Wissenschaftsstaatssekretär Krebs unterzeichnet neue Zielvereinbarung mit Fachhochschule Köln

Das Ministerium für Wissenschaft und Forschung teilt mit: Nordrhein-Westfalen geht den nächsten Schritt seiner innovativen Hochschulpolitik: In diesen Wochen schließt das Ministerium für Wissenschaft und Forschung mit den 26 staatlichen Universitäten und Fachhochschulen des Landes die zweite Runde der Zielvereinbarungen ab. Wissenschafts-staatssekretär Hartmut Krebs und der Rektor der Fachhochschule Köln, Professor Dr. Joachim Metzner, unterzeichneten heute (14.03.) in Köln die Zielvereinbarung der zweiten Generation.

14.03.2005 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen

Staatssekretär Krebs: "Seit 2002 vollziehen wir in Nordrhein-Westfalen konsequent den Wechsel von der Hochschulsteuerung im Detail zur Hochschulkoordinierung. An die Stelle von Erlassen und Einzelentscheidungen treten Absprachen über Ziele und Entwicklungspotentiale jeder Hochschule. Land und Hochschule sind Vertragspartner, die miteinander einen gemeinsamen Weg zum Wohl des Hochschulstandorts Nordrhein-Westfalen festlegen. Im Kern geht es um die Profilbildung der Hochschulen, um die Stärkung ihrer nationalen und internationalen Wettbewerbsfähigkeit." Auch wenn der Vertrag selbst eine Laufzeit von zwei Jahren hat, reicht der Planungshorizont zur fachlichen Entwicklung der Hochschulen bis zum Jahre 2010. In den Zielvereinbarungen werden unter anderem Profilbereiche vereinbart, in denen die Hochschulen ihre besonderen wissenschaftlichen Stärken entwickeln bzw. konsolidieren.

Damit stellen die Zielvereinbarungen ein wesentliches Element im Hochschulkonzept 2010 dar, das das Wissenschaftsministerium vor einem Jahr als Reformpaket auf den Weg gebracht hat und das darauf abzielt, die Hochschulen zu modernisieren, sie stärker auf den internationalen Wettbewerb einzustellen, Eigenverantwortung zu stärken und nachhaltige Qualitätssicherung auszubauen. Krebs: "Nordrhein-Westfalen ist mit dem Hochschulkonzept 2010 insgesamt ein Reformmotor in Deutschland. Neben der zweiten Runde der Zielvereinbarungen und zunehmender Finanzfreiheit gehen wir seit Anfang dieses Jahres auch mit der Novelle des NRW-Hochschulgesetzes den Weg zu mehr Autonomie bei Personal und Organisation der Hochschulen. Zusammen mit Universitäten und Fachhochschulen gestalten wir in Nordrhein-Westfalen eine zielgerichtete Hochschulpolitik der Zukunft."

Die neuen Verträge schließen an die Zielvereinbarungen an, die das Land erstmals vor drei Jahren abgeschlossen hatte. Die Bilanz der ersten Vertragsrunde falle, so Staatssekretär Krebs, positiv aus. Es sei gelungen, die Hochschulen auf besondere Leistungsbereiche hin zu orientieren und daraus sichtbare Profile zu entwickeln.

Im Vorfeld der zweiten Zielvereinbarungen hatte das Wissenschaftsministerium landesweit schwächer ausgelastete Fächer einem systematischen Leistungsvergleich unterzogen. In einigen Fällen wurden dabei auch Arbeitsmarktperspektiven der Absolventen einbezogen. Daraus ergaben sich notwendige Anpassungen bei den Fachhochschulen zwischen 10 und 25 Prozent, unter anderem in den Lehr- und Forschungsbereichen Architektur, Chemieingenieurwesen/Chemie und Maschinenbau. Das entspricht einer Größenordnung von 3.164 Diplomstudienplätzen, die die Hochschulen in den nächsten Jahren für den Ausbau attraktiver Studienangebote nutzen können. Diese strukturellen Festlegungen bis 2010 bilden zusammen mit den Profilbereichen den Kern der Verträge.

Die Zielvereinbarung mit der Fachhochschule Köln sieht vor, dass die Hochschule sich in den nächsten Jahren auf bestimmte Schwerpunkte konzentriert.

  • Als Profilbereiche wurden vereinbart:

o Kompetenzplattform Migration/Interkulturelle Bildung und Organisationsentwicklung
o Medizintechnik
o Informationstechnologie und virtuelle Welten
o Fahrzeugsystementwicklung
o Tropen- und Umwelttechnologie, umweltgerechte Anlagen
o Information und Wissensmanagement
o Baudenkmalpflege und Restaurierung
o "Banking and Finance" / Versicherungswirtschaft
o Dienstleistungen im gesellschaftlichen Wandel

  • Die interdisziplinäre und hochschulexterne Verflechtung der über 300 Forschungs-, Entwicklungs- und Drittmittelprojekte der Hochschule soll zukünftig - insbesondere durch die Bildung weiterer Kompetenzplattformen (Forschungszentren) - gefördert werden.

 

  • Die Fachhochschule Köln wird ihre Kooperationen mit den Hochschulen der Region weiter verstärken: Der unter ihrer Initiative gemeinsam mit der Stadt Köln und der IHK zu Köln gegründeten Kölner Wissenschaftsrunde gehören inzwischen alle akademischen Bildungseinrichtungen am Standtort Köln an. Unter ihrem Vorsitz wird die FH Köln hier das Kölner Wissenschaftsportal ausbauen. Mit einer Medienplattform wird mit den Kölner Hochschulen eine gemeinsame Nutzung medienbezogener Studienangebote angestrebt.

 

  • Auf Grundlage der über 50 Partnerschaften mit ausländischen Hochschulen in über 25 Ländern und einem Anteil internationaler Studierender von über 16 Prozent will sich die Fachhochschule in den nächsten Jahren als Internationale Hochschule etablieren. Hierzu sollen die Studienangebote auf die internationalen BA/MA-Abschlüsse umgestellt, globale Partnerschaften gegründet sowie die Mobilität von Lehr- und Lernenden verbessert werden.

 

  • Um den Anteil an Professorinnen in den technischen Studiengängen und insgesamt an weiblichem wissenschaftlichen Nachwuchs zu erhöhen, will die Fachhochschule Köln in Kooperation mit einer Universität ein Graduiertenkolleg errichten. Außerdem sollen hierzu entsprechend des Lise-Meitner-Programms Qualifizierungsstellen für Wissenschaftlerinnen eingerichtet und die entstehende Alumni-Organisation genutzt werden.

Staatssekretär Krebs: "Mit der heute abgeschlossenen Zielvereinbarung geht die Fachhochschule Köln den ambitionierten Weg, den sie mit der Umsetzung der Vorhaben aus der ersten Zielvereinbarungsrunde erfolgreichen eingeschlagen hat, konsequent weiter. Er führt zu einer starken internationalen Profilierung, fest eingebunden in die regionale Struktur."


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