Ahnen: Projekttage bringen jungen Menschen Europa näher

Europa jungen Menschen näher zu bringen, dieses Ziel verfolgt der "EU-Projekttag" 2008, der auf eine Vereinbarung der Regierungschefs der Länder mit der Bundeskanzlerin vom Dezember 2007 zurückgeht und der in rheinland-pfälzischen Schulen nicht nur am, sondern auch rund um den 6. Mai stattfindet. "Europa soll für Schülerinnen und Schüler in seinen unterschiedlichen Facetten leichter fassbar werden", erläuterte Bildungsministerin Doris Ahnen bei einem Besuch der Mainzer Kanonikus-Kir-Realschule das Ziel der Projekttage.

29.04.2008 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

"Für ein gemeinschaftliches Miteinander in Europa sind neben der Kenntnis von Fremdsprachen insbesondere die Beschäftigung mit dem Alltagsleben und mit der Kultur der EU-Mitgliedstaaten unverzichtbar. Natürlich sollen aber auch die politische Dimension eines geeinten Europa und die Rolle der Europäischen Union sowie ihrer Institutionen für diesen Einigungsprozess verdeutlicht werden", unterstrich die Bildungsministerin, die die verschiedenen schulischen Europa-Projekte heute auch im Kabinett vorstellte.

Dieses Ziel verfolge auch die noch bis zum 20. Juni laufende Aktion "Europa in die Schulen", in der Landtags- und Europaabgeordnete sowie führende Mitglieder der rheinland-pfälzischen Europa-Union mit Schülerinnen und Schülern die Frage "Was haben wir von der Europäischen Union?" diskutierten, erinnerte Doris Ahnen. Die gemeinsam mit dem Landesverband der Europa Union und der Vertretung des Landes beim Bund und bei der Europäischen Union organisierte Aktion war in diesem Jahr bereits Anfang April gestartet worden und erreicht in 46 Veranstaltungen insgesamt mehr als 2.300 Schülerinnen und Schüler. Ein ganz besonderer Akzent werde zudem in acht Schulen landesweit gesetzt, die nach ihrer Bewerbung für den "Europe Aid – Projekttag" ausgewählt wurden. Er werde von den Generaldirektionen Außenbeziehungen und Entwicklungshilfe der EU-Kommission organisiert. In diesem Rahmen debattierten Beamte der EU-Kommission mit Schülerinnen und Schülern am 9. Mai vor allem über außen- und entwicklungspolitische Themen.

Beim eigentlichen "EU-Projekttag 2008" sei die Palette der Themen breit gefächert, hielt die Bildungsministerin fest. So wird beispielsweise am 6. Mai im Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Betzdorf in einem Theaterstück, dessen Text in mehreren Sprachen geschrieben wurde und wiedergegeben wird, das antike Rom als eine der Wurzeln für die europäische Kultur thematisiert. In der Esterauschule in Holzappel wird am selben Tag das langjährige geschäftsführende Vorstandsmitglied der Europa-Union Rheinland-Pfalz, Manfred H. Däuwel, als Zeitzeuge einen Blick zurück werfen, wie die Europäische Union aus der Taufe gehoben wurde. Am 8. Mai wird Ministerpräsident Kurz Beck das Gymnasium Gonsenheim in Mainz besuchen, um mit verschiedenen Oberstufenkursen – Sport, Geschichte, Erdkunde und bilingualer Zweig Französisch – EU-relevante Themen zu diskutieren, wie z.B. die Haltung Europas im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Peking, das Zukunftspotenzial des Wirtschaftsstandorts Rhein-Main in einem größer werdenden Europa oder die beruflichen Perspektiven in Europa. Bereits am Tag vor dem eigentlichen EU-Projekttag, also am 5. Mai, wird zudem der Bevollmächtigte des Landes beim Bund und bei der Europäischen Union, Staatssekretär Karl-Heinz Klär, im Koblenzer Hilda-Gymnasium nicht nur die europapolitische Arbeit der Landesvertretung vorstellen, sondern auch mit den Gymnasiastinnen und Gymnasiasten über Themen wie die Europawahl 2009 oder die Veränderungen in der EU durch den Reformvertrag von Lissabon diskutieren.

"Hier in der Mainzer Kanonikus-Kir-Realschule ist Europa ganz offensichtlich schon lange ein Thema", lobte Doris Ahnen und verwies dabei insbesondere auf die Partnerschaften der Schule mit dem Collège Sainte Celine in La Ferte-sous-Jouarre (Frankreich) sowie mit dem Gymnaziul des Stat Augustin Maior in Reghin (Rumänien). Gerade der Partnerschaft mit der Schule in Rumänien komme dabei eine besondere Rolle zu. Diese Partnerschaft, die sehr bald nach der rumänischen Revolution im Jahr 1989 zustande gekommen war, werde nun – nach der Aufnahme Rumäniens in den Kreis der EU-Staaten im vergangenen Jahr – unter neuen Vorzeichen fortgesetzt. "Die Gespräche und Diskussionen zwischen Schülerinnen und Schülern aus einem Land, das gerade eben erst formell in den Kreis der europäischen Gemeinschaft aufgenommen wurde, und Schülerinnen und Schülern aus unserem Land, das vor mehr als 50 Jahren bereits zu den Gründungsmitgliedern der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft gehörte, stelle ich mir durchaus spannend vor. Und ich hoffe, dass diese Kontakte dem Prozess hin zu einer echten europäischen Gemeinschaft zusätzlichen Schwung verleihen."


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