Auch die besten Lehramtsbewerber gehen leer aus
Die Anrufe beim Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) enttäuschter und frustrierter Gymnasialreferendare häufen sich. "Uns erreichen auch viele E-Mails von jungen Menschen, die zum Teil sehr verärgert auf die Entwicklung reagieren. Sie sehen sich um ihre Zukunft betrogen", teilte BLLV-Präsident Klaus Wenzel heute in München mit. "Auch die Besten bekommen keine Chance."
17.01.2011 Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.Heute Morgen habe er mit einer jungen Lehramtsanwärterin telefoniert, die es nicht fassen könne, mit einem Schnitt von 1,9 abgelehnt zu werden. Die Wut und Resignation seien unbeschreiblich, so Wenzel. Er bezeichnete es als skandalös, trotz massiven Lehrermangels erneut viele junge Menschen ins berufliche Abseits zu stellen. "Wir machen uns außerdem große Sorgen um die Qualität des Gymnasiums. Wie soll sie aufrecht erhalten werden, wenn massiv Personal fehlt und einfach nichts Konstruktives geschieht, um die seit langem bestehen Engpässe in den Griff zu bekommen?"
Die derzeitige Einstellungspolitik sei auch für viele Abiturienten ein denkbar schlechtes Zeichen. "Sie werden sich bei dieser Planungsunsicherheit dreimal überlegen, ob sie den Lehrerberuf überhaupt ergreifen sollen." Es sei auch ein schlechtes Signal an die Wirtschaft, die gerade von Gymnasialabgängern hohe Qualität erwarten würde. "Sie sehen, dass sich der Lehrermangel in den kommenden Jahren fortsetzen und verschärfen wird." Erst am Freitag war bekannt geworden, dass von 800 Referendaren gerade einmal 250 eine Chance auf eine berufliche Zukunft erhalten. Die Reaktionen reichen von Fassungslosigkeit, Ungläubigkeit bis Resignation, Wut und Enttäuschung.
Wenzel forderte die Staatsregierung auf, schnell umzusteuern. "Die Anzahl der Superverträge müsse aufgestockt werden, allen Gymnasien müssten ausreichende Mittel für Aushilfsverträge zur Verfügung gestellt werden. Das Mindeste müsse aber sein, dass alle Bewerber mit einem sehr guten Examen eingestellt werden. Wenzel sprach sich außerdem für die Absenkung der Unterrichtspflichtzeit im zweiten Ausbildungsabschnitt aus. Der Verdacht liege nahe, dass die Staatsregierung bewusst zum Februar 2011 extrem wenig Lehrer einstellt, weil diese noch mit der höheren Eingangsbesoldung einsteigen würden. Sie soll ab 01.Mai 2011 abgesenkt werden. "Wenn das zutrifft, werden hier junge Menschen zum Bauernopfer gemacht."
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