Adventskalender zur Lage der Berliner Schulen
Glück gehabt, mal wieder. Die Herbststürme sind vorüber, alle Scheiben sind noch in den Rahmen. Aber im Fichtenberg-Gymnasium fürchtet man sich schon vor der angekündigten Kältewelle. Man kann in diesem Gebäude gar nicht so viel heizen, dass es mal einigermaßen warm bliebe. Die Fenster des rund 100 Jahre alten Schulhauses sind so desolat, dass die Energie einfach durch die Ritzen der maroden Fenster verpufft. Es zieht wie Hechtsuppe.
01.12.2010 Pressemeldung Landeselternausschuss Berlin (LEA Berlin)"Umweltschule Europa" und Prima-Klima-Schule" darf die Schule sich nennen, weil die Schüler für engagierte Projekte Preise bekommen haben. Laut sagen will man das lieber nicht: "Einerseits sind wir sehr stolz, weil wir auch darüber hinaus bemüht sind, Energie zu sparen und Nachhaltigkeit vorzuleben, andererseits schämen wir uns aber, weil die Energie bei uns aus den Fenstern hinaus pfeift", sagen die Eltern.
Gesellschaftliches Engagement hat Tradition am Fichtenberg - dazu gehört auch die Teilnahme an den Adventkalendern des Bezirkselternausschusses. Legendär ist der Auftakt der Fichte-Eltern beim Adventkalender zum Zustand der Berliner Schulgebäude vor zwei Jahren. Eindrucksvoll bebildert, schilderten die Eltern den desaströsen Zustand ihres Chemie-Fachraumes. Abwasser hatte sich schon so weit durch undichte Leitungen seinen Weg ins Gemäuer gesucht, dass im Schulleiterzimmer unter den Chemieräumen Teile der abgehängten Decke auf den Schreibtisch fielen. Die Deckenplatten waren so durchfeuchtet, dass sie zu schwer geworden waren.
Die Chemieräume sind mittlerweile komplett saniert und modernisiert, zur hellen Freude der Lehrer und Schüler. Nun sucht die Schule nochmals jemanden, der zuhört. Einen, der es schafft, den Verfall des eigentlich wunderschönen Hauses zu stoppen. Denn der wird unausweichlich, wenn nicht bald mit umfangreichen Sanierungsarbeiten begonnen wird.
Wir grüßen Sie an diesem 1. Dezember, der als der kälteste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Geschichte eingehen wird. Suchen Sie sich ein warmes Plätzchen und freuen Sie sich am Gewinnen Ihrer gewonnenen Einsichten
Adventsgrüße
Daniela von Treuenfels
BEA Vorstand
Sehr geehrte Abgeordnete,
am Beispiel Fichtenberg-Gymnasium lässt sich anschaulich zeigen, dass kleinere Verbesserungen zwar schön sind, aber letztendlich Flickwerk bleiben. Mit dem fatalen Sparkurs der Landesregierung werden letztendlich in einem erheblichen Umfang öffentliche Gelder vernichtet. Das Land Berlin schmeißt sein Geld aus dem Fenster hinaus - buchstäblich. Weil notwendige Reparaturen unterbleiben, entsteht ein kaum zu finanzierender Sanierungsstau. Je länger wir mit den notwendigen Investitionen warten, desto höher wird die benötigte Summe. Lassen Sie uns richtig sparen - indem wir klug investieren.
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