Schleswig-Holstein

7,7 Millionen Euro für Bildung und Betreuung von Flüchtlingskindern

"Die Flüchtlingszahlen steigen, immer mehr Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein wachsen nicht selbstverständlich mit der deutschen Sprache auf und der Druck auf die Sprachförderung nimmt zu. Wir haben ein Paket zur Entlastung geschnürt", sagte heute (11. November) Bildungsministerin Britta Ernst.

11.11.2014 Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

"Wartelisten, Kurse mit viel zu vielen Schülerinnen und Schülern sowie enge Räumlichkeiten werden den Bedürfnissen der Flüchtlinge nicht gerecht", betonte Ernst, die in den kommenden Monaten von einem weiteren Anstieg der Flüchtlingszahlen ausgeht. Daher freue sie sich, dass Partner wie die Kirchen schon ihre Bereitschaft signalisiert hätten, bei Raumproblemen helfen zu wollen.

Das Konzept im Einzelnen:

  • Schon in diesem Jahr werden 30 zusätzliche Vollzeitstellen für die DaZ-Zentren (Deutsch als Zweitsprache) eingesetzt, um mehr Basiskurse für Schülerinnen und Schüler mit sehr geringen Sprachkenntnissen anbieten zu können.
  • Die Zahl der Lehrerinnen und Lehrer in der Erstunterkunft Neumünster wird von drei auf sechs Lehrkräfte erhöht: Vor dem Hintergrund der beabsichtigten längeren Aufenthaltsdauer der Flüchtlinge sollen Kinder und Jugendliche schon dort eine erste Sprachförderung erhalten.
  • Mehr Betreuung und insgesamt 125 neue Lehrkräfte ab 2015, die an den DaZ-Zentren der allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen eingesetzt werden. Das Land stellt dafür insgesamt 7,7 Millionen Euro bereit. Zwei Millionen Euro davon werden für Betreuung und Bildung mit dem Schwerpunkt Sprachförderung zur Unterstützung auch am Nachmittag oder in den Ferien bereitgestellt. Träger können die Kreise oder freien Wohlfahrtsverbände sein, auch ehrenamtliches Engagement könnte eingebunden werden.
  • Vor dem Hintergrund, dass viele der betroffenen Kinder und Jugendlichen durch Kriegs-, Gewalt- und Fluchterfahrungen traumatisiert sind, erhalten die DaZ-Lehrkräfte zusätzlich ein Fortbildungsangebot, das in Kooperation mit erfahrenen Trauma-Therapeuten durchgeführt werde.
  • Kurzfristig werden 5.000 Exemplare an Unterrichtsmaterialien für Schülerinnen - Die Verordnung für die Berufseingangsklassen (BEK) soll geändert werden, damit die Schülerinnen und Schüler die Maßnahme auch dann wiederholen können, wenn sie zwischenzeitlich das 18. Lebensjahr vollendet haben.

"Wir konzentrieren ab sofort die in den Schulen vorhandenen Ressourcen und Kompetenzen noch stärker als bisher in den DaZ-Zentren", sagte Bildungsministerin Ernst. Dazu würden vorhandene Haushaltsmittel verwendet. "Wir haben mit den DaZ-Zentren etablierte und funktionierende Strukturen. Die werden wir auch nutzen", betonte die Ministerin und erläuterte, 220 Lehrkräftestellen und Mittel in Höhe von 200.000 Euro stünden dafür derzeit zur Verfügung. An den berufsbildenden Schulen werde seit 2014 schrittweise eine DaZ-Struktur entwickelt und etabliert, damit alle Jugendlichen eine Sprachförderung auch dann erhielten, wenn sie die allgemeine Schulpflicht bereits erfüllt hätten. Dafür stehen erstmalig in diesem Jahr 13 Planstellen und Finanzmittel im Umfang von 370.000 Euro zur Verfügung. Insgesamt werden für DaZ-Zentren aktuell 12,22 Millionen Euro aufgewendet.


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