Philologenverband

85 Prozent der Schüler und Studenten gegen Abschaffung des "Sitzenbleibens"

Eine aktuelle [repräsentative Forsa-Umfrage](http://bildungsklick.de/datei-archiv/md/247/forsa-umfrage-sitzenbleiben.pdf) im Auftrag des Deutschen Philologenverbandes hat ergeben, dass drei Viertel der Befragten die Absicht einiger Bundesländer, das Sitzenbleiben abzuschaffen, für falsch halten. In der Altersgruppe der unter 30-Jährigen steigt die Ablehnungsquote auf 89 Prozent, bei Schülern und Studenten beträgt sie 85 Prozent. Auch in den neuen Bundesländern ist mit 82 Prozent die Ablehnung besonders signifikant.

06.03.2013 Pressemeldung Deutscher Philologenverband (DPhV)

Als eindeutiges Votum der eigentlich Betroffenen hat der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, dieses Umfrageergebnis gewertet. Er betonte: "Gerade diejenigen, die noch in der Schule sind oder diese gerade hinter sich haben, bringen ganz überwiegend kein Verständnis dafür auf, Schüler ohne Ansehen ihrer Noten und ohne, dass ausreichende Leistungen vorliegen, in jedem Fall einfach vorrücken zu lassen! Bei Jugendlichen ist das Gerechtigkeitsempfinden in dieser Frage besonders stark ausgeprägt. Sie wissen aber auch, dass die Möglichkeit des Wiederholens eine gute Chance ist, die entstandenen Lücken in Kernfächern zu schließen und doch noch einen erfolgreichen Abschluss zu schaffen."

Insgesamt gesehen, so der Verbandsvorsitzende, spreche viel dafür, dass die Abschaffung des Sitzenbleibens in erster Linie eine Sparmaßnahme von Bundesländern ist, um Schüler schneller an den Arbeitsmarkt loszuwerden. Bislang kenne er keine Landesregierung, die für wirklich effektive individuelle Förderung in nennenswertem Umfang zusätzliche Lehrkräfte eingestellt habe.

Forsa-Umfrage Sitzenbleiben


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