Realschullehrer

Bad Kissinger Erklärung

Die Delegierten des 23. Landesrealschultages in Bad Kissingen fordern, dass die Bildung in Bayern durch eigenständige Realschulen weiter gestärkt wird und alle Versuche kostspieliger Schulstrukturveränderungen zu Lasten der Kinder und Jugendlichen und gegen die Realschule abgewiesen werden. Der Bildung an der Bayerischen Realschule kommt auch weiterhin eine Schlüsselrolle in einem differenzierten Schulwesen zu, welches auf Individualität und auf das Bildungsbedürfnis des einzelnen Kindes ausgerichtet ist.

24.10.2011 Pressemeldung Verband Reale Bildung

Die Realschule blickt auf eine über 300-jährige Tradition zurück. Realschulbildung bedeutet: Orientierung an den Erfordernissen des realen Lebens. Gerade die Realschule ist die Schulart, die sich parallel zu gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen kontinuierlich weiterentwickelt hat, z. B. im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Ebenso gehören moderne Sprachen, Berufsorientierung und soziales Engagement zu den selbstverständlichen Unterrichtsinhalten.

Die Realschule in Bayern bereitet ihre Schülerinnen und Schüler durch individuelle Förderung sowohl auf den Übergang ins Berufsleben vor als auch auf den Wechsel an die Berufliche Oberschule mit abschließendem Abitur und Studium. Damit ist die Realschule die Schulart, die mit der Vermittlung von angewandtem Wissen dem Fachkräftemangel entgegenwirkt bzw. die Grundlagen für ein Studium an der Hochschule für angewandte Wissenschaften schafft.

Realschulbildung orientiert sich an der von Vielfalt geprägten Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen. Sie antwortet auf den Erwartungs- und Veränderungsdruck und die zunehmende Interessenpluralität mit praxistauglichen Konzepten. Sie respektiert die Unterschiede ihrer Schülerinnen und Schüler in Leistung, Begabung und Interessen und setzt somit auf ein differenziertes Schulsystem mit anerkannt profilierten Bildungsabschlüssen, die durch eine zentrale Abschlussprüfung erworben werden. Realschulbildung beruht auf dem demokratisch legitimierten Leistungsprinzip, welches unabhängig von sozialer und ethnischer Herkunft allen die Chance zur Verwirklichung individueller Lebensentwürfe bietet. Die Realschule war und ist deshalb die Schule des sozialen Aufstiegs.

Das Fachlehrkräfteprinzip an den Realschulen gewährleistet die hohe Qualität des Unterrichts und eröffnet somit den Schülerinnen und Schülern ein breites Spektrum an berufs- und studienbezogenen Zukunftsperspektiven. Die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern ist dabei von grundlegender Bedeutung.

Um die reale Bildung optimal umsetzen zu können, fordern die Delegierten die politisch Verantwortlichen auf,

  • die Realschule als eigenständige Schulart zu stärken,
  • Schulstrukturveränderungen auf Kosten der Realschülerinnen und Realschüler sowie der Realschule als Schulart zu beenden,
  • die hohe Qualität der Realschulbildung und des Realschulabschlusses zu erhalten,
  • den Schulen die notwendigen personellen und sächlichen Ressourcen zur Verfügung zu stellen und
  • die Arbeitssituation der Lehrerinnen und Lehrer so zu verbessern, dass diese ihrem anspruchsvollen Bildungs- und Erziehungsauftrag auch in Zukunft gerecht werden können.

www.brlv.de

Ansprechpartner

Verband Reale Bildung

Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden