bis 2010 bilden zusammen mit den Profilbereichen den Kern der Verträge.

Die Zielvereinbarung mit der Universität Paderborn als "Universität der Informationsgesellschaft" sieht vor allem eine Stärkung des Profilbereichs "Informatik mit ihren Verflechtungen zu den Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie den Wirtschaftswissenschaften" vor. Hierzu wird sich die Hochschule in den nächsten Jahren auf folgende Schwerpunkte konzentrieren:

  • Das "Institut für Industriemathematik und Wissenschaftliches Rechnen" (IFIM) soll neue mathematische Technologien im Bereich des wissenschaftlichen Rechnens entwickeln und damit für den Wissenschafts- und Industriestandort Nordrhein-Westfalen einen exzellenten Ruf und einen technologischen Vorsprung erzielen.

 

  • Im Kompetenzzentrum "Verteilte Visualisierung & Simulation" (VISIM) sollen die in den Ingenieurwissenschaften und der Informatik vorhandenen Kompetenzen in den Bereichen verteilte Visualisierung-, Rendering- und Simulationsverfahren zusammengeführt werden. Damit soll eine leistungsfähige Infrastruktur für die Erforschung und Weiterentwicklung moderner Produkt- und Prozessentwicklungsmethoden geschaffen werden.

 

  • Der national und international bereits anerkannte Forschungsschwerpunkt in der Softwaretechnik soll weiter verstärkt werden. Dazu soll mit Hilfe eines Software Quality-Labors (S-LAB) ein Institut zum Kompetenz- und Technologietransfer aufgebaut werden, in dem industrielle Partner mit Forschungsgruppen der Universität zusammenarbeiten.

 

  • Auf Basis des erfolgreichen "Advanced System Engineering Center" (ASEC) soll das Anwenderzentrum "System Integration Design Center" gegründet werden, das gemeinsam mit der Fraunhofer-Gesellschaft zu mehr Innovation und Beschäftigung beitragen soll.

Staatssekretär Krebs: "Ich bin überzeugt, dass der Universität Paderborn mit dem Erreichen dieser Ziele ein überzeugendes Beispiel für interdisziplinäre Wissenschaft und innovative Forschung gelingen wird. Dieses Profil begründet eine ausgezeichnete Perspektive, die es zukünftig weiter auszubauen gilt."


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