Zöllner warb für neue Hochschulabschlüsse Bachelor und Master
Bei einer Veranstaltung der Handwerkskammer (HWK) Koblenz hat Professor Dr. E. Jürgen Zöllner, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, für die neuen akademischen Abschlüsse Bachelor und Master geworben.
07.12.2005 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Rheinland-Pfalz (bis 11/06)Zusammen mit dem Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte und mit Dualen Studiengängen eröffneten die gestuften Bildungsgänge weitere Verbindungen von beruflicher und hochschulischer Bildung, sagte Zöllner.
Die neuen Abschlüsse böten für die Studierenden wie die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber vielfältige Vorteile. Die gestufte Studienstruktur eröffne mit dem Bache-lorabschluss einen frühen Einstieg in den Beruf mit der Möglichkeit der anschließenden Weiterqualifikation als Master. Damit werde auch eine nachhaltige Forderung seitens der Wirtschaft erfüllt. Ausgebaut werde bei den neuen Studiengängen auch deren Berufsorientierung.
In einer stärkeren Berufs- und Praxisorientierung sah auch Dr. Karl-Jürgen Wilbert, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Koblenz, den Vorteil gestufter Studiengänge für die mittelständische Wirtschaft. Themen aus mittelständischen Betrieben im Studium und eine stärkere Verknüpfung beruflicher und hochschulischer Bildung lassen sich nach seinen Worten durch ein Bachelorstudium wirkungsvoll verbessern. So könnten Fächer und Themen einer beruflichen Fortbildung in Teile eines Bachelorstudiums einfließen, wie umgekehrt aus der Hochschule der Übergang in berufliche Weiterbildung und Selbstständigkeit beispielsweise als Handwerksmeister gestärkt werden sollten.
Das Land Rheinland-Pfalz sei auch, so Wilbert weiter, Mitte der 1990-er Jahre Pionier für Studienmöglichkeiten für Absolventen einer beruflichen Fortbildung gewesen. "Seien wir jetzt weiter bei den Vorreitern beim uneingeschränkten Zugang zum Bachelorstudium für Handwerksmeister. Nutzen wir die gestuften Studiengänge auch für 'höhere Stufen' der Verknüpfung von beruflicher und Hochschulbildung", empfahl der Hauptgeschäftsführer.
Die Vorteile der neuen Studienformen seien im öffentlichen Bewusstsein noch nicht ausreichend präsent, bemängelte Wissenschaftsminister Zöllner. "Bachelor- und Masterstudiengänge werden sich nur dann als neue berufsqualifizierende Abschlüsse auf dem Arbeitsmarkt durchsetzen, wenn es uns gelingt, vorhandene Informationsdefizite in den Unternehmen zu schließen. Nur dann werden die Unternehmen auch die Bereitschaft haben, Absolventinnen und Absolventen von Bachelor- und Masterstudiengängen attraktive Einstiegschancen in den Beruf zu gewähren", erklärte der Minister.
Deshalb habe sein Ministerium im Sommer dieses Jahres mit der Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern Rheinland-Pfalz, der Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern in Rheinland-Pfalz, der Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz und der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Sie ist die Grundlage für eine breit angelegte gemeinsame Informationskampagne. "Gemeinsam wollen wir dazu beitragen, die Akzeptanz der neuen Abschlüsse weiter zu erhöhen", so Zöllner.
Der Umstellungsprozess verlaufe sowohl in Rheinland-Pfalz wie auch in anderen Ländern sehr positiv. In Rheinland-Pfalz hätten sich nahezu alle Hochschulen selbst auf einen Zeitpunkt für den Abschluss der Einführung der neuen Studienstruktur festgelegt. Von Seiten der Fachhochschulen werde das Wintersemester 2006/2007 angestrebt, die Universitäten Mainz und Trier hätten sich das Wintersemester 2007/2008 zum Ziel gesetzt. Die Fachhochschule Ludwigshafen habe bereits ihr komplettes Studienangebot umgestellt. Damit würden landesweit rund 25 Prozent aller Studiengänge bereits mit den neuen Abschlüssen angeboten.
Die Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge sei mit weit reichenden organisatorischen und inhaltlichen Weiterentwicklungen der Ausbildungsangebote der Hochschulen verbunden. Dabei seien ein früherer Berufseintritt, höhere Absolventenzahlen und eine nachhaltige Verbesserung der Berufsqualifizierung zentrale Zielsetzungen.
Solche Vorteile böten auch die Dualen Studiengänge, die eine berufliche Ausbildung mit einem wissenschaftlichen Studium an einer Fachhochschule kombinierten. "Diese Verzahnung verkürzt die Gesamtausbildungszeit ganz erheblich. Die intensive Verknüpfung von Theorie und Praxis verbessert die Qualifikation der Absolventinnen und Absolventen und damit ihre zukünftigen Arbeitsplatz- und Karrierechancen. Die Unternehmen wiederum erhalten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die schon während ihres Studiums die betrieblichen Abläufe kennen lernen", resümierte Zöllner.
Das Land habe deshalb ein Interesse daran, Duale Studiengänge großflächig anzubieten. Auch hier sei man auf eine aktive Unterstützung seitens der Wirtschaft angewiesen. Ausführliche Infos dazu gebe es auf einer neu eingerichteten Homepage www.dualesstudium.rlp.de. Zöllner und Wilbert wiesen hierzu auf Duale Studiengänge auch für das Handwerk hin. So ist unter anderem ein Bachelorstudium für Elektrotechnik an der Fachhochschule Koblenz in Verbindung mit einer handwerklichen Elektronikerberufsausbildung in Vorbereitung. Weitere Informationen bietet die Handwerkskammer Koblenz, Friedrich-Ebert-Ring 33, 56063 Koblenz, E-Mail: .
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