Abgänger aus allgemeinbildenden Schulen 2008: Quote der Abgänger ohne Hauptschulabschluss bleibt unter 6 Prozent

Rund 124 300 Schülerinnen und Schüler sind im Jahr 2008 (zum Ende des Schuljahres 2007/08) von einer allgemeinbildenden Schule in Baden-Württemberg abgegangen. Mit 39,1 Prozent bleibt der mittlere Abschluss (Realschul- oder gleichwertiger Abschluss) mit Abstand die häufigste Abschlussart. Am zweithäufigsten wurde mit 30,2 Prozent der Hauptschulabschluss erworben. 25,0 Prozent der Abgänger hatten die Hochschulreife, weitere 0,3 Prozent die Fachhochschulreife in der Tasche. Ohne Hauptschulabschluss haben knapp 6.900 (5,5 Prozent) der Schülerinnen und Schüler das allgemeinbildende Schulsystem verlassen. Damit wurde laut Statistischem Landesamt die Vorjahresquote von 5,9 Prozent (damals die niedrigste Quote der letzten 20 Jahre) nochmals leicht unterschritten.

19.06.2009 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Mädchen erzielten im Durchschnitt häufiger (formell) höherwertige Abschlüsse als Jungen. So sind gut 28 Prozent der weiblichen Schulabgänger mit Hochschulreife abgegangen im Gegensatz zu knapp 22 Prozent der männlichen. Beim mittleren Abschluss waren die Mädchen ebenfalls etwas stärker vertreten als die Jungen. Einen Hauptschulabschluss dagegen erwarben 33 Prozent der männlichen Abgänger, aber nur 27 Prozent der weiblichen. Ohne Hauptschulabschluss verließen knapp 7 Prozent der Jungen und gut 5 Prozent der Mädchen die Schule.

Die Verteilung der Schulabschlüsse unterscheidet sich weiterhin grundlegend zwischen ausländischen und deutschen Schülerinnen und Schülern. Ausländische Schulabgänger erwarben sehr viel seltener die Fachhochschul- oder Hochschulreife als deutsche. Nur gut jeder vierte ausländische Abgänger konnte einen mittleren Abschluss aufweisen. Mit 55 Prozent erzielte über die Hälfte der rund 15.600 ausländischen Abgänger den Hauptschulabschluss. Der Anteil der Abgänger ohne Hauptschulabschluss war bei den ausländischen Schülerinnen und Schülern mehr als dreimal so hoch wie bei den deutschen. Von den insgesamt knapp 6.900 Abgängern ohne Hauptschulabschluss war fast ein Drittel (gut 31 Prozent oder knapp 2 200) ohne deutschen Pass, von den insgesamt knapp 31.100 Abgängern mit Hochschulreife nur gut 2 Prozent.

Fast zwei Drittel (63 Prozent) der knapp 6.900 Abgänger ohne Hauptschulabschluss kamen aus einer Sonderschule. Die meisten dieser Sonderschüler haben gar keinen Hauptschulabschluss angestrebt – sie besuchten nämlich eine Schule für Geistigbehinderte oder eine Förderschule (früher: Schule für Lernbehinderte).1) An diesen Schulen konnten rund 900 Schülerinnen und Schüler den Abschluss der Schule für Geistigbehinderte erzielen und gut 3.000 das Abschlusszeugnis der Förderschule. Die Quote der Abgänger ohne Abschluss (bei denen die Abgänger mit spezifischem Sonderschulabschluss nicht gezählt werden) beträgt daher nur gut 2 Prozent.

Die beruflichen Schulen bieten den Abgängern der allgemeinbildenden Schulen die Möglichkeit, allgemeinbildende Schulabschlüsse nachzuholen bzw. zu erwerben. So haben die beruflichen Schulen insgesamt im Jahr 2008 rund 5.500 Hauptschulabschlüsse vergeben, und allein an den beruflichen Gymnasien wurde knapp 13.100 Absoventen die allgemeine Hochschulreife verliehen. Einen mittleren Abschluss erwarben knapp 14.600 junge Erwachsene an beruflichen Schulen.


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