Ahnen: Mehr individuelle Förderung und Chancen der Demographie nutzen
„Die großen Herausforderungen aber auch die Chancen der demographischen Entwicklung für das Bildungssystem sind für die Landesregierung von hoher Bedeutung. Dies hat Ministerpräsident Kurt Beck bereits in seiner Regierungserklärung vom 30. Mai deutlich gemacht. In dem Ziel, für die Zukunft demographiefeste und an der Nachfrage vor Ort orientierte schulische Angebote sicherzustellen, ist sich die Landesregierung mit dem Lehrerverband VBE daher völlig einig.“ Das sagte Bildungsministerin Doris Ahnen zu den heute präsentierten Vorstellungen des VBE. Im Fokus der Bildungspolitik des Landes stehe dabei, Kindern und Jugendlichen durch den weiteren Ausbau der individuellen Förderung über die gesamte Bildungskette hinweg möglichst optimale Chancen für ihr weiteres Leben zu verschaffen.
08.12.2006 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-PfalzMit dem Landesprogramm „Zukunftschance Kinder – Bildung von Anfang an“ leiste das Land nicht nur einen Beitrag zum Ausbau der frühen Förderung, sondern eröffne vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung auch zusätzliche Chancen für ein wohnortnahes Bildungs- und Erziehungsangebot im vorschulischen Bereich, betonte die Ministerin. Im Grundschulbereich sichere das Land das Prinzip „Kurze Beine, kurze Wege“ durch entsprechende Rahmenbedingungen ab. Und im Bereich der weiterführenden Schulen unterstützten Bildungsministerium und Schulaufsicht die Kommunen bei einer zukunftsfesten Schulentwicklungsplanung, die auch zusätzliche kooperative und integrative Elemente aufnehmen könne. Dazu biete das Schulgesetz bereits eine Reihe von Möglichkeiten, beispielsweise die in den 90er Jahren geschaffene Regionale Schule. Nachgewiesenermaßen seien Veränderungen der Schulstruktur nur unter Einbindung aller am Schulleben Beteiligten erfolgreich. Die Planungen in vielen Kommunen landesweit zeigten, dass dies vor Ort auch erkannt und berücksichtigt werde.
Die Landesregierung treibe zur weiteren Qualitätssteigerung von Bildung zudem die Unterrichtsentwicklung in allen Schularten weiter voran, betonte Doris Ahnen. Deshalb werde das Ganztagsschulprogramm, mit dem seit 2002 bereits 360 neue Ganztagsschulen eingerichtet wurden, fortgesetzt. 200 neue Ganztagsschulen entstünden in dieser Legislaturperiode. Deshalb werde die Lehrerausbildung grundsätzlich reformiert. Und deshalb werde das Pflichtstundenangebot in der Orientierungsstufe für alle weiterführenden Schulen 2008 um zwei Stunden ausgebaut. Bei der Weiterentwicklung der von allen Schulen erstellten Qualitätsprogramme würden die Schulen zudem künftig zusätzlich durch die Rückmeldungen der Agentur Qualitätssicherung, Evaluation und Selbstständigkeit von Schulen (AQS) unterstützt. Dies alles diene einer verstärkten Profilbildung der Schulen.
„Die Erfahrung hat gezeigt, dass bei Schulstrukturdebatten, die am grünen Tisch geführt werden, die Gefahr ideologischer Grabenkämpfe sehr groß ist. Deshalb setzen wir auf Schulentwicklung mit allen Beteiligten“, hielt Doris Ahnen fest.
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