Wissenschaftsrat empfiehlt Aufnahme des Internationalen Getränkewissenschaftlichen Zentrums der Technischen Universität München und des Zentrums für Angewandte Zellforschung der Universität München in die gemeinsame Förderung von Bund und Ländern

Wissenschaftsminister Thomas Goppel hat die Empfehlung des Wissenschaftsrats an die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) begrüßt, das Internationale Getränkewissenschaftliche Zentrum (iGZW) der Technischen Universität München in Weihenstephan und das Zentrum für Angewandte Zellforschung der Ludwig-Maximilians-Universität München in Martinsried-Großhadern als Forschungsvorhaben von herausragender überregionaler Bedeutung in die gemeinsame Förderung von Bund und Ländern nach Art. 91 b Grundgesetz aufzunehmen.

04.07.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Goppel: "Beide Forschungsvorhaben sind Leuchtturmprojekte in der bayerischen Forschungslandschaft. Mit ihren breiten und innovativen Forschungsansätzen dienen sie der Entwicklung weiterer herausragender Alleinstellungsmerkmale der beiden Universitäten". Die förderfähigen Gesamtkosten betragen für das Forschungsvorhaben der Technischen Universität München rund 25 Mio. € (davon 2,9 Mio. € für Ersteinrichtung) und für das Forschungsvorhaben der Universität München rund 98,6 Mio. € (davon rund 15 Mio. € für Ersteinrichtung), die von Bund und dem Freistaat Bayern jeweils zur Hälfte übernommen würden.
Über die Aufnahme in die Förderung entscheidet die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz voraussichtlich im Herbst 2008.

Das Internationale Getränkewissenschaftliche Zentrum Weihenstephan wird sich als erster deutscher Standort mit dem gesamten Spektrum moderner Getränketechnologie befassen, das von den molekularbiologischen Grundlagen bis hin zur technologischen Realisierung neuer Produkte reicht. Der Campus Weihenstephan mit seiner schon vorhandenen Kompetenz auf den Gebieten der Lebensmittelchemie, der Ernährungs- und Lebensmittelforschung, der Ernährungsmedizin und der Biowissenschaften bietet hierfür ein ideales Umfeld. Starke Kooperationspartner sind auch das Forschungszentrum für Brau- und Lebensmittelqualität und die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan.

Das Zellzentrum der Universität München soll als eigenständiger Forschungsbau des von der Bayerischen Staatsregierung im Rahmen des Programms Bayern 2020 angekündigten Biomedizinischen Zentrums (BMC) auf dem Campus Martinsried-Großhadern errichtet werden. Im Fokus des Zellzentrums steht die therapeutische Nutzbarmachung von Kenntnissen zellulärer Funktionsabläufe. Viele nicht oder nicht ausreichend therapierbare Volkskrankheiten wie etwa Demenzen sind auf Änderungen in Zellprogrammen zurückzuführen. Der neue Forschungsbau soll Arbeitsgruppen aus Molekularbiologie, Zellbiologie, Biochemie, Physiologie, Physiologische Genomik und Klinische Neuroimmunologie die konzentrierte Arbeit an dieser Forschungsthematik ermöglichen. Die in dieser Form neuartige Vernetzung zwischen Vorklinik und Klinik soll zu einem schnellen Transfer der Forschungsergebnisse in Anwendungen und zu einer zunehmend anwendungsbezogenen Zellforschung führen.

Mit der Föderalismusreform wurde die Gemeinschaftsaufgabe Hochschulbau zum Ende des Jahres 2006 abgeschafft und der allgemeine Hochschulbau in die alleinige Zuständigkeit der Länder überführt. Mit der gleichzeitig eingeführten Finanzierung von Forschungsbauten und Großgeräten sollen die investiven Voraussetzungen der deutschen Hochschulen für eine erfolgreiche Teilnahme am nationalen und internationalen Wettbewerb in der Forschung verbessert werden. Die Fördermittel werden je zur Hälfte von Bund und Ländern getragen, die jährlich jeweils insgesamt 298 Millionen Euro bereitstellen werden; davon sind je 85 Millionen Euro für Großgeräte für die Forschung vorgesehen. Förderungsfähige Investitionsvorhaben müssen sich durch herausragende wissenschaftliche Qualität und nationale Bedeutung auszeichnen. Gefördert werden können Bauten an Hochschulen mit Investitionskosten von mehr als 5 Millionen Euro, deren Infrastruktur weit überwiegend der Forschung dient. Die Förderung schließt die Ausstattung der Forschungsbauten mit Großgeräten ein.


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