Schulsozialarbeit

Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona“

Die Covid-19-Pandemie hat gravierende Auswirkungen auf Schülerinnen und Schüler. Im Sommer 2021 wurden Gelder für das Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zur Verfügung gestellt.

04.01.2022 Bayern Pressemeldung Landesarbeitsgemeinschaft Schulsozialarbeit Bayern e.V.
  • © Alexandra Koch / pixabay.com

Dies dient dazu, junge Menschen beim sozialen Lernen sowie der Persönlichkeitsentwicklung unter anderem mit der Hilfe von Schulsozialarbeit in Schule und Jugendhilfe ganz praktisch im Alltag in 2021 und 2022 zu unterstützen. Nach dem Koalitionsvertrag der Ampel Parteien werden weitere Stellen aus Bundesmitteln dazukommen, um unabhängig von der jeweiligen Herkunft beste Bildungschancen zu bieten, Teilhabe und Aufstieg zu ermöglichen und durch inklusive Bildung zu sichern.

Bisher wurden neben den ohnehin schon vorgesehenen 70 Stellen für Programm Jugendsozialarbeit an Schulen (kurz JaS) 46,5 Stellen bis Schuljahresende 2023 aus dem Programm Aufholen nach Corona vom Sozialministerium genehmigt. Eine Verstetigung dieser Stellen aus dem Sonderprogramm muss daher im nächsten Haushalt eingeplant werden.

Allerdings werden bislang diese Gelder in Bayern ausschließlich für die förderfähigen Stellen im Programm Jugendsozialarbeit an Schulen verwendet. Das Programm erreicht die meisten Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen in Bayern nicht.1 Dementsprechend verwundert diskutieren die Elternverbände wie LEV Gymnasium und der bayerische Elternverband, warum diese Schularten in Bayern leer ausgingen und eine dringend benötigte Aufstockung der Stellen durch das Bundesprogramm nicht ermöglicht wird.

Die LAG Schulsozialarbeit fordert daher ein zusätzliches Programm für die Verwendung dieser Mittel zur Aufstockung bestehender oder für neue Stellen mit denen alle Schularten erreicht werden. So sollen auch Schülerinnen und Schüler an Schulen außerhalb des Jas-Programmes die dringend benötigte Unterstützung durch Schulsozialarbeit erhalten. Gerade Kommunen und Landkreise, die bereits selbst Stellen finanzierten, werden durch die Förderschädlichkeit von JaS ausgeschlossen.

Es sollen nun schnellstmöglich noch die Schulsozialarbeiterstellen ausgebaut werden, die bislang nicht aus Mitteln von Kultusministerium (Schulsozialpädagogen) oder dem Sozialministerium (Jugendsozialarbeit an Schulen/JaS-Stellen ) finanziert werden.

Bundesweit wurden 220 Millionen zur Verfügung gestellt. Bayern sollte die vom Bund erhaltenen Mittel um mindestens die gleiche Summe aufstocken. Zusätzlich fordert die LAG Schulsozialarbeit vom Land Bayern die Finanzierungslücken bei JaS zu schließen und die Förderpauschale entsprechend zu erhöhen.

Denn jeder Cent, der in Schulsozialarbeit fließt, kann an teurere Folgekosten z.B. bei Krankenkassenleistungen oder Jugendhilfe einsparen helfen. Insgesamt soll zukünftig Schulsozialarbeit – so die Denkweise des Koalitionsvertrages - vielen Schülerinnen und Schülern bessere Bildungschancen und Teilhabe sowie einen schulischen und damit später beruflichen Aufstieg ermöglichen.

1laut Bayerns Schulen in Zahlen 2019/2020 besuchen 311 212 Schülerinnen und Schüler Gymnasien und 213
342 Realschulen– nur ein Teil der Realschulen sind förderfähig.

Ansprechpartner

Landesarbeitsgemeinschaft Schulsozialarbeit Bayern e.V.

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