Wissenschaftsstaatssekretär Krebs unterzeichnet neue Zielvereinbarung mit Fachhochschule Münster

Nordrhein-Westfalen geht den nächsten Schritt seiner innovativen Hochschulpolitik: In diesen Wochen schließt das Ministerium für Wissenschaft und Forschung mit den 26 staatlichen Universitäten und Fachhochschulen des Landes die zweite Runde der Zielvereinbarungen ab. Wissenschaftsstaats-sekretär Hartmut Krebs und der Rektor der Fachhochschule Münster, Professor Dr. Klaus Niederdrenk, unterzeichneten heute (21.03.) in Münster die Zielvereinbarung der zweiten Generation.

21.03.2005 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen

Staatssekretär Krebs: "Seit 2002 vollziehen wir in Nordrhein-Westfalen konsequent den Wechsel von der Hochschulsteuerung im Detail zur Hochschulkoordinierung. An die Stelle von Erlassen und Einzelentscheidungen treten Absprachen über Ziele und Entwicklungspotentiale jeder Hochschule. Land und Hochschule sind Vertragspartner, die miteinander einen gemeinsamen Weg zum Wohl des Hochschulstandorts Nordrhein-Westfalen festlegen. Im Kern geht es um die Profilbildung der Hochschulen, um die Stärkung ihrer nationalen und internationalen Wettbewerbsfähigkeit."

Auch wenn der Vertrag selbst eine Laufzeit von zwei Jahren hat, reicht der Planungshorizont zur fachlichen Entwicklung der Hochschulen bis zum Jahre 2010. In den Zielvereinbarungen werden unter anderem Profilbereiche vereinbart, in denen die Hochschulen ihre besonderen wissenschaftlichen Stärken entwickeln bzw. konsolidieren.

Damit stellen die Zielvereinbarungen ein wesentliches Element im Hochschulkonzept 2010 dar, das das Wissenschaftsministerium vor einem Jahr als Reformpaket auf den Weg gebracht hat und das darauf abzielt, die Hochschulen zu modernisieren, sie stärker auf den internationalen Wettbewerb einzustellen, Eigenverantwortung zu stärken und nachhaltige Qualitätssicherung auszubauen. Krebs: "Nordrhein-Westfalen ist mit dem Hochschulkonzept 2010 insgesamt ein Reformmotor in Deutschland. Neben der zweiten Runde der Zielvereinbarungen und zunehmender Finanzfreiheit gehen wir seit Anfang dieses Jahres auch mit der Novelle des NRW-Hochschulgesetzes den Weg zu mehr Autonomie bei Personal und Organisation der Hochschulen. Zusammen mit Universitäten und Fachhochschulen gestalten wir in Nordrhein-Westfalen eine zielgerichtete Hochschulpolitik der Zukunft."

Die neuen Verträge schließen an die Zielvereinbarungen an, die das Land erstmals vor drei Jahren abgeschlossen hatte. Die Bilanz der ersten Vertragsrunde falle, so Staatssekretär Krebs, positiv aus. Es sei gelungen, die Hochschulen auf besondere Leistungsbereiche hin zu orientieren und daraus sichtbare Profile zu entwickeln.

Im Vorfeld der zweiten Zielvereinbarungen hatte das Wissenschaftsministerium landesweit schwächer ausgelastete Fächer einem systematischen Leistungsvergleich unterzogen. In einigen Fällen wurden dabei auch Arbeitsmarktperspektiven der Absolventen einbezogen. Daraus ergaben sich notwendige Anpassungen bei den Fachhochschulen zwischen 10 und 25 Prozent, unter anderem in den Lehr- und Forschungsbereichen Architektur, Chemieingenieurwesen/Chemie und Maschinenbau. Das entspricht einer Größenordnung von 3.164 Diplomstudienplätzen, die die Hochschulen in den nächsten Jahren für den Ausbau attraktiver Studienangebote nutzen können. Diese strukturellen Festlegungen bis 2010 bilden zusammen mit den Profilbereichen den Kern der Verträge.

Die Zielvereinbarung mit der Fachhochschule Münster sieht vor, dass die Hochschule sich in den nächsten Jahren auf bestimmte Schwerpunkte konzentriert.

Als Profilbereiche wurden vereinbart:

  • Kommunikationsgestaltung

 

  • Gesundheit- Medizintechnik

 

  • Produkt- und Verfahrensentwicklung

 

  • Unternehmens-/Dienstleistungsmanagement

 

  • Integriertes Ressourcenmanagement unter ökologisch-ökonomischen Gesichtspunkten

 

  • Qualitätsbestimmte soziale und humanitäre Arbeit

Unter Qualitäts- und Nachhaltigkeitsgesichtspunkten will die FH Münster in ihren Profilbereichen weitere Exzellenzen in der Forschung ausgestalten.

  • Schwerpunkte bilden auch in Zukunft die Kompetenzplattformen "Life Sciences- Medizintechnik" und "Optische Technologien" sowie die Beteiligungen der Fachhochschule an der Kompetenzplattform "Neue Werkstoffe- Nanoskalige Materialien" (gemeinsam mit den Fachhochschulen Gelsenkirchen und Südwestfalen) oder "Kommunikationstechnik und Angewandte Signalverarbeitung" (mit der Fachhochschule Dortmund).

 

  • Zur Förderung des Wissens- und Technologietransfers soll das Netzwerk mit der Wirtschaft unter Berücksichtigung neuester Erkenntnisse der Science Marketing-Forschung strategisch und zielgerichtet weiterentwickelt werden. Außerdem wird die Hochschule weiterhin eine Kultur der Selbständigkeit fördern und dazu ihre Position in den bestehenden regionalen Netzwerken zur Unterstützung von Existenzgründungen und Unternehmensnachfolgen ausbauen.

 

  • Wegen ihrer starken regionalen Verankerung und internationalen Ausrichtung verfügt die Hochschule über zahlreiche Kooperationen mit anderen nationalen wie internationalen Hochschulen, Forschungsinstituten, Unternehmen, Kommunen und Weiterbildungsorganisationen - hier wird sie ihre Aktivitäten unter strategischen Gesichtspunkten weiter entfalten.

 

  • Zur Förderung der Gleichstellung wird die FH Münster Frauen in den ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen fördern, eine familiengerechte Hochschule anstreben und ihre Gleichstellungsoffensive weiterführen.

Staatssekretär Krebs: "Die regional und international fest verankerte Fachhochschule Münster ist in Lehre und Forschung sehr gut positioniert. Sie richtet ihr vielfältiges interdisziplinäres und hochschulübergreifendes Angebot bedarfsgerecht an den Erfordernissen des Arbeitsmarktes aus. Mit der heute abgeschlossenen Zielvereinbarung wird es ihr gelingen, ihre leistungsstarken Bereiche nachhaltig zu sichern."


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