Investition

Ausbau der digitalen Bildung

Auf Initiative der saarländischen Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot stellt das Land mit dem Nachtragshaushalt Mittel in Höhe von 50 Millionen Euro für das Investitionsprogramm „Digitale Bildung jetzt!“ zur Verfügung.

06.07.2020 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland
  • © bildungsklick TV

Zusammen mit dem „DigitalPakt Schule“ werden bis 2024 mehr als 110 Millionen Euro in den Ausbau der digitalen Bildung im Saarland investiert. Gestern verständigten sich das Ministerium für Bildung und Kultur (MBK), die kommunalen Spitzenverbände Saarländischer Städte- und Gemeindetag und der Landkreistag Saarland dazu auf gemeinsame Ziele und einen Umsetzungsprozess.

Die gemeinsamen Ziele sind:

  1. Eine Ausstattung der saarländischen Schüler*innen mit mobilen Endgeräten zum Lernen in der Schule und zum Lernen von zuhause zu realisieren.
  2. Allen Schüler*innen die Teilhabe an einem digital gestützten Unterricht zu ermöglichen. Deshalb wird auf Grundsätze des Schülerfördergesetzes zurückgreifen, welches bei bestehender Bedürftigkeit mögliche Kriterien für eine Befreiung vom Leihentgelt beschreibt.
  3. Die Harmonisierung der IT-Geräteausstattung auf Hardware- und Betriebssysteme zu erreichen, um eine unüberschaubare Heterogenität zu vermeiden und die Wartung und den Support durch die Träger als Sachaufwandsträger sicherzustellen sowie eine angepasste Fortbildung der Lehrkräfte zu ermöglichen.
  4. Den Aufbau einer Medienausleihe durch die Schulträger und das MBK zu etablieren, um die Schulbuchausleihe zu ersetzen.
  5. In einer eventuellen pandemiebedingten Quarantäne-Situation sollen alle betroffenen Schüler*innen Zugang zu digitalen Endgeräten haben, die für das Lernen von zuhause geeignet sind.

Um diese Ziele umzusetzen, nimmt eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit Vertreter*innen des MBK und der kommunalen Seite noch in der kommenden Woche die Arbeit auf.

Ministerin Streichert-Clivot erklärt: „Das Saarland soll Vorreiter für digitale Bildung werden. Wir haben heute die historische Chance, den digitalen Wandel gemeinsam zu gestalten. Wir wollen digitale Ausstattung nachhaltig mit pädagogischen Konzepten verknüpfen, Lerninhalte digital verfügbar machen, Lehrkräfte fortbilden, das digitale Klassenzimmer als Standard an unseren Schulen etablieren und so allen Schülerinnen und Schülern den vollumfänglichen Zugang zu digitaler Bildung ermöglichen. Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, dass wir jetzt weitere Schritte gehen müssen, um das Lernen und Lehren auch auf eine solide digitale Basis zu stellen.

Kurzfristig wollen wir Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte bedarfsorientiert mit digitalen Endgeräten ausstatten, um auch für den Fall eines möglicherweise regional erneut notwendigen digital unterstützten Lernens von zuhause vorbereitet zu sein. Dafür haben wir über das Landesinstitut für Pädagogik und Medien bereits die ersten 1.000 Geräte beschafft. Mittelfristig geht es darum, eine Medienausleihe aufzubauen, die dann die bestehende Schulbuchausleihe ablösen soll. Dafür wollen wir uns jetzt auf pädagogische und technische Standards einigen, um ein landesweites System aus einem Guss aufzubauen. Klar ist, dass wir den pädagogisch sinnvollen Einsatz der Geräte sicherstellen müssen, ebenso Administration, Wartung und Support. Wir wollen keine Tablet-Leichen in den Kellern unserer Schulen. Dafür tragen wir gemeinsam Verantwortung.“

Bürgermeister Hermann Josef Schmidt, Präsident des Saarländischen Städte- und Gemeindetages, erklärt: „Wir wollen unser Bildungssystem fit für die Zukunft machen. Im Hinblick auf die digitale Ausstattung unserer Schülerinnen und Schüler, der Lehrkräfte und unserer Schulen sind das Land und die Kommunen auf dem richtigen Weg. Jetzt geht es darum, konzeptionelle und finanzielle Details, auch die Verteilung der Kosten, klären.“

Landrat Patrik Lauer, Vorsitzender des Landkreistags, erklärt: „Die Digitalisierungsoffensive der Bildungsministerin bedeutet für unsere Schulen einen Quantensprung hin zu moderner Bildung und wird auch die digitalen Kompetenzen unserer Schülerinnen und Schüler entscheidend stärken.“


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