Bayern

95 Prozent der Hauptschulen werden Mittelschulen

Zum Schuljahr 2011/2012 werden rund 95 Prozent der bisherigen rund 960 Hauptschulen als Mittelschulen starten, informierte Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle heute im Ministerrat in München über die Weiterentwicklung der Hauptschule zur Mittelschule. Die Mittelschule erweise sich als "erfolgreiches pädagogisches und schulorganisatorisch sinnvolles Modell"

11.05.2011 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Zu den 589 Hauptschulen, die bereits zum laufenden Schuljahr zu Mittelschulen geworden waren, kommen im August weitere 340 Hauptschulen als Mittelschulen dazu, darunter alle 45 Hauptschulen in München und alle 24 Hauptschulen in Nürnberg. Insgesamt werden dann 45 selbständige Mittelschulen und 290 Mittelschulverbünde bestehen. Ein passgenaues Bildungsangebot wird im Dialog mit Schulfamilien und Sachaufwandsträgern - auch vor Ort - entwickelt und sichergestellt.

Minister Spaenle: Ein klares Nein zur Einheitsschule

Die von der SPD favorisierte Einheitsschule lehnte der Minister ab. Es sei nicht zielführend, allen Schülerinnen und Schülern das gleiche anzubieten. "Wir wollen auf die Begabungen und Interessen der jungen Menschen möglichst individuell eingehen", argumentierte er. Mit Hilfe von Dialogforen - auch vor Ort - und passgenauen Bildungsangeboten, die auch durch die Kooperation von Schulen unterschiedlicher Schularten gesichert werden, schaffe die Staatsregierung optimale Bedingungen zur Förderung der jungen Menschen.

Berufsorientierung an den Mittelschulen verstärkt

Besondere Chancen für die Schülerinnen und Schüler ergeben sich aus dem breiteren Bildungsangebot der Mittelschule - auch im ländlichen Raum. Konkret geht es z.B. um verstärkte Berufsorientierung sowie das Angebot von unterschiedlichen Schulabschlüssen und Ganztagsunterricht. Die individuelle Förderung der jungen Leute an den Haupt- und Mittelschulen baut Minister Spaenle im Schuljahr 2011/2012 weiter aus. Die Förderstunde in der 6. Jahrgangsstufe kann dann entsprechend dem Modell der Intensivierungsstunden geteilt gehalten werden. An 25 Haupt- und Mittelschulen kann Minister Spaenle zum neuen Schuljahr zusätzliche gebundene Ganztagszüge errichten, an über 400 Standorten bestehen solche bereits.

Kooperation von Schularten wird erprobt

Eine verstärkte individuelle Förderung und mehr Teilhabechancen für junge Menschen ermöglicht für Minister Spaenle die Zusammenarbeit von Schulen verschiedener Schularten. Diese wird zur Zeit in Modellen der Kooperation erprobt, z.B. von Haupt-/Mittel- und Realschule sowie von Haupt-/Mittelschule und Wirtschaftsschule. Auch andere Formen der Kooperation von Schulen mehrerer Schularten werden vor Ort ermöglicht.

Schulstandorte bleiben erhalten

Bis 2020 wird die Anzahl der Schülerinnen und Schüler um rund 15 Prozent zurückgehen. Durch die Mittelschulverbünde konnte die Anzahl der Schließung von Schulstandorten gegenüber dem Schuljahr 2007/2008 mit damals 45 Hauptschulen deutlich gesenkt werden - zum Schuljahr 2011/2012 werden es voraussichtlich 11 sein. An Mittelschulverbünden darf die Mindestanzahl von 15 Schülerinnen und Schülern pro Klasse unterschritten werden. Die Verbundkoordinatoren können auf der Basis des Budgets an Lehrerwochenstunden Klassen bilden. So gibt es derzeit 128 Schulen mit Klassen unter 15 Schülerinnen und Schülern.

Schulfamilien und Sachaufwandsträger nehmen Mittelschule an

"Wir gehen den Weg weiter, betroffene Personen und Einrichtungen zu Beteiligten zu machen", so der Minister. In über 80 Dialogforen, die von den Regierungen in Landkreisen und kreisfreien Städten mit den beteiligten Personen und Institutionen durchgeführt wurden, war die Schulentwicklung beschlossen worden. In einigen Regionen wird das Gespräch unterhalb der Landkreisebene geführt, um eine passende Lösung zu finden.


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