Zöllner: Großer Tag für die Forschung in Berlin
Berliner Forschungseinrichtungen steigen in die Spitzenliga außeruniversitärer Forschungszentren auf: - Naturkunde-Museum und Rheumaforschungszentrum werden Leibniz-Einrichtungen - BESSY wird Helmholtz-Zentrum
19.11.2007 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und ForschungHeute hat die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung beschlossen, dass
- die Berliner Elektronenspeicherring-Gesellschaft für Synchrotronstrahlung (BESSY) nach der Fusion mit dem Hahn-Meitner-Institut zu einem neuen Helmholtz-Zentrum zum Jahresanfang 2009 aus der Leibniz-Gemeinschaft ausscheidet,
- das Deutsches Rheumaforschungszentrum Berlin (DRFZ) und das Museum für Naturkunde (MfN) Berlin zum 1. Januar 2009 in die gemeinsame Bund-Länder-Förderung der Leibniz-Gemeinschaft aufgenommen werden. Diese Beschlüsse bedürfen noch der Zustimmung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestags.
Forschungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner: "Berlin kann stolz sein auf seine Forschungseinrichtungen. Berlin zählt ohnehin schon zu den Bundesländern mit der größten Dichte an Bund-Länder-Forschungseinrichtungen. Mit der Aufnahme des Deutschen Rheumaforschungszentrums Berlin (DRFZ) und des Museum für Naturkunde (MfN) in die Gemeinschaftsfinanzierung durch den Bund und die Länder wird die überregionale wissenschaftliche Bedeutung dieser Einrichtungen und des Forschungsstandortes Berlin insgesamt bestätigt. Nach dem Fusionsbeschluss vom Sommer schließt die heutige Entscheidung den Neugliederungsprozess ab, durch den BESSY/ HMI zu eine der international anerkannten Großforschungseinrichtungen wird und in den Genuss einer 90-zu-10prozentigen Bund-Landes-Finanzierung kommt. Nach dem Ausscheiden von BESSY aus der gemeinsamen Förderung der Leibniz-Gemeinschaft sind die erforderlichen Mittel frei, um unter anderem das Museum für Naturkunde und das Deutsche Rheumaforschungszentrum in Berlin in die gemeinsame Förderung aufzunehmen. Mit der Aufnahme in die Leibnitz-Gemeinschaft wird die Forschungsarbeit dieser beiden Einrichtungen deutlich gestärkt und langfristig gesichert. Dieses Paket sichert den Berliner Forschungsstandorten jährlich insgesamt rund 18 Millionen Euro zusätzlich. Darin sind zusätzlich Mittel für Investitionen nicht enthalten."
Die Berliner Elektronenspeicherring-Gesellschaft für Synchrotronstrahlung (BESSY) wird seit 2000 als Serviceeinrichtung für die Forschung an deutschen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen vom Bund und von allen Ländern gemeinsam gefördert; sie war bislang Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Mit Wirkung zum Jahresbeginn 2009 fusioniert BESSY mit dem Hahn-Meitner-Institut in Berlin, der 1959 als Kernforschungszentrum gegründeten und vom Bund und Berlin geförderten Großforschungseinrichtung; diese ist Mitglied der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Das aus der Fusion entstehende neue Helmholtz-Zentrum wird Großgeräte wie die Neutronenquelle BER II und die Berliner Synchrotronstrahlungsquelle BESSY II für die nationale und internationale Forschung mit Photonen und Neutronen betreiben. Die eigene Forschung des Zentrums ist auf die Gebiete magnetische Materialien, mikro- und nanostrukturierte Materialien sowie Materialwissenschaften für die Solarenergietechnologie fokussiert.
Das Deutsche Rheumaforschungszentrum Berlin befasst sich mit der interdisziplinären Erforschung von Ursachen und Entstehungsbedingungen rheumatischer Erkrankungen mit dem Ziel der Entwicklung wirksamer Behandlungsmethoden. Es ist die größte Forschungseinrichtung auf diesem Gebiet in Deutschland und gehört zu den international führenden Forschungsinstituten auf den Gebieten der Immunologie, der experimentellen Rheumatologie und der Rheuma-Epidemiologie. Der Wissenschaftsrat hat die Arbeitsweise des Zen¬trums als Teil eines Forschungsverbundes mit dem Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie und der eindeutig forschungsorientierten Universitätsklinik Charité als ein hervorragendes forschungspolitisches Beispiel herausgestellt.
Das Museum für Naturkunde ist mit über 30 Millionen Sammlungsobjekten und mit 6.500 qm Ausstellungsfläche das größte deutsche Naturkundemuseum und zählt zu den fünf größten Naturkundemuseen der Welt. Die Sammlungen und die wissenschaftliche Auseinandersetzungen mit ihnen vermitteln wichtige Erkenntnisse der Geschichte und des Lebens auf der Erde. Es ist eines der großen Zentren der Biodiversitätsforschung. Unter dem Titel "Evolution der Vielfalt – Entwicklung der Erde und des Lebens" widmet sich das Museum für Naturkunde der Erforschung von Ursprung und Ursachen biologischer Diversität auf der Erde und von Mechanismen und Triebkräften der Evolution. Im Zentrum der Forschungen an heutigen wie ausgestorbenen Lebensformen stehen Fragen zur biologischen Vielfalt (Diversität) und zu den Ursachen morphologischer und genetischer Vielgestaltigkeit (Disparität) der Organismen auf der Erde.
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