Zöllner und Bauckhage weihten Nano- und Biotechnologiezentrum an der TU Kaiserslautern ein

Um die wirtschaftsnahe Forschungs- und Technologietransfer-Infrastruktur in den Zukunftstechnologien an der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern auszubauen und zu stärken, ist dort ein Zentrum für Nanostrukturtechnologie und Molekularbiologische Technologie – kurz: Nano+Bio Center (NBC) – gegründet worden. Professor Dr. E. Jürgen Zöllner, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, und Hans-Artur Bauckhage, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, weihten heute die neue "Werkstatt" für diese Zukunftstechnologien im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposions ein.

24.05.2004 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Rheinland-Pfalz (bis 11/06)

In nur sieben Monaten Bauzeit entstand aus einer ehemaligen Metallwerkstatt der TU Kaiserslautern ein hochwertig ausgestattetes Zentrum, in dem interdisziplinär mit modernsten Strukturierungs- und Analaysemethoden biologische und nicht-biologische Nanostrukturen hergestellt und untersucht werden. Dieses Zentrum verschaffe dem Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz einen zusätzlichen Schub, waren sich die Minister Bauckhage und Zöllner einig.

"Nano- und Biotechnologie sind nicht nur für sich, sondern auch in Verbindung sowohl faszinierende Forschungs- und Arbeitsgebiete und zeichnen sich durch ihre große Zukunftsperspektive und ein hohes Marktpotenzial aus", sagte Wissenschaftsminister Zöllner. Das neu geschaffene NBC treffe "den Technologietrend der Zeit" und sei darüber hinaus in einem hervorragenden wissenschaftlichen Umfeld angesiedelt.

Zur Veranschaulichung wies der Minister darauf hin, dass ein Nanometer 50.000 mal kleiner ist als der Durchmesser eines menschlichen Haares. Die industrielle Eroberung dieser Dimension habe eingesetzt. "Für die Zukunft wird von der Nanotechnologie eine Einflussmöglichkeit erwartet – und diese Meinung teile ich – ,die tief gehender und weit reichender sein wird, als die Entwicklungen der Mikroelektronik, die uns den PC und das Internet gebracht hat", sagte Zöllner. Rheinland-Pfalz wisse um dieses Innovationspotenzial und fördere diverse Projekte an Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie Instituten in dieser Zukunftstechnologie, erläuterte er. Zu den wichtigsten Innovationsfeldern gehört für ihn ebenso die Biotechnologie. "Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können auch hier auf viele Programme der Forschungsförderung auf Bundes- und Landesebene zugreifen", sagte Zöllner.

Die Gründung des NBC ist in seinen Augen "ein gutes Beispiel für die ressortübergreifende Zusammenarbeit in der Wissenschafts- und Wirtschaftsförderung, bei der möglichst nahtlos Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in die industrielle Anwendung transferiert werden sollen."

Nach Ansicht des rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministers Hans-Artur Bauckhage können Nano- und Biotechnologie einen gewichtigen Impuls zur Stärkung der regionalen Wirtschaftskraft auslösen und den Standort Rheinland-Pfalz insgesamt weiter voran bringen. Von dem neuen, anwendungsorientierten Nano+Bio Center erwartet Bauckhage innovative Ausgründungen und eine Erhöhung der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit gerade für die kleinen und mittleren Unternehmen der Region.

"Sie können in der Regel eine umfassende Infrastruktur, wie sie das neue Zentrum aufbaut, nicht selbst vorhalten, benötigen sie aber bei der Fortentwicklung ihrer Produktpalette oder der Schaffung von Marktneuheiten", erklärte der Minister.

Darüber hinaus stärke das neue Nano+Bio Center allgemein den Hochschulstandort Kaiserslautern mit seinem Potenzial für technologieorientierte Unternehmen der Region. "Mit seiner Ausrichtung auf Nanostrukturtechnologie und Molekularbiologie stellt das Zentrum einen wichtigen rheinland-pfälzischen Baustein für das vom mir gemeinsam mit dem Saarland unterstützte Netzwerk NanoBioNet e.V. dar", führte der Minister aus.

Das Zentrum reihe sich als Teilprojekt in eine Gesamtstrategie ein. Diese habe das Ziel, das Innovationspotenzial der Schlüsseltechnologien der Zukunft am Standort Kaiserslautern durch gezielten Ausbau der Infrastruktur an Hochschule und anwendungsorientierten Forschungseinrichtungen aktiv zu erweitern, um die Basis für qualifizierte Arbeitsplätze in der Region zu verbreitern.

Das NBC steht unter der Leitung der Professorinnen Christiane Ziegler (Fachbereich Physik) und Regine Hakenbeck (Fachbereich Biologie). Es verfügt über modernste Strukturierungs- und Analyseverfahren für elektronische, magnetische und optische Bauelemente, die im Bereich der modernen Informationstechnologien angesiedelt sind. Auf der anderen Seite sind modernste molekularbiologische Technologien für die Genom- und Proteinanalyse vorhanden, um die Miniaturisierung und Standardisierung von Verfahren zur Verbesserung der Diagnosemöglichkeiten von Krankheiten und deren Erregern voranzutreiben.

Zur Finanzierung dieses Zentrums wenden das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau 2,7 Millionen Euro, das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur 1,2 Millionen Euro, die Stiftung Rheinland-Pfalz für Innovation 1,25 Millionen Euro und der Bund rund 270.000 Euro auf.


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