Zu den heutigen Berichten über eine angeblich abschreckende Wirkung von Studienbeiträgen stellt Wissenschaftsminister Thomas Goppel fest:

Für Bayern ist festzustellen, dass sich die Zahl der Studienanfänger seit Jahren erhöht und sich diese Entwicklung auch nach Einführung der Studienbeiträge fortsetzt. So ist die Zahl der Studienanfänger an den Hochschulen des Freistaats von 2001 bis 2007 von 46.370 auf 52.830 um 14 Prozent überproportional gestiegen (bundesweiter Anstieg um 5 Prozent). Auch nach Einführung der Studienbeiträge im Sommersemester 2007 steigen die Studienanfängerzahlen weiter, und zwar im Wintersemester 2007/2008 um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nach den vorläufigen, von den Hochschulen gemeldeten Zahlen ist zum Wintersemester 2008/2009 eine weitere Steigerung um 5,3 Prozent zu verzeichnen.

20.10.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Die soziale Ausgestaltung der Studienbeiträge war und ist Bayern ein zentrales Anliegen. Rund ein Viertel der Studierenden ist z. B. aus sozialen Gründen wie zwei oder mehr Geschwister, für die die Eltern auch Kindergeld erhalten, oder die Erziehung eigener Kinder, von der Beitragspflicht befreit. Als weitere wichtige Säule der sozialen Ausgestaltung hat Bayern das "Bayerische Studienbeitragsdarlehen" eingerichtet. Es unterscheidet sich von "normalen Krediten" gründlich, indem es beispielsweise keine Bonitätsprüfung und keine Sicherheiten vorsieht. Eine Besonderheit ist auch die Kombination aus Mindesteinkommen und Zinsstundung. Das Darlehen muss nach dem Studium und erst ab einem bestimmten Mindesteinkommen zurückgezahlt werden. Unterschreitet ein Absolvent das Mindesteinkommen, wird die Rückzahlung ausgesetzt – in dieser Zeit entfallen auch die Zinsen. Liegt das Einkommen dauerhaft unter dem Mindesteinkommen, muss das Darlehen überhaupt nicht zurückgezahlt werden. Die Furcht, nach dem Studium vor einem Schuldenberg zu stehen, ist also unbegründet. Ziel muss sein, so Goppel weiter, die soziale Ausgestaltung weiterzuentwickeln und schrittweise ein Stipendienwesen aufzubauen.


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