Änderung der Schulstruktur für Gewerkschaft nicht weitreichend genug
"Die vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur vorgestellte Gesetzesnovelle zur künftigen Schulentwicklung ist nicht geeignet, die Schwachpunkte des rheinland-pfälzischen Schulsystems entscheidend zu beheben", stellte der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Rheinland-Pfalz (GEW), Klaus-Peter Hammer, heute vor der Presse fest.
12.08.2008 Rheinland-Pfalz Pressemeldung GEW Rheinland-PfalzDie neue Schulart "Realschule plus" mit ihren beiden Ausprägungen – "Integrative Realschule" und "Kooperative Realschule" – sei kein geeigneter Weg, die Schulland-schaft attraktiver zu machen und eine effektive Förderung aller Schülerinnen und Schüler zu erreichen. Sie klammere das schwerwiegendste Problem des deutschen Schulsystems, die zu frühe – und deshalb soziale – Auslese aus und sei ein zu kleiner Schritt, um richtungweisende Änderungen zu erreichen. "Für die GEW kann die im nächsten Schuljahr beginnende Schulstrukturreform daher allenfalls eine Zwischen¬station zu einem gemeinsamen längeren Lernen in einer Schule für Alle sein", sagte Hammer.
Kritik übte Hammer erneut an der Einführung des Bildungsgangs der Fachober-schule an einigen der neuen Realschulen Plus, weil diese weder personell noch von ihrer Raumausstattung her geeignet seinen, Fachoberschülerinnen und Schüler in gleicher Weise zu fördern, wie dies an den seit Jahrzehnten dafür zuständigen berufs¬bildenden Schulen der Fall sei. Statt die insoweit benötigten hohen finanziellen Investitionen für einen neuen Bildungsgang bei der Realschule Plus aufzubringen, wäre dieses Geld besser für die Einstellung zusätzlicher Lehrkräfte, für kleinere Klassen, für die Ausweitung der Integration Beeinträchtigter und für die individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern an allen Schulen in Rheinland-Pfalz aufgehoben.
Die GEW begrüße dagegen die Bereitstellung zusätzlicher Ressourcen im personellen Bereich, die Neuregelung für Schulleitungsmitglieder und deren einheitliche Besol¬dung, die Schaffung zusätzlicher Funktionsstellen für die pädagogische Koordination, die Weiterführung der Schulsozialarbeit und die zusätzliche Ressourcenzuweisung für die individuelle Förderung und schulbezogene Förderkonzepte an den neuen "Real¬schulen Plus". Es sei positiv zu bewerten, dass diese Reform diesmal nicht, wie oft in der Vergangenheit bei schulischen Vorhaben geschehen, gänzlich ohne zusätzliche Mittel und damit auf dem Rücken der Lehrerinnen und Lehrer umgesetzt werde.
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