Wissenschaftsministerin will Koordinierungsstelle für Gleichstellungsbeauftragte

"Es geht darum bessere Rahmenbedingungen für Frauen auf allen wissenschaftlichen Ebenen in Forschung und Lehre zu schaffen, um strukturelle Nachteile für aufstrebende Wissenschaftlerinnen auszugleichen", so Sachsens Wissenschaftsministerin Dr. Eva- Maria Stange heute im Anschluss an ein Gespräch mit den sächsischen Hochschulen. Man habe sich mit den Vertretern der Hochschulen darauf verständigt, im kommenden Jahr einen sogenannten Genderbericht für Sachsens Hochschulen auf den Weg zu bringen.

21.10.2008 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus

"Unter Gleichstellungsgesichtspunkten soll dabei unter anderem die Situation von Studierenden in verschiedenen Fachbereichen, Nachwuchswissenschaftlern, Professorinnen sowie Mitgliedern in Gremien wie Berufungsskommissionen und Hochschulleitungen untersucht werden", so Ministerin Dr. Stange. "Sachsen hat einen großen Vorsprung gegenüber den alten Bundesländern aufgrund einer gute Betreuungssituation, die die Vereinbarkeit von Familie und Karriere befördert. Dennoch brechen zu viele gut qualifizierte junge Frauen ihre wissenschaftliche Laufbahn nach der Promotion (Doktorarbeit) ab und nur wenige erreichen eine Professur."

Darüber hinaus soll, so Ministerin Dr. Stange, an Sachsens Hochschulen eine Koordinierungsstelle für Gleichstellungsbeauftragte geschaffen werden. Diese Koordinierungsstelle werde an einer sächsischen Hochschule angesiedelt sein. Sachsen habe aufgrund seiner Schwerpunktsetzung im naturwissenschaftlich-technischen-ingenieurwissenschaftlichen Bereich eine besondere Spezifik, die auch bei der Gleichstellung besonderer Konzepte bedürfe. Dabei gehe es darum, mehr Frauen und Mädchen für die sogenannten MINT Fächer zu gewinnen aber auch ihren Anteil in Dekanaten und Hochschulleitungen zu erhöhen. Zum Jahresbeginn 2009 sei ein weiteres Treffen mit den Hochschulleitungen geplant, kündigte die Ministerin an.

Hintergrund für das Treffen mit den Hochschulleitungen und Gleichstellungsbeauftragten der Hochschulen war das schlechte Abschneiden Sachsens beim Professorinnenprogramm, einem Gemeinschaftsprogramm des Bundes und der Länder. Ziel dieses Programmes ist es, die Anzahl von Professorinnen in Forschung und Lehre zu erhöhen. In der ersten Runde des Wettbewerbes war Sachsen als einziges von 16 Bundesländern leer ausgegangen. In der derzeit laufenden zweiten Runde können Sachsens Hochschulen bis zum 2. März nun erneut ihre Gleichstellungskonzepte einreichen.

Das Programm unterstützt die Gleichstellungsbemühungen der Hochschulen mit jährlich maximal 150 000 Euro pro Professur – hälftig finanziert von Bund und Ländern.

In Sachsen waren im Jahr 2007 lediglich 15,8 Prozent der Professuren mit Wissenschaftlerinnen besetzt.


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