Bayerische Lehrerverbände fordern professionell begleitete Berufseinstiegsphase
Die Einrichtung einer professionell begleiteten Berufseinstiegsphase im Anschluss an das zweijährige Referendariat gehört zu den Forderungen bayerischer Lehrerverbände, um die "Professionalität und Qualität" der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern zu stärken.
21.11.2010 Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)Zu Beginn einer gleichnamigen Fachtagung zur Lehrerbildung, zu der vier bayerische Lehrerverbände Fachleute am Samstag an die TU München eingeladen hatten, stellte der amtierende Präsident der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) Max Schmidt selbstbewusst fest: "Unsere Lehrerbildung befindet sich im Bundesvergleich auf hohem Niveau. Inzwischen ist unbestritten, dass die guten Ergebnisse bayerischer Schüler bei nationalen und internationalen Vergleichstests auch auf den hohen Qualifikationsgrad der Lehrerschaft zurückzuführen sind. Bei der Ausbildung seiner Pädagogen muss der Freistaat daher das Rad nicht neu erfinden."
Zu den bewährten Erfolgsgaranten der Lehrerbildung gehören nach Ansicht der Lehrerverbände folgende Charakteristika:
- Die Lehrerausbildung erfolgt in Bayern in zwei Phasen: Die erste, wissenschaftliche Phase findet an der Universität statt, die zweite in Form eines 24 Monate dauernden Vorbereitungsdienstes an den Schulen.
- Die Lehrerbildung erfolgt von Beginn an schulartbezogen.
- Das Studium umfasst Fachwissenschaften, Fachdidaktiken, Erziehungswissenschaften und Praktika.
- Die Gewichtung von Fachwissenschaften, Fachdidaktiken und Erziehungswissenschaften variiert je nach den spezifischen Anforderungen der einzelnen Schularten.
- Neben einem Ersten Staatsexamen oder dem Master sichert das Zweite Staatsexamen als Abschluss der Lehramtsausbildung die Qualität und Vergleichbarkeit.
Dennoch, so sind sich Vertreter von 45.000 bayerischen Pädagogen einig, müsse die Lehrerbildung in Bayern weiterentwickelt werden, um den hohen Qualitätsstandard zu halten. Zur Begründung der Forderung nach einer institutionalisierten Berufseinstiegsphase sagte abl-Präsident Schmidt: "Sie kann Berufsanfängern wertvolle Hilfen bei der Bewältigung von Schwierigkeiten des realen Berufsalltags bieten. Denn zwei Jahre Referendariat sind unverzichtbar, aber nicht genug, um den über die Jahre gestiegenen beruflichen Anforderungen dauerhaft gewachsen zu sein. Dies sollte einhergehen mit einer adäquaten Absenkung der Unterrichtsverpflichtung."
Kritik an Sparplänen: Lehrer nicht billiger, sondern besser machen
An den als Referenten geladenen Vorsitzenden des Hochschulausschusses im Bayerischen Landtag Bernd Sibler gewandt, übte Schmidt deutliche Kritik an den jüngsten Sparideen der bayerischen Staatsregierung: "Anstatt zu überlegen, wie man Lehrer billiger macht, sollte die Politik mit uns gemeinsam darüber nachdenken, wie man sie besser macht! Mit Ihren Ausführungen zum Sinn des Staatsexamens haben Sie heute dafür ein gutes Beispiel gegeben – Ich hoffe, dass es positiv abfärbt!"
Der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (ABL) gehören der Bayerische Philologenverband (bpv), der Bayerische Realschullehrerverband (brlv), der Verband der Lehrer an beruflichen Schulen (VLB) und die Katholische Erziehergemeinschaft (KEG) an.
Für den Inhalt verantwortlich: Peter Missy, Pressesprecher des bpv, Tel. 0172/ 848 33 99
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