Bayern

Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch zieht positive Bilanz für das Studienjahr 2012

Der bayerische Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch zog heute eine positive Bilanz des Studienjahrs 2012. "Rund 64.000 Studienanfängerinnen und -anfänger haben in diesem Wintersemester im Freistaat ihr Studium begonnen. Insgesamt sind im Studienjahr 2012 71.222 Studienanfänger an den bayerischen Hochschulen zu verzeichnen. Dies sind rund 17 Prozent weniger als im Jahr des doppelten Abiturjahrgangs, aber ein Zuwachs von rund 10 Prozent im Vergleich zum Jahr 2010."

12.10.2012 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Heubisch betonte: "Im Jahr des doppelten Abiturjahrgangs lagen die Zahlen leicht über unseren Erwartungen, 2012 leicht darunter – in der Summe beider Jahre hat sich das erwartete Studierverhalten bestätigt." Das zeigt sich auch bei den Gesamtstudierendenzahlen. Insgesamt gibt es einen Anstieg um 11.647 Studierende, also 3,6 Prozent mehr als im Wintersemester 2011/2012 beziehungsweise 15,5 Prozent mehr als im Wintersemester 2010/2011.

Heubisch weiter: "Wir – und damit meine ich insbesondere unsere staatlichen Hochschulen, für deren Anstrengungen und konstruktive Mitarbeit ich mich aufrichtig bedanken möchte – haben mit dem kontinuierlichen Ausbau an allen Hochschulstandorten die richtigen Schwerpunkte gesetzt und den doppelten Abiturjahrgang erfolgreich gemeistert. Die Zahlen des Statistischen Landesamtes bestätigen uns in unseren Vorausberechnungen und in unserer Politik. Wir haben immer gesagt: Die Studienanfängerzahlen werden nicht so schnell wieder sinken. Darum haben wir unsere Ausbauplanung frühzeitig begonnen, langfristig angelegt und nachhaltig gestaltet."

Bei den Bemühungen gehe es aber vor allen Dingen darum, den Studierenden ein gutes und qualitativ hochwertiges Studium zu ermöglichen. "Wir wollen", so der bayerische Wissenschaftsminister, "in Bayern gerade in der Lehre Hervorragendes leisten. Der Wettbewerb zwischen den einzelnen Hochschulen hat dabei zur Entwicklung teils sehr innovativer Konzepte und Projekte geführt. Dazu hat mit Sicherheit auch die Hochschulautonomie beigetragen." Beispielhaft nannte Heubisch die Maßnahmen gerade in den MINT-Fächern. "In Bayern steigen die Studierendenzahlen in den MINT-Fächern überdurchschnittlich – sie liegen je nach Fach drei bis sechs Prozent höher als die bundesweiten Zahlen. Dennoch ist das Potential noch lange nicht ausgeschöpft und wir müssen die Begeisterung für Naturwissenschaften und Technik bei den jungen Menschen weiter steigern", so Heubisch.

Zur Verbesserung der Lehre kann in einzelnen Fachbereichen auch ein Semester Generale beitragen. "Ich halte es für ungemein wichtig, jungen Studierenden einen Überblick über verschiedene Studieninhalte oder Schlüsselqualifikationen eines Fachbereichs vor beziehungsweise am Anfang ihres Studiums zu geben. Mein Vorschlag eines Semesters Generale ist dabei nicht als Kritik am G8 zu verstehen. Auch soll die Regelstudienzeit nicht durch ein zusätzliches Semester verlängert werden. Ich möchte die Hochschulen ermutigen, die Idee eines Semesters Generale zu prüfen und dort wo es sinnvoll ist, im Rahmen der bestehenden gesetzlichen Regelungen umzusetzen. Das kann den Studierenden helfen, ihre Lücken zu identifizieren, ihre persönlichen Neigungen zu präzisieren und ihre Persönlichkeitsbildung zu stärken."

Heubisch verwies aber auch auf die finanzielle Situation an den Hochschulen. "Die größten Defizite im deutschen Wissenschaftssystem liegen derzeit in einer unzureichenden finanziellen Grundausstattung unserer Hochschulen. Mit einer Lockerung des Kooperationsverbots in Artikel 91b hätten wir die Möglichkeit, nicht nur Projekte sondern auch Institutionen im Bereich der Hochschulen zu fördern – wie auch vom Wissenschaftsrat und den Hochschulen selbst gefordert. Falls wir diese Grundgesetzänderung auf Bundesebene nicht durchsetzen können, sollten die Länder in alleiniger Verantwortung zu einer Schließung der Lücke beitragen. Wir brauchen Wissenschaftseinrichtungen, die nicht nur im nationalen Vergleich, sondern in internationalen Rankings Spitzenpositionen einnehmen. Das ist sowohl für die Zukunft unseres Wissenschafts- und Forschungsstandorts als auch für unsere wirtschaftliche Entwicklung von entscheidender Bedeutung", so Heubisch abschließend.


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