Wissenschaftsministerium gibt 560.000 Euro für Modellprojekte zur Verbesserung der Lehre an den Hochschulen

Mit insgesamt zehn neuen Modellprojekten, die im Rahmen des seit 1999 bestehenden "Bündnisses für Lehre" mit 560.000 Euro gefördert werden, will das Wissenschaftsministerium die Verbesserung der akademischen Lehre voranbringen. "Dabei geht es mir nicht nur um mehr Qualität, sondern auch um mehr Effizienz bei der Vermittlung des Lehrstoffes durch die Hochschullehrer", erklärte Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg am 1. September.

01.09.2004 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Bei der jetzt entschiedenen Förderrunde 2004 geht es um die Programme "Innovative Projekte in der Lehre" und "Modularisierung von Lehrinhalten". Beide weisen, nach Entscheidung der Jury aus fünf Hochschullehrern und zwei Vertretern der Wirtschaft, jeweils fünf neu geförderte Projekte aus. Sie werden vom Ministerium mit 417.000 Euro - für die "Innovativen Projekte" - bzw. 146.000 Euro - für das Programm "Modularisierung" - über die kommenden zwei bis drei Jahre gefördert. Die Hochschulen beteiligen sich daran mit insgesamt rund 490.000 Euro, so dass das gesamte Fördervolumen über eine Million Euro beträgt. Für das Programm "Innovative Projekte" gingen 14 Anträge von sieben Universitäten (davon drei Verlängerungsanträge) ein, für das Programm "Modularisierung" sieben Anträge von vier Universitäten.

Das im Oktober 2003 zum vierten Mal ausgeschriebene Programm "Innovative Projekte in der Lehre" will zum einen Maßnahmen zur Steigerung der Berufsfähigkeit und zum anderen besonders innovative Lehrformen fördern. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der stärkeren Praxisausrichtung des Studienangebots im Bereich der gestuften Studiengänge Bachelor und Master. Den Universitäten wird durch die Förderung zugleich die Möglichkeit eröffnet, ein besonders innovatives und für die Lehre bedeutsames Lehrprojekt zu realisieren. Dabei wird neben neuen Lehrmethoden und -formen Wert gelegt auf die Einhaltung der Regelstudienzeiten und die Stärkung der Qualität der Lehre.

Zum Beispiel erhält die Universität Freiburg - bei entsprechender Eigenbeteiligung - vom Ministerium für das Projekt "Skandinavistik " knapp 55.000 Euro, um die Lehr- und Forschungskompetenzen der Universitäten Basel, Freiburg, Straßburg und Tübingen auf dem Gebiet der Skandinavistik zu bündeln und diversifiziert zu profilieren. Auf allen Ebenen der gestuften Studiengänge (BA, MA, Promotion) wird dabei das Lehrangebot durch den Einsatz medial gestützter Formen der Fernlehre zusammengeführt und verbessert. "Dies hilft die Zukunftsfähigkeit institutionell kleiner Fächer zu sichern", erklärte dazu Minister Frankenberg.

Für das Programm "Modularisierung", das ebenfall Ende 2003 ausgeschrieben wurde, haben sich Ministerium und Universitäten auf folgende inhaltliche Leitlinien für diese zweite Antragsrunde geeinigt: Die Universitäten oder einzelne Fakultäten sollen vor allem im Hinblick auf die Einführung von Bachelor- und Master-Studien-gängen strukturell vergleichbare Module entwickeln, die, in Verbindung mit Leistungspunktesystemen, interdisziplinär in verschiedenen Fächern oder Studiengängen verwendbar sind. Die modulare Studienstruktur soll insbesondere der inhaltlichen Straffung bestehender und der Entwicklung neuer flexibler Studiengänge dienen. Ein besonderer Schwerpunkt ist im Bereich der "Schlüsselqualifikationen" zu setzen. So wird etwa an der Universität Stuttgart das Projekt: "ModKey" mit 115.000 Euro vom Ministerium gefördert. Ziel des Projekts ist die Realisierung von Lehr- und Lerninhalten nach dem Blended Learning Konzept, um berufsbefähigende Schlüsselqualifikationen in technischen BA-/MA-Studiengängen zu vermitteln. Zur Einbindung praxisnaher und fachspezifischer Beispiele soll im Rahmen des Projekts ein technisches Konzept entwickelt und dabei auch ein Software-Werkzeug einbezogen werden.

Die Finanzierung dieser Modellprojekte im Rahmen des "Bündnisses für Lehre" erfolgt aus Mitteln der Langzeitstudiengebühren (Programm "Modularisierung") sowie aus Haushaltsmitten. Die Einnahmen aus Langzeitstudiengebühren, die den Hochschulen komplett zugute kommen, belaufen sich auf jährlich rund acht Mio. Euro. Auf die Universitäten entfallen Mittel in Höhe von rund 4,6 Mio. Euro. Sie werden eingesetzt zum Beispiel für Tutorien, Mentorenprogramme sowie für die Förderung der Hochschuldidaktik.


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