Hamburg

Zweiter Bericht über die Höhe und Verwendung der Studiengebühren vorgelegt

Zum Sommersemester 2007 sind in Hamburg erstmals Studiengebühren eingeführt worden. Der Senat hat sich dabei zum Ziel gesetzt, jährlich über die Verwendung der Einnahmen aus Studiengebühren durch die Hochschulen zu berichten. Der zweite Bericht für den Zeitraum vom 01.04.2008 bis 31.03.2009 liegt jetzt vor.

29.04.2010 Pressemeldung Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Hansestadt Hamburg

Der knapp 30 Seiten umfassende Bericht informiert über die Einnahmen aus Studiengebühren, die die Hochschulen erzielt haben und wie sie diese verwendet haben. Ebenso macht der Bericht Angaben über zahlungspflichtige Studierende, die Ausnahmen und Befreiungen sowie die Exmatrikulationen wegen Nichtzahlung von Gebühren.

Im Sommersemester 2008 und Wintersemester 2008/2009 haben die sechs staatlichen Hamburger Hochschulen insgesamt rund 33,7 Mio. Euro an Studiengebühren eingenommen. Als größte Hochschule erzielte die Universität Hamburg auch die höchsten Einnahmen. Im Betrachtungszeitraum kam sie auf 20,7 Mio. Euro. Im Wirtschaftsjahr 2008 haben die Hochschulen über 28,3 Mio. Euro für Maßnahmen ausgegeben, darunter die Universität knapp 17,2 Mio. Euro. Die noch offen stehenden Beträge sind ebenfalls fest verplant.

Aus dem Bericht ergibt sich, dass die Hochschulen ihre Einnahmen aus den Studiengebühren unterschiedlich verwenden. Bei der Universität Hamburg, der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg und der Technischen Universität Hamburg-Harburg liegen die Schwerpunkte insbesondere in der Verbesserung der Infrastruktur, gefolgt von der Erhöhung der Betreuungsintensität. Die HafenCity Universität Hamburg hat überwiegend in die Verbesserung von Serviceleistungen und in die Verbesserung der Infrastruktur investiert.

Bei der Hochschule für Musik und Theater Hamburg liegen die Schwerpunkte in der Verbesserung der Infrastruktur sowie in der Profilbildung und Attraktivitätssteigerung, bei der Hochschule für bildende Künste Hamburg in der Erhöhung der Betreuungsintensität sowie ebenfalls in der Profilbildung und Attraktivitätssteigerung. Alle Maßnahmen waren ausschließlich lehrbezogen.

Im Einzelnen verteilen sich die Ausgaben auf fünf zwischen der Wissenschaftsbehörde und den Hochschulen verabredete Verwendungskategorien:

25 Prozent (7,17 Mio Euro) kamen der Erhöhung der Betreuungsintensität zu Gute, zum Beispiel für Vertretung von Vakanzen, Gast-/ befristete Professuren, Tutorien, studentische Hilfskräfte oder zur Verbesserung des Prüfungswesens. Rund sechs Prozent (1,57 Mio. Euro) wurden zur Steigerung des Qualitätsmanagements in der Lehre eingesetzt (Coaching- bzw. Schulungsangebote für Hochschullehrer, Lehrevaluationen), 10 Prozent für Profilbildung und Attraktivitätssteigerung, wie zum Beispiel für die Ausweitung des Lehrangebots, Förderung studentischer Projekte, Sprachkurse, Karriereservice oder Infomanagement. Gut 40 Prozent (11,33 Mio Euro) wurden für die Verbesserung der Infrastruktur in der Lehre in Anspruch genommen, beispielsweise für die technische Ausstattung von Laborplätzen, IT-Service, E-Learning, die erweiterte Ausstattung und Serviceangebote der Bibliotheken sowie für bauliche Maßnahmen. Zur Verbesserung der Serviceleistungen im Allgemeinen, wie zum Beispiel Studiengangberatung, Praktikantenvermittlung oder Karriereservice, sind 11 Prozent (3,13 Mio Euro) aufgewendet worden. Hinzu kommen knapp acht Prozent (2,17 Mio Euro) für die verwaltungsmäßige Betreuung der Verbesserungsmaßnahmen bei der Universität Hamburg, die hier aus rechentechnischen Gründen und anders als bei den übrigen Hochschulen extra ausgewiesen sind.

Wissenschaftssenatorin Dr. Herlind Gundelach: "Aus den Berichten der Hochschulen wird deutlich, dass immer mehr Maßnahmen umgesetzt und neue Ideen gemeinsam von den Hochschulen und den Studierenden verwirklicht werden. Der Gesamtbericht zeigt, dass sich die Studiengebühren sehr konkret und positiv auf die Studienqualität auswirken, indem sie dazu beitragen, die Studienbedingungen insgesamt zu verbessern und wichtige studiennahe Dienstleistungen einzuführen. Die Einnahmen aus den Studiengebühren kommen den Studierenden dabei in vollem Umfang und unmittelbar zugute. Auch wenn beim Management noch nicht alles perfekt ist, bin ich mit dem zweiten Verwendungsbericht insgesamt zufrieden. Ich danke allen Mitwirkenden für ihre engagierte Arbeit. Wir haben mit den Hochschulen vereinbart, dass diese ihre Berichte künftig zeitgerechter vorlegen."

Der Gesamtbericht steht im Internet zum Download bereit unter: www.hamburg.de/bwf


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