Zentren für Lehrerbildung haben ihre Arbeit aufgenommen
Als ein zentrales Element des rheinland-pfälzischen "Dualen Studien- und Ausbildungskonzeptes" zur Reform der Lehrerbildung hat Wissenschaftsminister Professor Dr. E. Jürgen Zöllner die Einrichtung von Zentren für Lehrerbildung bezeichnet.
29.04.2005 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Rheinland-Pfalz (bis 11/06)"Diese Institutionen, die in den vergangenen Wochen an allen Universitäten des Landes gegründet wurden und die bereits ihre Arbeit aufgenommen haben, sind innovative Werkstätten für eine zukunftsfähige Lehrerbildung und damit für einen noch besseren Unterricht", sagte Zöllner bei einem Forum an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, das über Struktur und Arbeitsauftrag der Zentren für Lehrerbildung informierte.
Die Zentren leisteten einen wichtigen Beitrag, um die Lehrerausbildung innerhalb der jeweiligen Universität eindeutig zu verorten, das Lehramtsstudium mit eigenständigem Auftrag zu verdeutlichen und aufzuwerten sowie Theorie und Praxis im Lehramtsstudium frühzeitig zu verzahnen, erläuterte der Minister.
"Damit", so Zöllner, "beschreiten wir in Rheinland-Pfalz, aber darüber hinaus auch im Ländervergleich, einen konsequenten und bisher einzigartigen Weg: In einem universitären Gremium mit Entscheidungsbefugnis arbeiten universitäre Vertreter - Professoren, Mitarbeiter, Studierende - mit den Verantwortlichen für die zweite Ausbildungsphase, den Studienseminaren, und Schulpraktikern zusammen, und dies nicht allein mit gegenseitigem Rat, sondern auch mit gemeinsamer Entscheidungs-Tat."
In dem jeweiligen Zentrum für Lehrerbildung liefen die Fäden in Sachen Lehrerausbildung, hinsichtlich der Beachtung curricularer und damit inhaltlicher Standards, der Studierbarkeit bei Beteiligung vieler Fachbereiche, der Verbindung der theoretischen Ausbildung mit den Schulpraktika und der Schul- und Unterrichtsforschung zusammen.
Lehramtsstudierende erhielten somit auch eine sich mit ihren spezifischen Fragen befassende Anlaufstelle, die quer durch die Universität koordiniert und steuert. Zöllner: "Wegen dieser herausgehobenen Aufgabenstellung haben wir die Zentren unmittelbar an die Universitätsleitung angegliedert: ein Mitglied der Hochschulleitung führt jeweils das Zentrum als Vorsitzender."
Damit solle sichergestellt werden, dass ein Lehramtsstudium den heutigen Magister- oder Diplom-Studiengängen nicht nach- oder untergeordnet sei, sondern mit der nötigen Aufmerksamkeit und Priorität betrieben werde.
Die Zentren für Lehrerbildung wurden gegründet an den Universitäten Kaiserslautern, Koblenz-Landau, Mainz und Trier. Als Handlungsgremium wurde aus den Mitgliederversammlungen jeweils an jedem Universitätsstandort eine "Kollegiale Leitung" gewählt, die Beschlüsse des Zentrums umsetzt und Beschlussfassungen vorbereitet.
"Über Zentren für Lehrerbildung wird in nahezu jedem Land gesprochen. Die Struktur der Zentren für Lehrerbildung in Rheinland-Pfalz ist bislang jedoch ein konsequentes Unikat", betonte Zöllner.
Bestreben der rheinland-pfälzischen Reform sei es, die Studienangebote stärker als in der Vergangenheit an den Erfordernissen der Lehrämter auszurichten. "Angehende Lehrkräfte dürfen nun einmal keine Zufallsergebnisse anderer Studiengänge sein. Lehramtsstudiengänge haben ihre eigenen wichtigen Aufträge und Schwerpunkte. Wer gute Schulen, guten Unterricht und damit gut qualifizierten Nachwuchs in Wirtschaft, Verwaltung und letztlich auch irgendwann in der Wissenschaft erwartet, der wird sich diesem Anliegen nicht verschließen", sagte der Minister.
Zu Beginn des eintägigen Forums hatte der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Professor Dr. Jörg Michaelis, die Gäste willkommen geheißen. "Die Lehramtsausbildung spielt an unserer Universität mit zurzeit rund 4.000 Studierenden in entsprechenden Studiengängen ein wichtige Rolle", erklärte er. "Mit der Reform der Studiengänge tragen wir eine hohe Verantwortung für die Qualifikation der künftigen Lehrerinnen und Lehrer und damit auch für die Ausbildung an unseren Schulen. Das neue Zentrum für Lehrerbildung wird diesen Prozess entscheidend unterstützen", so Michaelis.
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